IBM wollte 7.800 Mitarbeiter entlassen, um sie durch KI zu ersetzen. Sie haben aber nicht damit gerechnet, am Ende mehr Mitarbeiter zu haben als vorher – wegen der KI

Ein Beispiel, dass zeigt, wie KI ein zweischneidiges Schwert sein kann, nicht zuletzt aus Sicht der Arbeitnehmer.

Bei IBM übernehmen intern vermehrt KI-Chatbots die Aufgaben von menschlichen Mitarbeitern. (Bild: stock.adobe.com - monticellllo, Pix) Bei IBM übernehmen intern vermehrt KI-Chatbots die Aufgaben von menschlichen Mitarbeitern. (Bild: stock.adobe.com - monticellllo, Pix)

Als der KI-Boom Anfang 2023 so richtig ins Rollen gekommen ist, hat der IBM-CEO Arvind Krishna die Möglichkeit gesehen, etwa 30 Prozent der Belegschaft beziehungsweise 7.800 Stellen durch künstliche Intelligenz zu ersetzen und Neueinstellungen deshalb pausiert.

Das berichtete damals Bloomberg (hinter einer Paywall).

Über zwei Jahre später gab Krishna nun gegenüber dem Wall Street Journal an, dass sich die Gesamtzahl der Belegschaft in dieser Zeit sogar vergrößert hat, statt sich zu verkleinern, wenn auch in anderen Dimensionen als zunächst von ihm gedacht.


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Im Detail:

  • In dem Bericht des WSJ heißt es, dass IBM einige hundert Mitarbeiter durch KI ersetzt hat und nicht mehrere tausend, wie noch Anfang 2023 von Krishna geschätzt.
  • IBM nutzt KI unter anderem im Personalwesen über das eigene Tool AskHR. Der entsprechende KI-Agent soll 94 Prozent der Aufgaben automatisiert habe, wie es bei cio.com heißt. Dazu zählen etwa Aufgaben wie das Bearbeiten von Urlaubsanträgen oder die Abwicklung von Lohnabrechnungen.
  • KI kommt bei IBM in über 70 Geschäftsbereichen zum Einsatz und soll eine Produktivitätssteigerung im Bereich von 3,5 Milliarden Dollar ermöglicht haben, so IBMs CTO Lee Ji-eun gegenüber cio.com.

Doch statt weniger Menschen zu beschäftigen, sind es bei IBM laut Krishna trotz KI-Tools mehr geworden, was er folgendermaßen erklärt:

Während wir innerhalb von IBM sehr viel Arbeit in die Nutzung von KI und Automatisierung bestimmter Unternehmensabläufe gesteckt haben, ist unsere Gesamtbeschäftigung sogar gestiegen, weil man dadurch mehr Investitionen in anderen Bereichen tätigen kann.

Dazu zählen die Softwareentwicklung, der Vertrieb und das Marketing, weil hier eine Art kritisches Denken erforderlich sei und der zwischenmenschliche Austausch, statt reine Prozessarbeiten durchzuführen, so Krishna.

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KI als ein zweischneidiges Schwert

Aus Sicht des Unternehmens ist der Einsatz der KI damit größtenteils positiv zu bewerten, was für die Beschäftigten, die durch KI ersetzt wordensind, offensichtlich nicht gilt.

Neben dem Personalwesen nennt IBMs CTO auch die IT als einen wichtigen Bereich davon. Dort gibt es bei IBM das AskHR-Pendant namens AskIT. Dieser KI-Bot soll die Zahl von Anrufen und Chats des IT-Teams um stolze 70 Prozent reduziert haben, so Ji-eun.

Lasst uns gerne im passenden Foren-Thread zu diesem Artikel wissen, wie ihr über diese Zahlen und Aspekte denkt und ob ihr in eurem Beruf bereits Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt habt oder euch wegen KI sogar um eure Anstellung Sorgen macht.