Der AMD Ryzen AI MAX 395+ ist ein alter Bekannter. Getestet haben wir den Chip bereits im Asus ROG Flow Z13 und dem Geekom A9 Max Mini PC. In diesen Geräten konnte der Prozessor mit der stärksten iGPU auf dem Markt glänzen, die viele dedizierte GPUs der Mittelklasse das Fürchten lehrt. Jetzt gibt es Informationen zum kommenden Ryzen AI Max+ PRO 495 und wir sehen uns mal an, was sich im Vergleich zum Vorgänger getan hat.
Keine großen Änderungen bei der Architektur
Eines vorweg: Eine Pro-Version gibt es auch bereits vom 395+. Es handelt sich bei den Pro-Modellen
nicht um schnellere Prozessoren, der Zusatz steht für Enterprise-Features wie etwa:
- AMD Memory Guard: Vollständige Speicherverschlüsselung zum Schutz vor physischen Angriffen.
- Manageability: Fernwartungs-Tools für IT-Abteilungen in großen Unternehmen.
- Software-Stabilität: Zertifizierte Treiber für ISV-Anwendungen (CAD-Software wie SolidWorks oder Siemens NX).
Es wird mit Sicherheit auch den Ryzen AI Max+ 495 ohne den Zusatz Pro geben. Beide Prozessoren basieren auf der effizienten Zen 5-Architektur. Im Gegensatz zu den kleineren Chips wie etwa dem Ryzen AI 9 HX 370) verzichten die Max
-Modelle vollständig auf die kleineren Zen 5c-Kerne. Stattdessen kommen nur die großen
Hochleistungskerne zum Einsatz.
Spezifikationen im Überblick
| Ryzen AI Max+ 395 | Ryzen AI Max+ PRO 495 | |
|---|---|---|
| Kerne / Threads | 16 / 32 (Zen 5) | 16 / 32 (Zen 5) |
| CPU-Boost-Takt | Bis zu 5,1 GHz | Bis zu 5,2 GHz |
| GPU-Einheit | Radeon 8060S (40 CUs) | Radeon 8065S (40 CUs) |
| GPU-Takt | 2,9 GHz | 3,0 GHz |
| Max. Arbeitsspeicher | 128 GB LPDDR5x-8.000 | 192 GB LPDDR5x-8.533 |
Die entscheidenden Unterschiede
Der Ryzen AI Max+ PRO 495 ist eine Art Golden Sample
der Architektur. Er taktet sowohl bei der CPU als auch bei der GPU leicht höher (ca. 100 MHz mehr Boost). In einem ersten Benchmark (PassMark) resultiert dies in einem Vorsprung von etwa 3 bis 4 % gegenüber dem 395er.
Der wirklich große Unterschied dürfte aber wohl der Arbeitsspeicher sein. Während der 395 auf 128 GB limitiert ist, unterstützt der 495 PRO bis zu 192 GB LPDDR5x. Warum das wichtig ist: Da diese Chips keine dedizierte Grafikkarte benötigen, sondern auf eine leistungsstarke iGPU zurückgreifen, teilen sich CPU und GPU den Arbeitsspeicher.
Mit 192-GB-RAM können Profis große KI-Sprachmodelle komplett lokal im Grafikspeicher halten, ein Szenario, das bisher sündhaft teuren NVIDIA-Workstation-Karten vorbehalten war. Beim 395 mit 128-GB-RAM konnten bereits 96 GB exklusiv der iGPU zugewiesen werden, mit den 196 GB beim Ryzen AI MAX 495 wird die 100-GB-Marke deutlich geknackt.
Die Radeon 8065S wird etwas schneller
Beide Chips nutzen die massive Radeon-Grafik (RDNA 3.5), die mit 40 Compute Units ausgestattet ist. In der Praxis erreicht die Radeon 8060S/8065S die Performance einer mobilen Nvidia RTX 4070.
Der Vorteil des 495 PRO liegt hier im leicht höheren GPU-Takt von 3,0 GHz, was in GPU-beschleunigten KI-Workflows (Stable Diffusion, Video-Upscaling) einen geringen Zeitvorteil bringen könnte. Grundsätzlich wäre eine 495 CPU auch durchaus für Spieler interessant, allerdings sind entsprechende Rechner auch wegen des vieles Arbeitsspeichers sündhaft teuer.
Fazit
Mit dem 495 PRO zeigt AMD, dass die Ära der stromhungrigen dedizierten Mittelklasse-GPUs in mobilen Workstations gezählt sein könnte. Die Effizienz und die schiere Menge an adressierbarem Speicher sind speziell für Anwender interessant, die LLMs lokal ausführen und keine unbezahlbare Profi-Workstation-Karte kaufen möchten.
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Der reine Leistungszuwachs dürfte überschaubar ausfallen, die Zielgruppe für entsprechende Rechner wird sich aber über das Plus an Arbeitsspeicher sicher freuen. Insgesamt ist der 495 nur ein Zwischenschritt zu einem mutmaßlichen AMD Ryzen AI MAX+ 595, der dann mit einer neuen Kern-Architektur deutlich sicher auch deutlich mehr Leistung bieten wird.
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