Ich teste seit Jahren Saugroboter: Mein Fazit zum JONR X9 Pro nach 4 Wochen im harten Familienalltag

Der JONR X9 Pro wischt gut und kommt mit Tierhaaren klar – doch der Saugroboter hat auch klare Schwächen. Nach vier Wochen im Alltagstest ziehe ich Bilanz.

Der JONR X9 Pro im Test: Ein guter Saug- und Wischroboter für Einsteiger? Der JONR X9 Pro im Test: Ein guter Saug- und Wischroboter für Einsteiger?

Wer sich zum ersten Mal einen Saugroboter zulegt, stellt sich das vielleicht so vor: einfach einschalten und nie wieder ans Putzen denken. Die Realität sieht dann oft anders aus – irgendwo bleibt doch ein Krümelchen liegen, das wieder von Hand nachgewischt werden muss.

Nach über 20 Tests weiß ich: Selbst Premiumgeräte jenseits der 1.000-Euro-Marke erfüllen den Wunsch nach höchstem Komfort nicht immer. Wie sieht es dann bei budgetfreundlicheren Modellen wie dem JONR X9 Pro aus?

Die Specs stimmen schon mal: Er bietet 20.000 Pascal Saugkraft, eine ausfahrbare Wischwalze mit Frischwassersystem und eine KI, die über 200 Objekte erkennen soll. Doch reicht das?

Ich habe ihn vier Wochen lang bei mir zu Hause getestet – und dabei schnell gemerkt, wo seine Stärken und wo seine Grenzen liegen.

Transparenzhinweis: Der Hersteller hat mir den JONR X9 Pro für diesen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das hatte keinen Einfluss auf den Inhalt; es gab keine Vorgaben oder Vorabeinsichten.

JONR X9 Pro
JONR X9 Pro
Der JONR X9 Pro ist ein solider Saugroboter mit einer richtig guten Wischwalze, aber spürbaren Schwächen bei Ecken, Kanten und der Navigation in Grenzsituationen. Für Einsteiger und Haustierhaushalte ohne Hochflor-Teppich ist er trotzdem eine gute Wahl.
  • Ordentliche Wischleistung
  • Keine Probleme mit Tierhaaren
  • Einfache Einrichtung
  • Überwiegend zuverlässige Hinderniserkennung
  • Ausfahrbare Seitenbürste/Wischwalze
  • Sehr gute Selbstreinigung & -trocknung
  • Mäßige Ecken- und Kantenreinigung
  • Vereinzelt hakt die Navigation (Stuhlbeine, Kabel)
  • Kein Reinigungsmitteltank, kaum Zubehör
  • Mäßige Saugleistung auf hohen Teppichen
  • Wirres, teils unseriöses Preis-Auftreten des Herstellers
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Erster Eindruck: Kompakt, aber mit Turm

Die Station des X9 Pro fällt mit rund 46 x 35 x 43 Zentimetern angenehm klein aus. Der Roboter selbst misst 35 Zentimeter im Durchmesser, ist mit 11 Zentimetern Höhe aber im Jahr 2026 mittlerweile überdurchschnittlich hoch – Schuld daran ist der feste LiDAR-Turm auf der Oberseite, der sich nicht einfahren lässt.

Die Station ist schick und schön kompakt. Die Station ist schick und schön kompakt.

Für alle mit richtig niedrigen Möbeln ist das relevant: Unter ein normales Sofa oder Bett passt der X9 Pro problemlos, unter besonders flache Couches oder TV-Boards eher nicht.

Verarbeitung und Haptik wirken für die Preisklasse solide, nichts klappert oder knarzt. Im Lieferumfang steckt allerdings außer einer Bedienungsanleitung nichts, kein Ersatzbeutel, kein Reinigungsmittel (wofür es ohnehin kein Fach in der Station gibt), kein zusätzliches Zubehör.

Die Einrichtung über die Xiaomi Home App (eine eigene JONR-App gibt es nicht) lief bei mir zügig und ohne Probleme. Ein Benutzerkonto wird jedoch wie immer vorausgesetzt.

💡 Wissenswertes zum Test
Technische Daten
EigenschaftSpezifikation
Saugkraft20.000 Pa
Bauhöhe11 cm (LiDAR-Turm fest verbaut)
Durchmesser Roboter35 cm
Akku5.200 mAh, laut Hersteller bis zu 200 m²
Frischwassertank4 l
Schmutzwassertank3,2 l
Staubbeutel2,5 l, bis zu 60 Tage
WischsystemAusfahrbare Wischwalze, 16-Düsen-Frischwassersprühsystem
SelbstreinigungWarmwasser + Warmlufttrocknung
NavigationLDS-Laser + KI-Kamera, bis zu 200 erkannte Objekttypen laut Hersteller
WLANNur 2,4 GHz
App / SprachsteuerungXiaomi Home App, Alexa, Google Assistant
Regulärpreis (Herstellerangabe)899 Euro
Wie ich Saugroboter teste

Ich habe den JONR X9 Pro für einen Zeitraum von vier Wochen in der unteren Etage meines Einfamilienhauses auf die Probe gestellt, um seine Alltagsleistung zu bewerten.

