iPhone 16: Zwei Fotografie-Features, von denen sich Android-Handys eine Scheibe abschneiden dürfen

Kolumne: Es gibt zwei Features beim iPhone 16, die ich als Fotograf besonders interessant finde.

Das iPhone 16 hat meine Neugierde geweckt – und nicht nur wegen der schönen neuen Farben. (Bild: Apple) Das iPhone 16 hat meine Neugierde geweckt – und nicht nur wegen der schönen neuen Farben. (Bild: Apple)

Gestern hat Apple die neuen iPhone 16-Handys gezeigt und zum ersten Mal haben sie Features präsentiert, die mich als Fotograf hellhörig machen. Bei zwei davon erhoffe ich mir, dass sie einen neuen Trend lostreten und auch auf Android-Handys landen werden – ansonsten wird mein nächstes Smartphone wohl ein iPhone werden.

Duy Linh Dinh
Duy Linh Dinh

Schon als Kind hatte Technik und Videospiele eine besondere Anziehungskraft auf Linh. Seine erste Konsole war die NES, das Nintendo Entertainment System. Er erinnert sich noch gut daran, wie er in die Mario-Kasette gepustet hat, damit das Spiel ordentlich startet. Sein erster PC war ein Rechner mit Windows 95, auf dem er Moorhuhn gespielt hat. Diese Leidenschaft trägt er bis heute und so kam er bei Gamestar Tech an. Wenn Linh gerade nicht mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich seinen anderen Leidenschaften: Breakdance, Tricking, Fotografie und Fighting Games.

Die Kamersteuerung-Taste

Warum eine Auslöse-Taste? Eine dedizierte Auslöse-Taste mit zwei Druckstufen auf dem Handy zu haben, kann einen riesigen Unterschied beim Fotografieren ausmachen. Es ist damit viel angenehmer und natürlicher, Fotos im Landscape-Format aufzunehmen. 

Mit einem iPhone 16 zu fotografieren, dürfte sich dank der neuen Kamerasteuerung deutlich »authentischer« anfühlen. (Bild: Apple) Mit einem iPhone 16 zu fotografieren, dürfte sich dank der neuen Kamerasteuerung deutlich »authentischer« anfühlen. (Bild: Apple)

Das Fotografieren fühlt sich mehr wie »Fotografieren« an. Weiterhin kann man so leicht das Motiv fokussieren, bevor das Foto aufgenommen wird. So eine Taste ist einer der Gründe, warum das Sony Xperia 1 VI einer meiner Lieblingshandys der letzten Monate bleibt. 

Apple hat jetzt den iPhones eine derartige Taste spendiert, geht aber noch einen Schritt weiter. 

Die neue Taste lässt sich auch physisch herunterdrücken. (Bild: Apple) Die neue Taste lässt sich auch physisch herunterdrücken. (Bild: Apple)

Die neue Taste für die Kamerasteuerung ist länglich und leicht in das Gehäuse versenkt und sieht wie ein seitlicher Fingerabdrucksensor aus. 

Ihr könnt damit nicht nur Fotos knipsen, sondern verschiedene Einstellungen ändern.

  • Einmal drücken, um die Kamera-App zu öffnen.
  • In der Kamera-App einmal drücken, um ein Foto aufzunehmen.
  • Drücken und halten, um ein Video aufzunehmen.
  • Einmal kurz tippen, um Steuerelemente wie Zoom anzuzeigen.
  • Auf dem Button links und rechts wischen, um die ausgewählte Steuerung zu ändern.
  • Zweimal schnell tippen, um andere Kameraeinstellungen aufzurufen.

Die neue Kamerasteuerung-Taste ist also nicht nur ein Auslöser, sondern fungiert wie ein Drehrad, wie wir sie von DSLRs und DSLMs kennen, mit denen ihr schnell Einstellungen, wie Blende, Belichtungskorrektur oder Bildprofile ändern könnt. 

Durch Wischen lässt sich zum Beispiel der Zoom steuern. Ich stelle mir das sehr intuitiv vor, wenn es so funktioniert, wie Apple gezeigt hat. Durch Wischen lässt sich zum Beispiel der Zoom steuern. Ich stelle mir das sehr intuitiv vor, wenn es so funktioniert, wie Apple gezeigt hat.

