Auf den ersten Blick schwimmen viele der größten Tech-Konzerne der Welt im Geld, doch das soll nur die halbe Wahrheit sein. Laut einer aktuellen Untersuchung japanischer Marktanalysten haben US-Firmen wie Amazon, Microsoft und Meta heimlich einen Extra-Schuldenberg in Höhe von rund 1,65 Billionen US-Dollar angehäuft.
Um den teuren Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz zu finanzieren, sollen die Unternehmen deutlich mehr Schulden aufgenommen haben als im Finanzbericht auf den ersten Blick ersichtlich ist.
Ein großer Teil dieser Verpflichtungen soll legal im Kleingedruckten der Finanzberichte versteckt sein.
0:30
Google Home Speaker: So sieht der neue KI-Assistent aus
Legal, aber gut versteckt: Der Trick mit den Fußnoten
Die Analyse von Nikkei Asia zeigt das Ausmaß des aktuellen KI-Wettrüstens eindrucksvoll auf. Rechnet man die Schulden von Alphabet (Google), Microsoft, Amazon, Meta und Oracle zusammen, kommt man nur bei den fünf Tech-Schwergewichten auf eine Gesamtverschuldung von rund 3 Billionen US-Dollar (etwa 2,62 Billionen Euro). Doch nur 1,35 Billionen Dollar sollen davon regulär in den Bilanzen auftauchen.
Die restlichen 1,65 Billionen Dollar seien in den Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht tief in den Fußnoten vergraben. Es soll sich vor allem um langfristige Leasingverträge für neue Rechenzentren sowie um Vorbestellungen für teure KI-Beschleuniger und Server, die noch gar nicht ausgeliefert wurden, handeln.
Nach US-Recht sei diese Art der Buchführung völlig legal, sie verzerre jedoch den ersten Eindruck, vor allem für private Anleger. Die »versteckten« Schulden sollen sich laut den japanischen Analysten in den letzten vier Jahren verachtfacht haben.
Meta und Oracle sind die Spitzenreiter
Zwei Konzerne stechen bei der Praxis besonders hervor. Meta, der Konzern von Mark Zuckerberg, trägt laut der Schätzung mit rund 420 Milliarden US-Dollar die größte versteckte Schuldenlast. Sie soll fast dreimal so hoch liegen, wie in der offiziellen Bilanz für das Geschäftsjahr 2026 ausgewiesen ist.
Bei Oracle sollen die versteckten Schulden in den letzten vier Jahren um das Dreißigfache auf rund 273 Milliarden US-Dollar angewachsen sein. Hintergrund sei hier vor allem das Stargate
-KI-Projekt, für das landesweit gigantische Rechenzentren angemietet worden seien.
Wall Street und Ratingagenturen sollen beunruhigt sein
Wie die Wirtschaftszeitung Nikkei Asia berichtet, wächst auch bei institutionellen Anlegern die Unruhe: So analysierte Morgan Stanley die Risiken der versteckten Schulden bereits detailliert in einem Investorenbericht, während die Ratingagentur Moody's schon im Februar davor warnte, dass die Verpflichtungen aus ungenutzten Leasingverträgen rasant ansteigen.
Mehr zum Thema KI: Ein unveröffentlichtes ChatGPT-Modell ist ausgebrochen und hat eine andere Firma angegriffen
Erste Konsequenzen gibt es bereits: Die renommierte Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von Oracle vor Kurzem bereits herabgestuft (von BBB auf BBB-). Damit liegt die Kreditwürdigkeit des Unternehmens nur noch eine Stufe vor der »nicht investitionswürdigen Bewertung«.
Für die großen KI-Unternehmen werde es immer entscheidender, zu zeigen, dass die Investitionen auch Gewinne abwerfen würden.


Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.