Testumgebung: 38 Quadratmeter Reinigungsfläche (von insgesamt 66 Quadratmeter).

Böden: Hauptsächlich Fliesen und PVC sowie niedrigflorige Teppiche.

Besondere Herausforderungen: Haushalt mit einem 5-jährigen Kind (Krümel, Spielzeug) und einer Katze.

Saugleistung: Für die Bewertung der Saugleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Mehl, Haferflocken sowie Katzentrockenfutter verteilt. Darüber hinaus habe ich jeweils eine Handvoll Katzenhaare auf Fliesen und Teppich drapiert.

Wischleistung: Für die Bewertung der Wischleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Milch, Saft und Kaffee verteilt und diese in einem zweiten Durchgang eintrocknen lassen.

Wischen: Die klare Stärke des X9 Pro

Beim Wischen überzeugt der JONR X9 Pro. Die Wischwalze wird während der Fahrt kontinuierlich mit frischem Wasser besprüht und ist ausfahrbar, sodass auch um Stuhlbeine und andere Hindernisse herum gut gereinigt wird.

Bei mir hat das bei Alltagsflecken auf Laminat zuverlässig und streifenfrei funktioniert, auch größere Mengen verschütteter Flüssigkeit waren nach einem Durchgang restlos weg. Eingetrocknete Flecken schafft der X9 Pro aber nur bedingt – Kaffeereste vom Vortag polierte er nicht restlos weg.

Die Station übernimmt danach die Wäsche der Walze mit Warmwasser und trocknet sie anschließend richtig durch – nach vier Wochen hat sich bei mir kein unangenehmer Geruch eingestellt. Das ist super.

Eine Einschränkung gibt es bei Teppichen: Der X9 Pro erkennt sie zuverlässig und hebt die Wischwalze rechtzeitig an. Weil er dabei aber keine Schutzkappe über die Rolle fährt, würde ich ihn eher für niedrige, kurzflorige Teppiche empfehlen. Bei Hochflor streift die angehobene, nasse Walze unweigerlich den Teppich.

Die Wischwalze kann ausgefahren werden – ideal für Kanten. Die Wischwalze kann ausgefahren werden – ideal für Kanten.

Saugen und die Sache mit den Ecken

20.000 Pa Saugkraft sind 2026 nicht mehr besonders viel – Spitzenmodelle bieten über 35.000 Pascal. Trotzdem ist die Saugleistung im Alltag für saubere bis mäßig dreckige Haushalte ausreichend. Gerade Staub und vereinzelte Krümel sind kein Problem.

Bei stärkerer Verschmutzung kommt der X9 Pro aber an seine Grenzen. Und hier wird es kompliziert. Zwar erkennt der Robo groben Schmutz wie Katzentrockenfutter und erhöht bei Bedarf automatisch seine Saugleistung und drosselt die Geschwindigkeit der Seitenbürste.

Bei kleineren Krümelchen wie Haferflocken tut er das aber nicht. Hier neigt die ausfahrbare Seitenbürste dazu, den Schmutz eher wegzuschleudern, statt sie in Richtung Saugöffnung zu befördern. Das wird vor allem in Ecken und an Kanten deutlich.

Daher empfehle ich, in den Reinigungsroutinen der App die besonders gründliche Reinigung zu aktivieren. Dann fährt der X9 Pro die Route mehrfach ab.

Vorher Nachher Vorher Nachher

Die Kantenreinigung könnte besser sein. Die Seitenbürste schleudert feinen Schmutz.

Um Ecken restlos sauber zu bekommen, sind mehrere Durchgänge nötig. Um Ecken restlos sauber zu bekommen, sind mehrere Durchgänge nötig.

Mit Tierhaaren hatte ich dagegen überhaupt keine Probleme – unsere Katzen-Oma hinterlässt bei uns regelmäßig einen unsichtbaren Haarteppich, den der X9 Pro zuverlässig aufgenommen hat, ohne dass sich die Bürste verheddert hätte.

Hinderniserkennung & Navigation: Solide, aber mit ein paar Aussetzern

Bei größeren Hindernissen wie Schuhen oder Spielzeug fährt der X9 Pro erstaunlich nah heran, ohne anzustoßen.

