Auf keinem anderen Gerät arbeite ich so gerne und konzentriert wie auf dem iPad von Apple. Das liegt unter anderem daran, dass beim Öffnen einer App standardmäßig sofort der gesamte Bildschirm genutzt wird. Es bleibt kein Platz für Ablenkungen auf dem Bildschirm.
Zudem sorgt der Formfaktor dafür, dass die Flunder immer einen Platz im Rucksack findet und mir das Gefühl vermittelt, von überall aus arbeiten zu können. Wahlweise klemme ich das Tablet von der Tastatur ab und kritzle meine Notizen auf das große Display.
Vierter Pluspunkt: Die neuesten Updates rund um Lightroom, Photoshop sowie Apples Schnittprogramm FinalCut Pro lassen mich bei Bedarf auf meinen gewohnten Workflow vom Mac zurückgreifen – mit verschmerzbaren Abstrichen.
Bei aller Liebe hat iPadOS aber auch (kleine) Schwächen, die im Arbeitsalltag zu potenziellen Störfaktoren werden. So ist insbesondere die Dateiverwaltung noch weit von einem Desktop-ähnlichen Erlebnis entfernt.
Mit iPadOS 19 scheint Apple wieder einen Großangriff in Richtung Multitasking und Produktivität zu wagen, was mich besonders freut! Mehr als ein neues iPhone oder andere Ankündigungen.
iPadOS 19 mit Fokus auf Produktivität
Wie der gut informierte Bloomberg-Journalist Mark Gurman zu wissen scheint, legt Apple mit iPadOS 19 »den Schwerpunkt auf Produktivität, Multitasking und die App-Fensterverwaltung«. Das große Ziel sei es, dass das Tablet künftig »mehr wie ein Mac funktioniert« (via 9to5mac).
Konkrete Details bleibt der Apple-Experte schuldig, aber die Hinweise klingen vielversprechend – wenn sie denn so kommen.
Zur Wahrheit gehört auch, dass es in den letzten Jahren immer wieder Berichte über Verbesserungen in diesen Bereichen gegeben hat. Die großen Sprünge sind bisher ausgeblieben.
Mit iOS 17 wurden die großen Schwächen des Stage Managers glatt gebügelt. Das Update auf iPadOS 18 brachte zwar praktische Verbesserungen wie das Formatieren von Festplatten oder die Tab-Bar. Letztere blieb zumindest bei mir deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Dabei würde eine solche Leiste zur Dateiverwaltung durchaus Sinn machen, wenn man sie an die eigenen Bedürfnisse anpassen könnte.
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iPadOS 18: So gut funktioniert Smart Script
Warum diese Verbesserungen wahrscheinlicher sind denn je
Apple arbeitet hinter verschlossenen Türen an einem faltbaren iPhone. Die Gerüchte um ein solches Gerät reißen jedenfalls nicht ab. Das erste Foldable aus Cupertino soll demnach frühestens 2026 auf den Markt kommen.
Auch von einem größeren Faltgerät ist die Rede, das aufgeklappt stolze 18,8 Zoll messen soll.
Sollte es tatsächlich ein Falt-iPhone geben, müsste Apple die iOS-Oberfläche für dieses Gerät optimieren. Das iPad-Betriebssystem basiert auf iOS und so dürfte auch für iPadOS eine Überarbeitung anstehen, selbst wenn ein faltbares iPad noch länger auf sich warten lässt.
Folgerichtig wird Apple, ähnlich wie Google und Samsung, das mobile Betriebssystem in Sachen Multitasking, Produktivität und Fenstermanagement optimieren – so meine Einschätzung.
Die sogenannten Foldables sind aber noch in weiter Ferne. Denkbar ist auch, dass Apple mit den berühmten Worten »Later this year« oder gar für 2026 größere Änderungen am Betriebssystem ankündigt.
Zwei Punkte »muss« Apple mit iPadOS 19 verbessern
Apple wird den Mac für iPad-Besitzer nicht obsolet machen wollen und das ist vollkommen in Ordnung. Aber die Leistung eines M4-Chips darf gerne ausgereizt werden. Meiner Meinung nach reichen zwei Verbesserungen aus, um das mobile Betriebssystem deutlich aufzuwerten und den Ruf nach einem macOS-ähnlichen Benutzererlebnis verstummen zu lassen.
1. Bessere Unterstützung für externe Monitore
Zu Beginn dieses Artikels habe ich wohlwollend den Fokus auf eine Anwendung hervorgehoben, die beim Start im Vollbildmodus auf dem iPad-Bildschirm landet. Ich schätze aber vor allem die Flexibilität des iPads und die Möglichkeit, meine Arbeit wahlweise auf einem großen, hochauflösenden Bildschirm (bis zu 6K) auszudehnen.
Allerdings wirkt die App-Fensterverwaltung der Apps auf einem externen Monitor einfach nicht durchdacht, und das fängt schon beim Öffnen einer App an. Startet man etwa eine neue App, ohne die Shift-Taste gedrückt zu halten, minimiert das System die gerade geöffneten App-Fenster. Stellt euch vor, das wäre auf jedem Desktop-Betriebssystem Standard.
Außerdem wirkt die Anordnung der Fenster mit den oberen drei Punkten hakelig und unintuitiv. Wenn ich mit einer App darüber in den Vollbildmodus wechsle, gibt es keinen einfachen Weg zurück über einen Button »Vollbildmodus umkehren« (oder so ähnlich).
Der Wechsel zu den drei Symbolen oben links des Macs (Schließen, Minimieren, Erweitern) wäre ein großer Gewinn.
2. Besseres Dateimanagement
Wie bereits erwähnt, hat Apple einige praktische Verbesserungen an der Datei-Anwendung vorgenommen. Die bisherigen Optimierungen gehen jedoch nicht weit genug.
Warum kann die Tab-Leiste nicht in jeder App angepasst werden? Die Schnellzugriffe beschränken sich im Datei-Browser auf »Verlauf«, »Geteilt« und »Suchen«. Die Möglichkeit, wie bei der Sidebar spezifische Ordner hinzuzufügen, würde die Tab-Bar deutlich aufwerten.
Die zudem wichtigste fehlende Funktion: »Öffnen mit«. Um etwa ein Bild in Lightroom zu bearbeiten, muss ich zuerst das Bildbearbeitungsprogramm öffnen und dann das Foto in der Dateien-App suchen.
Das sind zwei kleine Optimierungen, die das Arbeiten auf dem iPad drastisch verbessern würden, ohne gefährlich in die Nähe eines macOS zu kommen. Praktische Sortierfunktionen und intelligente Ordner wären natürlich das Tüpfelchen auf dem i.
Am 9. Juni beginnt die WWDC 2025. Auf der Entwicklerkonferenz von Apple erhalten wir einen ersten Einblick in die Pläne des iPhone-Herstellers. Ich bin mehr als gespannt!
Jetzt interessiert mich eure Meinung zu iPadOS! Habt ihr ähnliche Erwartungen an das iPad-Betriebssystem oder sind meine Wünsche gnadenlos übertrieben? Wie nutzt ihr das Apple-Tablet? Gibt es Alternativen aus dem Android-Lager, mit denen ihr arbeitet? Schreibt eure Meinung gerne unten in die Kommentare!

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