Die US-amerikanische Schauspielerin Q’orianka Kilcher verklagt den weltberühmten Filmregisseur James Cameron und Disney. Der Vorwurf lautet, dass Cameron das Gesicht der damals 14-jährigen Schauspielerin für die Avatarfilme genutzt haben soll.
Schauspielerin soll Vorlage für Neytiri gewesen sein
Laut Variety soll Cameron ein Bild der Schauspielerin aus dem Film »The New World«, in dem sie Pocahontas spielte, in einer Zeitschrift gesehen haben und dann auf Grundlage dieses Fotos eine erste Zeichnung von Neytiri aus Avatar angefertigt haben.
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2010 habe Kilcher den Regisseur bei einem Event getroffen, der ihr in der Folge die Zeichnung als Geschenk vermacht haben soll, zusammen mit einer handschriftlichen Notiz:
»Deine Schönheit war meine frühe Inspiration für Neytiri. Schade, dass du gerade einen anderen Film gedreht hast. Beim nächsten Mal.«
Dass die Klage jetzt eingereicht wurde, hat auch damit zu tun, dass Cameron 2025 in einem Video selbst zugegeben hat, dass Kilcher die Inspiration für Neytiri war. Arnold P. Peter, einer der Anwälte von Kilcher, beschreibt das Vorgehen deutlich weniger romantisch:
»Was Cameron getan hat, war keine Inspiration, sondern Ausbeutung. Er hat die einzigartigen biometrischen Gesichtsmerkmale eines 14-jährigen indigenen Mädchens genommen, sie einem industriellen Produktionsprozess unterzogen und damit Milliarden von Dollar Gewinn erzielt, ohne sie auch nur ein einziges Mal um Erlaubnis zu bitten. Das ist kein Filmemachen, sondern Diebstahl.«
Die Schauspielerin selbst wird dabei folgendermaßen zitiert:
»Es ist zutiefst beunruhigend zu erfahren, dass mein Gesicht als 14-jähriges Mädchen ohne mein Wissen oder meine Zustimmung aufgenommen und verwendet wurde, um ein kommerzielles Produkt zu schaffen, das für Disney und Cameron einen enormen Gewinn erbracht hat.«
Der Fall erhält besondere Brisanz durch die Entwicklungen der letzten Jahre rund um Deepfakes und KI-generierte Bilder und Videos. Disney und James Cameron haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Ich habe Avatar 3: Fire and Ash schon gesehen und finde ihn sehr … seltsam
Die Klage zielt auf Schadenersatz und Strafschadenersatz, die Herausgabe der Gewinne, die durch die Nutzung von Kilchers Bildnis erzielt wurden, eine Unterlassungsverfügung sowie eine korrigierende öffentliche Bekanntmachung ab. Wie realistisch eine Verurteilung ist, kann aktuell kaum seriös eingeschätzt werden.
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