iOS-Leak verbreitet sich - Apple will ganze Netzwerke deaktivieren lassen

Weil Apple nicht hinterherkommt, alle Instanzen mit dem geleakten iOS-Code löschen zu lassen, soll Github für Apple einfach ganze Netzwerke mit teilweise wichtigen Daten ausschalten.

von Georg Wieselsberger,
14.02.2018 09:35 Uhr

Das iOS-Leak stellt Apple für ein unlösbares Problem dar - er ist nicht aus dem Internet zu löschen.Das iOS-Leak stellt Apple für ein unlösbares Problem dar - er ist nicht aus dem Internet zu löschen.

Der geleakte iOS-Code, der laut Apple angeblich nicht wichtig ist und keinen Schaden anrichten kann, wurde nach einer DCMA-Anfrage des Unternehmens von Github gelöscht. Doch der Code taucht laut The Register auf den sogenannten Fork-Netzwerken von Github immer wieder auf.

Diese Netzwerke sind zunächst nur ein Klon des eigentlichen Netzwerks mit Verweisen auf die Original-Quellen bei Github, können aber durch neue Uploads auch komplett anderen Code enthalten und sich so im Laufe der Zeit deutlich vom Haupt-Netzwerk unterscheiden. So ist es vielen Projekten möglich, mit Code zu experimentieren, ohne dabei die wichtigen Original-Quellen bei Github zu verändern.

Viele Fork-Netzwerke mit iOS-Code

Allerdings taucht nun auf diesen Forks immer wieder der geleakte iOS-Code auf, wird dort aber auf Anfrage von Apple auch immer wieder von Github gelöscht, inzwischen schon über 200 Mal. Wichtig ist dabei, dass die DCMA-Anfragen sich auf einen exakten Verstoß samt Adresse beziehen müssen.

Anscheinend hat Apple nun keine Lust mehr, sich auf dieses nicht zu gewinnende Katz- und Maus-Spiel einzulassen und hat eine Forderung gestellt, die sich außerhalb der gesetzlichen Regelungen befindet.

Apple will einfach alle Netzwerke deaktivieren lassen

Nachdem man sich eine repräsentative Anzahl an Forks angesehen habe, geht Apple nun davon aus, dass alle oder zumindest die meisten Forks ebenfalls Urheberrechtsverstöße enthalten. Weil die Anzahl der Forks ständig steigt, fordert Apple Github auf, einfach das gesamte Fork-Netzwerk zu deaktivieren. Das ist laut Mitch Stoltz, einem Anwalt der Electronic Frontier Foundation, keine korrekte DCMA-Anfrage. Dort sei nicht vorgesehen, dass ein Rechteinhaber sagen könnte: »Wir sehen viele Urheberrechtsverstöße, also wollen wir, dass ihr einfach alles löscht.«

Apple dürfe natürlich fragen, aber Github müsse es nicht tun. Bisher ist nicht bekannt, wie Github reagiert. Aber wenn Netzwerke deaktivert würden, nur weil es irgendwo darin Verstöße gegen das Urheberrecht gibt, wäre vermutlich ein Großteil des Internets längst ausgeschaltet.


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