Das beste Feature vom iPhone 17, über das viel zu wenige sprechen – ich wünsche es mir für jedes Handy

Wie sagt man so schön? »Be there or be square«. In diesem Fall: lieber Square.

Ausgerechnet die Frontkamera ist für mich das spannendste Feature des iPhone 17. (Bildquelle: Apple) Ausgerechnet die Frontkamera ist für mich das spannendste Feature des iPhone 17. (Bildquelle: Apple)

Das iPhone 17 – Überflieger, All-Rounder und Bestseller. Kein Handy hat sich im ersten Quartal von 2026 besser verkauft. 

Es wundert mich auch nicht. Apple hat das Handy ordentlich ausgestattet. 120 Hz, eine starke Hauptkamera mit haptischen Auslöser, schön pastellige Gehäusefarben, viel Leistung und lange Akkulaufzeit. 

Für die meisten, vor allem jene, die schon jahrelang Apple-Smartphones verwenden, ist das iPhone 17 der perfekte Alleskönner.

Eine Sache macht es jedoch besonders, und es ist ein Feature, das ich mir schon seit Jahren für Smartphones und Kameras gewünscht habe: ein quadratischer Bildsensor.

Duy Linh Dinh
Duy Linh Dinh

Schon als Kind hatte Technik und Videospiele eine besondere Anziehungskraft auf Linh. Seine erste Konsole war die NES, das Nintendo Entertainment System. Er erinnert sich noch gut daran, wie er in die Mario-Kasette gepustet hat, damit das Spiel ordentlich startet. Sein erster PC war ein Rechner mit Windows 95, auf dem er Moorhuhn gespielt hat.

Diese Leidenschaft trägt er bis heute und so kam er bei Gamestar Tech an. Wenn Linh gerade nicht mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich seinen anderen Leidenschaften: Breakdance, Tricking, Fotografie und Fighting Games.

Center Stage: Mein Highlight des iPhone 17

Die iPhone-17-Reihe verfügt über eine sogenannte »Center Stage«-Frontkamera. Hinter dem Apple-typischen Marketing-Begriff verbirgt sich einfach ausgedrückt ein quadratischer Bildsensor. 

Die meisten Bildsensoren von heute verfügen über Seitenverhältnisse, die wir von Bildschirmen und Druckformaten kennen, wie etwa 4:3 oder 3:2 – ergibt ja Sinn, weil wir die Welt auch eher horizontal wahrnehmen.

Warum verbaut Apple also einen 1:1-Sensor in der Frontkamera der iPhone-17-Handys? Das hat gleich mehrere Vorteile:

Maximale Flexibilität ohne Pixelschwund: Da der Sensor quadratisch ist, können Software und Nutzer völlig frei entscheiden, welches Bildformat am Ende herauskommt. Egal ob 16:9 für YouTube, 3:2 für den klassischen Fotodruck oder 9:16 für Social Media: das iPhone schneidet das gewünschte Format einfach aus der Mitte des Quadrats aus. 

Der Clou: Da der Sensor in alle Richtungen gleich viel Spielraum bietet, bleibt der Auflösungsverlust im Vergleich zu einem herkömmlichen Rechteck-Crop minimal. 

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Querformat im Hochformat: Durch den quadratischen Bildsensor ist es nicht notwendig, die Kamera beziehungsweise das Handy zu drehen, um ein horizontales Foto oder Video aufzunehmen. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber es macht das Fotografieren so viel angenehmer. 

  • Systemkameras sind ergonomisch für das horizontale Fotografieren konzipiert. Zum Hochformat-Fotografieren müsst ihr sie nicht nur etwas unnatürlich von oben oder unten greifen, die Augenmuschel der Sucher passt auch nicht mehr perfekt. 
  • Handys eignen sich hingegen besser zum Fotografieren und Filmen im Hochformat. Im Querformat ist der Griff weniger stabil und oft ist der Touch-Auslöser etwas schwerer zu erreichen, ohne umgreifen zu müssen.

Mit einem quadratischen Sensor hält ihr die Kamera oder das Handy einfach so, wie ihr wollt, und fotografiert sowohl horizontal als auch vertikal ohne Kompromisse. 

Die Frontkamera besitzt zwar nur 18 Megapixel, was für heutige Verhältnisse gering klingt, aber die Auflösung ist absolut zweitrangig. (Bildquelle: Apple) Die Frontkamera besitzt zwar nur 18 Megapixel, was für heutige Verhältnisse gering klingt, aber die Auflösung ist absolut zweitrangig. (Bildquelle: Apple)

Motivverfolgung ganz ohne Gimbal: In Videoanrufen ist der quadratische Sensor die Basis für das namensgebende Feature: Center Stage. Da die Kamera mehr sieht, als sie im finalen Bild anzeigt, kann die Software euch im Hochformat-Modus verfolgen (Motivverfolgung oder auch »Subject Tracking«).

