Von wegen, es gibt keine Alternative zu Google: Ich habe eine neue Suchmaschine ausprobiert und bin begeistert, aber sie kostet Geld

Goolge will eure Daten, Kagi euer Geld. Was ist besser?

Eine gute Alternative für Google ist schwierig zu finden, doch habe (Bildquelle: GameStar Tech – Jan Stahnke | Google) Eine gute Alternative für Google ist schwierig zu finden, doch habe (Bildquelle: GameStar Tech – Jan Stahnke | Google)

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber meine Beziehung zu Google ist aktuell auf einem Tiefpunkt. Früher war es ein praktisches Tool zur Internetsuche, das ich immer als selbstverständlich hinnahm. 

Heute fühlt es sich eher nach einem überfüllten Marktplatz an, statt nach einem gemütlichen Laden, in dem ich stöbern kann: Überall Verkaufslinks, SEO-Spam und KI-Boxen, die mir Dinge erklären wollen, nach denen ich gar nicht gefragt habe.

Deshalb teste ich gerade Kagi, eine Alternative zu Google. Doch anders als viele andere Konkurrenten will Kagi mehr als nur ein Bing-Reskin sein.

Das Konzept: keine Werbung, kein Tracking, bessere Ergebnisse – aber es kostet monatlich Geld. Ich habe jetzt rund ein Drittel meiner 100 kostenlosen Test-Anfragen durch und ich bin nach meinen ersten Gehversuchen vorsichtig begeistert.

Das Ende der Reizüberflutung im Google-Feed

Der erste Aha-Moment: Nach der ersten Suche fällt mir direkt auf, dass die Ergebnisse bei Kagi angenehm »nackt« sind.

Keine gesponserten Anzeigen, die sich als echte Ergebnisse tarnen, keine endlosen Reihen an Shopping-Vorschlägen. Es ist einfach eine übersichtliche Liste mit Links, die (meistens) tatsächlich relevant sind.

Links seht ihr Google und rechts Kagi. Der Unterschied ist enorm. Während Google mich regelrecht mit Shopping-Links zukleistert, zeigt mir Kagi vernünftige Ergebnisse. (Bildquelle: GameStar Tech – Jan Stahnke) Links seht ihr Google und rechts Kagi. Der Unterschied ist enorm. Während Google mich regelrecht mit Shopping-Links zukleistert, zeigt mir Kagi vernünftige Ergebnisse. (Bildquelle: GameStar Tech – Jan Stahnke)

Eines meiner Highlights ist momentan die Domain-Kontrolle.

Kennt ihr das, wenn eine bestimmte Seite ständig in euren Ergebnissen auftaucht, die ihr aber absolut nicht gebrauchen könnt? Bei mir wäre Pinterest ein Klassiker. Bei Kagi könnt ihr Domains mit zwei Klicks folgendermaßen anpassen:

  • Aufstufen: Damit sie öfter oben erscheinen.
  • Abstufen: Damit sie nach unten wandern.
  • Blockieren: Damit sie für immer aus eurem digitalen Sichtfeld verschwinden.
  • Anheften: Damit sie immer oben erscheint.

Neben der eigenen Domain-Kontrolle könnt ihr Webseiten auch als »minderwertigen KI-generierten Müll« melden. Harte Worte von Kagi, aber ich denke, vielen spricht das aus der Seele. Neben der eigenen Domain-Kontrolle könnt ihr Webseiten auch als »minderwertigen KI-generierten Müll« melden. Harte Worte von Kagi, aber ich denke, vielen spricht das aus der Seele.

Zurück zu den Wurzeln (im guten Sinne)

Kagi bietet eine Reihe von Filtern, die mich fast schon nostalgisch machen. Land, Zeitraum und die sogenannten Linsen (Lenses) lassen sich blitzschnell umschalten. 

