Ihr kennt vermutlich den Spruch Wenn das Wörtchen 'Wenn' nicht wär, wär mein Vater Millionär
. Im Kern besagt er, dass Gedankenspiele schön und gut sind, aber letztlich wenig hilfreich.
Das trifft auch auf den Fall von Intel und Nvidia zu, um den es hier geht. Interessant ist er aus unserer Sicht aber dennoch, schließlich reden wir hier von zwei der wichtigsten Hersteller von PC-(Gaming-)Hardware überhaupt.
Von welcher Chance ist im Titel die Rede? Im Jahr 2005 hat Intel laut eines aktuellen Berichts der New York Times überlegt, Nvidia zu kaufen. Der Vorschlag stammte vom damals frisch im Amt befindlichen CEO Paul Otellini.
- Nvidia war schon zu dieser Zeit alles andere als ein Schnäppchen: Als Verkaufssumme standen 20 Milliarden US-Dollar im Raum.
- Wie Insider berichten, wurde der Vorschlag vor allem aus zwei Gründen nicht weiter verfolgt: Intel hatte bis dahin keine guten Erfahrungen mit dem Aufkaufen von Firmen gemacht, zudem wäre es der mit Abstand teuerste Kauf in der Firmengeschichte gewesen.
Mit welcher GPU Nvidias Erfolgsgeschichte begann und was für Hardware dieser Erfolg im Laufe der Jahre weiter ausgebaut wurde, seht ihr im folgenden Video:
0:51
»Die erste echte GPU der Welt«: Nvidia feiert 25 Jahre Geforce 256
Intel und Nvidia heute
Eine der Personen, die am vertraulichen Meeting zu den Kaufplänen beteiligt war, soll diese Entscheidung später als schicksalshaften Moment
bezeichnet haben.
Mit Blick auf das Hier und Jetzt ist das mehr als nachvollziehbar.
- Intel hat derzeit einen Marktwert von etwa 100 Milliarden US-Dollar und steckt aktuell tief in der Krise.
- Nvidia hat Dank des KI-Booms einen Marktwert von über 3.400 Milliarden US-Dollar und jüngst sogar Apple als das wertvollste Unternehmen der Welt überholt, so Reuters.
Der Artikel der New York Times trägt dazu passend den Titel Wie Intel im KI-Chip-Boom ins Hintertreffen geraten ist
(beziehungsweise How Intel Got Left Behind in the A.I. Chip Boom
).
Auch die jüngst veröffentlichten Prozessoren der neuen Core-Ultra-Reihe machen die Situation für Intel (noch) nicht besser. Mehr zu den Gründen dafür erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test:
Ungewisse, aber vermutlich gravierende Auswirkungen
Was genau passiert wäre, wenn Intel damals Nvidia gekauft hätte, ist reine Spekulation mit vielen möglichen Ausgängen.
Dass einige davon auch aus Spielersicht gravierende Änderungen im Vergleich zum historischen Verlauf der Dinge bedeutet hätten, liegt aber nahe.
- Im schlechtesten Fall hätte Intel wohl irgendwann das Interesse am GPU-Markt verloren oder zumindest den Fortschritt im Duell mit ATI beziehungsweise AMD nicht auf die gleiche Weise ermöglicht, wie es bei Nvidia als eigenständigem Unternehmen der Fall war.
- Andererseits war Intel bereits im CPU-Segment jahrelang weitgehend unangefochten die Nummer eins. Ob es da aus Kundensicht gut gewesen wäre, wenn das zur gleichen Zeit zusätzlich noch für das GPU-Segment gegolten hätte, kann man wohl bezweifeln.
Eines dürfte abschließend allerdings klar sein: Wenn Intel könnte, würden sie die Zeit sicher gerne ins Jahr 2005 zurückdrehen und doch noch ernsthaft versuchen, Nvidia für 20 Milliarden US-Dollar zu kaufen.
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