Wenn ihr euch also vor dem Bildschirm bewegt, schwenkt das Bild digital mit, ohne dass ihr das iPhone bewegen müsst. Ihr bleibt immer perfekt zentriert, ganz ohne Gimbal oder motorisiertem Stativ.

Quadratische Sensoren sollten der neue Standard sein

Wir müssen reden: Das klassische Querformat bei Bildsensoren ist im Jahr 2026 eigentlich ein Relikt vergangener Zeiten. Apple hat das mit dem iPhone 17 erkannt und ich hoffe inständig, dass die Branche jetzt aufwacht.

Der technische Flaschenhals (und warum Handys ihn ignorieren können)

Die Objektive von Systemkameras werden für rechteckige Sensoren gerechnet. Ein einfacher Umstieg auf quadratische Sensoren ist nicht einfach möglich. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die Objektive von Systemkameras werden für rechteckige Sensoren gerechnet. Ein einfacher Umstieg auf quadratische Sensoren ist nicht einfach möglich. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Machen wir uns nichts vor: Bei großen Systemkameras wird der Wechsel zum Quadrat schwierig. Die Optiken sind seit Jahrzehnten darauf berechnet, ein rechteckiges Feld auszuleuchten. Ein quadratischer Sensor würde hier schlicht schwarze Ränder (Vignettierung) provozieren.

Doch bei Smartphones und Kompaktkameras zählt dieses Argument nicht. Hier sind Linse und Sensor eine fest verbaute Einheit. Die Hersteller können die Optik von vornherein perfekt auf das Quadrat abstimmen. Das Ergebnis: Maximale Flexibilität ohne technische Nachteile.

Ein Blick über den Tellerrand: Wer es heute schon (fast) richtig macht

Die Lomo LC-A 120 (m.) schießt Fotos im 6x6-Format. Die Lomo LC-Wide (r.) erlaubt sogar das Fotografieren im Quadratformat mit handelsüblichen 35mm-Film. (Bildquelle: Lomography) Die Lomo LC-A 120 (m.) schießt Fotos im 6x6-Format. Die Lomo LC-Wide (r.) erlaubt sogar das Fotografieren im Quadratformat mit handelsüblichen 35mm-Film. (Bildquelle: Lomography)

Apple erfindet das Rad nicht neu, aber sie machen es massentauglich. Andere Vorreiter zeigen bereits, wie viel Spaß das Jonglieren mit Formaten machen kann:

  • Leica D-Lux 8: Diese Kompaktkamera besitzt einen Micro-Four-Thirds-Sensor mit 22 Megapixeln, von denen effektiv aber nur circa 17 Megapixel verwendet werden. Leica lässt zu jeder Seite des Sensors etwas Platz, um das Wechseln von Seitenverhältnissen ohne Auflösungsverlust zu ermöglichen. Die Kamera hat zum Umschalten dieser sogar einen physischen Schalter am Objektiv verbaut.
  • Fuji X Half: Das ist eine digitale Halbformat-Kamera, die Fotos im Hochformat schießt, wenn ihr sie im Querformat haltet. Ihr müsst die Kamera also nicht drehen, um Bilder zu machen, die sich perfekt für die Betrachtung auf Smartphones eignen – aber ihr müsst, wenn ihr horizontal fotografieren wollt. 
  • Die Analog-Nische: In der Welt der analogen Fotografie ist das quadratische Format längst eine Nische innerhalb der Nische. Es gibt Mittelformat-Kameras im 6x6-Format, wie die Lomo-LC-A 120 oder Sofortbildkameras, wie etwa die Fujifilm Instax SQ1.

Die Technik-Geschichte lehrt uns: Apple ist selten der Erste, aber sie sind oft diejenigen, die einen Trend zum Standard machen. Wenn Oppo bereits an einem 100-Megapixel-Quadrat-Sensor schraubt, ist das erst der Anfang.


Passend zum Thema Fotografie: Ich war mir sicher, dass ich das perfekte Objektiv für meine Kamera schon gefunden habe – aber jetzt habe ich eine noch bessere Alternative


Meine Prognose: In zwei Jahren werden wir uns fragen, warum wir jemals unsere Handgelenke verrenkt haben, um ein Video im Querformat aufzunehmen. Der quadratische Sensor ist die Zukunft. Er nimmt uns die Entscheidung ab, wie wir das Handy halten müssen, und lässt uns stattdessen entscheiden, wie wir die Welt sehen wollen.

Es wird Zeit, dass das Quadrat aus der Nische ausbricht und zum neuen Standard wird – nicht nur beim iPhone.

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