Kleinere Gegenstände wie ein Matchbox-Auto werden teilweise erkannt und mit dem Seitenbürstenarm sanft angetastet, höchstens ein Stück beiseitegeschoben, jedoch nicht meterweit mitgeschleift. Das ist gut gelöst.

Stromkabel umfährt der JONR X9 Pro zu 95% zuverlässig. Stromkabel umfährt der JONR X9 Pro zu 95% zuverlässig.

Insgesamt würde ich die Hinderniserkennung als befriedigend einstufen.

Ein Stromkabel im Raum wurde zuverlässig mit ausreichend Abstand umfahren. Einmal hat sich der Roboter aber unter dem Sofa an einem Kabel verheddert und dabei eine Steckverbindung meiner Lampe gelöst. Seitdem ist das nicht wieder passiert; wer auf Nummer sicher gehen will, kann in der App eine Sperrzone einrichten.

Meine verstrebten Stuhlbeine wurden dem JONR X9 Pro mehrfach zum Verhängnis. Meine verstrebten Stuhlbeine wurden dem JONR X9 Pro mehrfach zum Verhängnis.

An unseren stark verstrebten Tischbeinstühlen hat sich der X9 Pro in den vier Testwochen drei- bis viermal festgefahren. Die sind für Saugroboter aber auch wirklich fies. Es half, einen Stuhl beiseite zu schieben, um mehr Platz zum Rangieren zu schaffen.

Auch die Wegfindung war nicht immer nachvollziehbar: Unser Flur hat zwei Zugänge, einen von der Küche und einen vom Wohnzimmer. Einmal verweigerte der Roboter die Reinigung einer Stelle nahe des Wohnzimmer-Zugangs, obwohl der Weg komplett frei war – er fuhr konsequent nur über die Küche. Beim nächsten Durchlauf klappte es dann wieder ganz normal.

Alltagstauglichkeit: Für wen sich der X9 Pro eignet

Im Alltag lief der X9 Pro bei mir meist nach Zeitplan, ohne dass ich eingreifen musste. Etwas laut ist er dabei schon – sowohl beim Saugen als auch bei der Selbstreinigung mit Warmlufttrocknung fällt er im Vergleich zu leiseren Modellen auf.

Wer einen Roboter sucht, der komplett eigenständig entscheidet, wann und wie er reinigt, wird beim X9 Pro nicht fündig.

Es gibt zwar KI-gestützte Einstellungen für Hinderniserkennung und Fleckenentfernung sowie eine Kartenfunktion, die Reinigungsmodi vorschlagen kann – einen echten, vollautonomen KI-Modus im Sinne von kümmere dich einfach um alles gibt es aber nicht. Einen spürbaren Unterschied durch die Vorschlagsfunktion habe ich in vier Wochen nicht bemerkt.

Ein Wort noch zum Preis, der bei JONR erstaunlich verwirrend ausfällt: Auf der Hersteller-Website steht aktuell ein Preis von über 1.300 Euro, die UVP beträgt jedoch laut Datenblatt 900 Euro, Amazon listet das Modell für 630 Euro (unabhängig von Angeboten). Dieser Preis ist fair, 1.300 Euro sind es nicht.

Wer einen günstigeren Saugroboter mit ähnlichem Wischwalzen-Konzept sucht, findet zum Beispiel im Ecovacs Deebot X8 Pro Omni mittlerweile eine Alternative für unter 600 Euro.

Noch mehr gute Alternativen findet ihr in unserer Kaufberatung der besten Saugroboter 2026.

JONR X9 Pro
JONR X9 Pro
Saugroboter mit Wischwalze, 20.000 Pa Saugkraft und kontinuierlicher Selbstreinigung

Mein Fazit

Für wen lohnt sich der X9 Pro:

  • Wer in die Saugroboter-Welt einsteigt und nicht mehr als 650 Euro ausgeben will
  • Wer niedrige bis kurzflorige Teppiche hat
  • Wer Wert auf eine kleine, kompakte Station legt

Für wen nicht:

  • Wer besonders niedrige Möbel hat (Turm nicht einfahrbar)
  • Wer Hochflor-Teppiche besitzt
  • Wer maximale Saugkraft oder Navigation auf Oberklasse-Niveau erwartet
  • Wem eine besonders gründliche Ecken- und Kantenreinigung wichtig ist

Der JONR X9 Pro ist ein guter, solider Saugroboter mit einzelnen Schwächen – die Wischwalze überzeugt, die Kantenreinigung und ein paar Navigations-Aussetzer trüben das Bild.

Für Einsteiger und Haustierhaushalte ohne Hochflor-Teppich ist das beim aktuellen Straßenpreis um 600 Euro ein ordentliches Angebot, bei dem man nicht viel verkehrt macht. Doch die Konkurrenz ist riesig und es lohnt sich ein Blick auf Alternativen.


Kommentare(1)
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