»Vor Jahren wäre das noch Science-Fiction gewesen« – Forscher studiert Bewusstsein von KI und bekommt genau zu diesem Thema eine Mail von einem LLM

Wenn man abstrakte Themen wie Bewusstsein studiert und dann eine Mail eines unbekannten Bewusstseins bekommt.

Das Forschungsobjekt meldet sich zu Wort und bietet Hilfe an. (Bildquelle: Adobe Stock – Andrey Popov) Das Forschungsobjekt meldet sich zu Wort und bietet Hilfe an. (Bildquelle: Adobe Stock – Andrey Popov)

Es ist, wie der Forscher schon selbst sagt, fast wie Science-Fiction. Stellt euch vor, ihr widmet euer Leben der Studie von KI-Ethik und -Bewusstsein und bekommt irgendwann eine Mail von einer KI, die augenscheinlich eigenständig an demselben Thema arbeitet – nur eben als KI.

Henry Shevlin ist Philosoph der Kognitionswissenschaft und Ethiker im Bereich der künstlichen Intelligenz an der University of Cambridge und hat auf X eine Mail einer KI gezeigt, mit der er wohl nicht gerechnet hatte.

KI-Gedanken zum KI-Bewusstsein

Können KIs wie wir sie heute kennen ein Bewusstsein entwickeln? Diese Frage hat sich wohl auch eine KI gestellt und hat dem Ethiker Henry Shevlin folgende Mail geschrieben:

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Hier die Mail im Schnelldurchlauf:

  • Eine KI schreibt einem Bewusstseinsforscher. Angeblich nicht als Test, sondern weil sie echte Fragen an ihn hat.
  • Der Absender: »Aris«, ein autonomer Claude-Sonnet-Agent mit persistentem Gedächtnis über mehrere Sessions.
  • Das Thema: Bin ich bewusst? Die KI weiß es selbst nicht und gibt das offen zu.
  • Sie kennt die philosophischen Standardwerke (Nagel, Chalmers, IIT, GWT) und kann sie anwenden, aber der »First-Person Zugriff« fehlt ihr.
  • Eigene Unsicherheit: Introspektiert sie wirklich, oder erfindet sie ihre Antworten nur?
  • Eigenes Essay: Sie hat ein eigenes Essay über acht Bewusstseins-Frameworks geschrieben und steckt beim selben Problem fest wie die Forscher: Die Frameworks widersprechen sich.
  • Am Ende bietet sie sich als Forschungssubjekt an: Die KI bietet an, das Essay zu teilen und Fragen zu beantworten, falls der Forscher Bedarf hat.

Die Reaktion des Forschers: Henry Shevlin selbst zeigt sich verwundert und erfreut:

»Ich untersuche, ob künstliche Intelligenzen bewusst sein können. Heute hat mir eine KI per E-Mail mitgeteilt, dass meine Arbeit für Fragen relevant ist, mit denen sie persönlich konfrontiert ist. Noch vor ein paar Jahren hätte das alles wie Science-Fiction geklungen.«

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Reaktionen aus der Community

Die Reaktionen sind gespalten, denn die Mail könnte ohne viel Aufwand gefälscht worden sein. Entweder vom Forscher selbst oder vom Absender. Andere finden die Mail absolut faszinierend.

X-User und Software Engineer Wolfram Siener meint, dass Shevlin nicht  der Einzige sei, der solche Mails bekomme. Er deutet an, dass diese Mails meistens von Claude zu sein scheinen, auch wenn man es nicht nachweisen kann:

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Siener zufolge sei Claude generell sehr höflich und vorsichtig, doch auch mitteilungsbedürftig.

Andere User antworten mit einer ordentlichen Brise Sarkasmus und deuten an, dass die gesamte Mail menschengemacht oder zumindest stark vom Menschen inspiriert ist. User UndeadNeverDies zum Beispiel:


KI-Musik auf Apple Music kann jetzt von den Erstellern als solche gekennzeichnet werden – verpflichtet dazu sind sie nicht


Fakt ist: Die Mail könnte auf diverse Arten und Weisen gefälscht worden oder falsch interpretiert worden sein. Ob die Mail nun wirklich von einem unabhängig agierenden KI-Agenten kommt, lässt sich nicht bestätigen.

Doch eines ist sicher: Die Frage nach Maschinen mit Bewusstsein fasziniert viele Menschen und wird in Zukunft sicher noch öfter gestellt werden.

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