Was sind Linsen? So nennt Kagi bestimmte Filter, die euch erlauben, eure Suchanfragen auf bestimmte Eigenschaften zu reduzieren, beispielsweise auf PDFs oder Forenbeiträge. Ihr wählt sie einfach über ein Dropdown-Menü unter der Suchleiste aus.

Die erweiterte Suche erlaubt euch detaillierte Suchanfragen per grafischer Oberfläche:

Die erweiterte Suche: Wer die alten Google-Suchoperatoren vermisst, die dort entweder im Untermenü begraben oder ganz gestrichen wurden, wird sich hier sofort zu Hause fühlen. Die erweiterte Suche: Wer die alten Google-Suchoperatoren vermisst, die dort entweder im Untermenü begraben oder ganz gestrichen wurden, wird sich hier sofort zu Hause fühlen.

Dazu kommen moderne Spielereien, die tatsächlich funktionieren:

  • Podcast-Suche: Eine eigene Ansicht für Audio-Inhalte. Extrem praktisch im Alltag.
  • Schnellzusammenfassung: Eine KI fasst Inhalte kurz zusammen, ohne sich dabei so penetrant in den Vordergrund zu drängen wie Googles KI-Overviews.

Wo ist der Haken?

Das Design ist – um es diplomatisch auszudrücken – gewöhnungsbedürftig. Die Schriftarten und Zeilenabstände wirken auf mich etwas unruhig und unübersichtlich. Hier muss man definitiv Zeit in die Anpassung stecken (was Kagi glücklicherweise erlaubt).

Und dann ist da noch der Index. Google ist und bleibt das größte Archiv der Welt. Wenn ich nach extremen Nischenthemen oder einem 15 Jahre alten Foreneintrag suche, hat Google meistens noch die Nase vorn.

Für geschätzte 95 Prozent meiner bisherigen Suchen reicht Kagi aber völlig aus.

Was kostet der Spaß?

Kagi ist kein Schnäppchen. Nach den 100 kostenlosen Suchen müsst ihr euch entscheiden:

  • Starter (5 Euro/Monat): Rund 300 Suchen inklusive (danach wird's teurer).
  • Professional (10 Euro/Monat): Unlimitierte Suchen.
  • Ultimate (25 Euro/Monat): Für Power-User mit Zugriff auf die neuesten KI-Modelle wie GPT-5.2 oder Claude 4.5.

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Mein vorläufiges Fazit

20 bis 30 Suchanfragen sind noch nicht allzu viel, weswegen ich mich mit einem finalen Fazit erstmal zurückhalte. Ich kann aber so viel verraten:

Kagi zu nutzen, ist nicht nur praktisch, sondern macht auch noch Spaß. Es hat etwas tief Befriedigendes, eine Webseite aus den Suchergebnissen zu verbannen, die mich schon immer gestört hat.

Ist es den Preis wert? 10 Euro im Monat für eine werbefreie, saubere Suche klingt erst mal viel. Aber wenn ich bedenke, wie viel Zeit und Nerven mich schlechte Suchergebnisse kosten, könnte es das wert sein.

Ich denke außerdem über die günstigere Variante für 5 Euro im Monat nach. Da ich gerne andere Suchmaschinen wie Perplexity nutze, könnten 300 Anfragen im Monat genug sein.


Mehr zu Perplexity findet ihr hier: Perplexity ersetzt bei manchem schon heute die Google-Suche - zusammen mit Nvidia soll die KI jetzt noch besser werden


Vor allem die Möglichkeiten zur Anpassung, Optimierung und Filterung sind besonders verlockend, da ich das bisher nicht von anderen Suchmaschinen gewohnt bin.

Ich werde meine restlichen Frei-Anfragen aufbrauchen und dann entscheiden, ob Kagi ein neuer täglicher Begleiter wird.

Falls ich euer Interesse ein wenig wecken konnte, schaut es euch gerne mal an und schreibt in die Kommentare, was ihr davon haltet. Ihr habt ja ohnehin 100 kostenlose Anfragen zu eurer Verfügung.

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