Japanische Stadt will die Smartphone-Zeit auf zwei Stunden täglich reduzieren, um die Schlafgesundheit der Bürger und Kinder zu verbessern

Die Verordnung ist schon in Kraft, wird aber nicht aktiv durchgesetzt.

Eine neue Verordnung in Toyoake soll dafür sorgen, dass gerade Teenager weniger Zeit am Smartphone hängen. (Bildquelle: Masakazu Tokashiki, Adobe Stock) Eine neue Verordnung in Toyoake soll dafür sorgen, dass gerade Teenager weniger Zeit am Smartphone hängen. (Bildquelle: Masakazu Tokashiki, Adobe Stock)

In der japanischen Stadt Toyoake in der Präfektur Aichi ist am 1. Oktober 2025 eine Verordnung in Kraft getreten, die die Nutzung von Geräten wie Smartphones und Spielkonsolen auf zwei Stunden täglich beschränken soll.

Verordnung kommt ohne Strafen und Kontrollen aus

Wie das japanische Nachrichten-Medium NHK im September kurz nach der Abstimmung berichtet, gilt die Verordnung für alle Einwohner unter 18 Jahren. Die Nutzung für die Arbeit, das Studium oder Hausarbeiten ist in den zwei Stunden nicht enthalten.

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Obendrein gibt es bestimmte Nutzungszeiten. Kleinkinder und Grundschüler dürfen das Internet nur bis 21 Uhr nutzen, alle anderen unter 18 Jahren bis 22 Uhr.

Was nach einem starken staatlichen Eingriff in den Alltag klingt, scheint in der Realität deutlich weniger dramatisch. Die Verordnung enthält nämlich keine Durchsetzungsbefugnisse oder Strafen, es ist also niemand daran gebunden.

Vielmehr geht es dem Stadtrat darum, mit der Verordnung ein Zeichen zu setzen und möglicherweise einen Denkanstoß zu liefern. Eine übermäßige Nutzung von Smartphones, Tablets und Spielkonsolen könne demnach gesundheitliche Folgen wie Schlafentzug haben und sich negativ auf das häusliche Umfeld auswirken.

Die Verordnung soll also vor allem Eltern dazu anregen, sich Gedanken über das Thema zu machen und es möglicherweise mit ihren Kindern zu besprechen. »Es ist offiziell verboten« könnte zudem ein gutes Argument sein, um Kinder vom Bildschirm loszueisen.

Masanori Kouki, der Bürgermeister von Toyoake, sprach zudem davon, dass es sich bei den zwei Stunden nur um einen Richtwert handele. Er sei nicht gegen Smartphones, soziale Medien oder Videospiele an sich, möchte aber auf die Gesundheitsrisiken von übermäßiger Nutzung hinweisen.

Es gibt aber auch Mitglieder des Stadtrats, die dagegen gestimmt haben und der Meinung sind, dass die Kindererziehung Privatsache sei. Kinder, die zu Hause oder in der Schule keinen Anschluss fänden, würden zudem oft online ein Zugehörigkeitsgefühl entwickeln, dass ihnen ein solches Verbot wieder wegnehmen könnte.

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