Die Taste lässt sich übrigens physisch drücken und hat obendrein haptisches Feedback. Es ist also wie bei einer »richtigen« Kamera möglich, den Fokus festzulegen, indem man die Taste halb durchdrückt. 

Ich bin mir sicher, dass die neue Kamerasteuerung einen großen Teil dazu beitragen wird, wie viel Spaß es machen wird, mit dem iPhone 16 zu fotografieren. 

Bei Android gibt es schon einige Hersteller, wie zum Beispiel Sony, die Handys mit einem dedizierten Auslöser anbieten – und es dürfen ruhig mehr werden. 

24 Megapixel-Modus

Die Hauptkamera besitzt einen Bildsensor mit 48 Megapixel. Mit Pixel-Binning erhaltet ihr 12 Megapixel-Fotos. Diese werden wiederum mit 48-Megapixel-Fotos verrechnet, um 24 Megapixel-Fotos zu generieren. Die Hauptkamera besitzt einen Bildsensor mit 48 Megapixel. Mit Pixel-Binning erhaltet ihr 12 Megapixel-Fotos. Diese werden wiederum mit 48-Megapixel-Fotos verrechnet, um 24 Megapixel-Fotos zu generieren.

Dieses Feature wurde schon beim iPhone 15 Pro gezeigt und trotzdem ist es eine Technologie, die noch immer nicht bei Android-Handys angekommen ist. 

Pixel-Binning bildet die Grundlage: Wenn euer Handy einen Bildsensor mit hoher Auflösung, wie zum Beispiel 48 oder 108 Megapixel besitzt, dann kommt eine Technik namens Pixel-Binning zum Einsatz. 

Ganz einfach ausgedrückt werden vier oder sogar acht Pixel zu einem zusammengefasst, um die Lichtempfindlichkeit zu erhöhen und um das Rauschverhalten zu verbessern. Das Ergebnis sind Fotos mit weniger Megapixel, die aber eine deutlich bessere Bildqualität haben. 

So funktioniert es: Aktiviert ihr beim iPhone 16 diesen 24-Megapixel-Modus, nimmt das Handy bei jedem Foto zwei Fotos gleichzeitig auf: eines mit 48 Megapixel und eines, das per Pixel-Binning auf 12 Megapixel heruntergerechnet wird. Anschließend werden beide miteinander verrechnet, was in sauberen 24 Megapixel-Fotos resultiert. 

Neben den gerade genannten zwei Features hat mich der Rest nicht wirklich vom Hocker gehauen. Trotzdem halte ich die Kamera des iPhone 16 für ein solides Gesamtpaket. (Bild: Apple) Neben den gerade genannten zwei Features hat mich der Rest nicht wirklich vom Hocker gehauen. Trotzdem halte ich die Kamera des iPhone 16 für ein solides Gesamtpaket. (Bild: Apple)

Die Vorteile des 24 Megapixel-Modus liegen auf der Hand:

  • Eine höhere Auflösung gibt euch mehr Spielraum für digitale Vergrößerung
  • Mehr Details dank höherer Auflösung
  • Kleinere Dateien, als bei 48 Megapixel-Fotos 

Pixel-Binning ist eine der wichtigsten Technologien, die dafür sorgen, warum unsere Handys heutzutage so gute Fotos schießen können. Der Nachteil war allerdings schon immer, dass die Fotos deswegen eine geringe Auflösung haben. Mit dem 24 Megapixel-Modus wird dieser Nachteil aus der Welt geschaffen. 

Auch bei diesem Feature hoffe ich weiterhin, dass es seinen Weg auch auf anderen Smartphones finden wird.

Ich bin froh darüber, dass Apple sich dazu entschieden hat, diese zwei Features auch auf den günstigeren iPhone 16-Modellen verfügbar zu machen. Sie sind meiner Meinung nach die wichtigsten Fotografie-Features der neuen Handys.

Solltet ihr mehr Zoom benötigen, bleibt euch natürlich nur der Griff zu einem Pro-Handy. Immerhin haben jetzt sowohl das iPhone 16 Pro als auch das Pro Max eine Tetraprism-Linse. 

Was haltet ihr von den neuen Fotografie-Features der neuen iPhones? Was war euer persönliches Highlight? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! 

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