Disney versucht offenbar, dem Premiumkino einen neuen Namen zu geben: Infinity Vision
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Rund um Avengers: Doomsday (Kinostart: 18. Dezember 2026) und dem Re-Release von Avengers: Endgame (Kinostart: 25. September 2026) soll das Label Kinosäle mit großen Leinwänden, Laserprojektion und hochwertiger Tonwiedergabe kennzeichnen.
Disney spricht deshalb von einer Zertifizierung, die Zuschauern helfen soll, die größten, hellsten und immersivsten Säle
zu finden.
Genau daran entzündet sich nun jedoch Kritik der IMAX Corporation. Finanzchefin Natasha Fernandes zufolge wirke Infinity Vision vor allem wie ein Marketinginstrument, das ausgleichen soll, dass Avengers: Doomsday nicht mit dem IMAX-Label antreten kann, weil dort zeitgleich Dune 3 beworben wird. Der Vorwurf ist scharf, technisch aber nicht völlig aus der Luft gegriffen.
Gütesiegel oder echtes Format
Denn bislang klingt Infinity Vision weniger nach einem neuen Vorführformat als nach einem Gütesiegel für bereits existierende Premiumsäle.
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Große Leinwand, Laserprojektion und starkes Audio sind zwar wichtige Qualitätsmerkmale, aber eben noch kein klar abgegrenztes technisches System. Genau hier verläuft auch die Trennlinie zu IMAX:
Die Marke steht seit Jahren nicht bloß für große Leinwände, sondern für eine standardisierte Wiedergabekette mit klarer Markenidentität – also für ein Gesamtpaket aus hochauflösender Laserprojektion, eigener Theatergeometrie, 12-Kanal-Sound und charakteristischen Präsentationsformaten wie 1,43:1 oder 1,9:1, wofür Filme oft speziell optimiert oder gemastert werden.
Studio-Marke gegen Technik-Marke
Deshalb ist der Streit auch interessanter, als er auf den ersten Blick wirkt. Denn hier prallen nicht einfach zwei Logos aufeinander, sondern zwei verschiedene Arten, Kino als Premiumerlebnis zu definieren.
IMAX verkauft ein technisch eng kontrolliertes System. Disney hingegen versucht offenbar eine studionahe Marke zu etablieren und so eine Alternative zu IMAX sichtbar zu machen.
Was Infinity Vision tatsächlich bietet
Das macht Infinity Vision nicht automatisch wertlos. Wenn Disney damit zuverlässig hochwertige Säle bündelt, kann das für Kinofans durchaus nützlich sein – sofern auch die Kinobetreiber mitspielen und ihre Säle entsprechend zertifizieren lassen.
Technisch bleibt die Aussage aber deutlich unschärfer als bei IMAX. Bloomberg zufolge (hinter einer Paywall) muss eine Leinwand 50 Fuß, also 15,24 Meter, breit sein und der Saal über ein 7.1-Surround-System verfügen, um die Voraussetzungen für Infinity Vision zu erfüllen – Laserprojektion nicht zu vergessen.
Wer hier ein wirklich neues Kinoformat erwartet, bekommt nach jetzigem Stand wohl eher eine Orientierungshilfe.
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Worum der Streit tatsächlich geht
Hat die IMAX Corporation also recht? Zum Teil ja. Aus technischer Sicht wirkt Infinity Vision bislang nicht wie ein ernst zu nehmender Gegenentwurf zu IMAX, sondern eher wie ein zusätzliches Zertifikat, für das der Zuschauer am Ende womöglich sogar mehr bezahlen muss.
Spannend ist die Debatte dennoch. Denn sie zeigt nicht bloß zwei Marken, die sich öffentlich beharken, sondern wirft auch die Frage auf, wer das Premiumkino in Zukunft definieren darf.

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