So gut wie ein Mensch? KI-Therapie zeigt überraschende Erfolge bei Depressionen

Eine Studie hat getestet wie erfolgreich ein »Therapiebot« in der Psychotherapie eingesetzt werden kann. Die überraschenden Ergebnisse und wo lieber der Mensch Hand anlegen sollte erfahrt ihr hier.

Die erste Studie mit einem Therapie-Chatbot zeigt schon sehr vielversprechende Ergebnisse. (Bildquelle: KI-generiert mit Adobe Firefly) Die erste Studie mit einem Therapie-Chatbot zeigt schon sehr vielversprechende Ergebnisse. (Bildquelle: KI-generiert mit Adobe Firefly)

Künstliche Intelligenz dringt in immer mehr Bereiche unseres Lebens vor. Nachdem gestern bekannt wurde, dass Apple wohl schon nächstes Jahr mehr KI in die Health-App integrieren wird, legt nun das Dartmouth College die erste Studie vor, welche die Wirksamkeit eines Therapie-Chatbots untersucht.

Die Erfolge, die die Wissenschaftler in der Pressemitteilung zur Studie verzeichnen, sind beachtlich:

Das ist der Inhalt der Studie:

  • Das AI and Mental Health Lab forscht seit 2019 an Therabot, einem Chatbot für Therapeianwendungen.
  • Therabot wurde auf einem eigenen Datenset trainiert, antwortet offen, aber ist auch darauf programmiert, Risikosituationen zu erkennen und im Zweifel an Menschen zu verweisen.
  • 210 Erwachsene mit Depressionen, Angststörungen und Essstörungen wurden über 8 Wochen begleitet, wobei eine Gruppe über vier Wochen vollen Zugriff auf Therabot hatte.
  • So sieht ein möglicher Chat mit Therabot aus:
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

Überraschende Ergebnisse bei der Therapie mit Chatbot

Die Studie zu Therabot zeigt vielversprechende Ergebnisse: Teilnehmer, die mit dem Chatbot interagierten, zeigten signifikante Verbesserungen ihrer Symptome.

Im Einzelnen berichten die Forscher:

  • Bei Depressionen sank die Symptomatik im Durchschnitt um 51 Prozent.
  • Angstwerte verminderten sich durchschnittlich um 31 Prozent.
  • Im Durchschnitt erlebten die Teilnehmer mit Esstörungen eine Verbesserung um 19 Prozent bei Sorgen bezüglich Körperbild und Gewicht.

Nicholas Jacobson, leitender Autor der Studie und außerordentlicher Professor für biomedizinische Datenwissenschaft und Psychiatrie an der Geisel School of Medicine betont, dass die Therapie durch Therabot zu vergleichbaren Ergebnissen führt wie herkömmliche ambulante Behandlungen:

Die Verbesserungen der Symptome, die wir beobachtet haben, sind vergleichbar mit den Ergebnissen traditioneller ambulanter Therapie, was darauf hindeutet, dass dieser KI-unterstützte Ansatz klinisch bedeutende Vorteile bieten könnte.

Besonders überrascht zeigen sich die Forscher darüber, wie gut die Patienten mit Therabot eine therapeutische Allianz bilden können. Die bezeichnet vereinfacht, ob Therapeut und Patient sich über ein Therapieziel einig sind und sich gegenseitig Vertrauen und Respekt entgegenbringen, um dieses Ziel zu erlangen.

Die Studie stellt fest, dass die Teilnehmer dem System zu einem Grad vertrauen und mit ihm kommunizieren konnten, der mit der Behandlung durch einen ausgebildeten Therapeuten vergleichbar ist.

Der menschliche Therapeut bleibt unersetzlich

Bill Gates prognostizierte im Februar dieses Jahres, dass Gesundheitsanwendungen seiner Ansicht nach in absehbarer Zeit von KI übernommen werden könnten. Gates spricht in diesem Zusammenhang lediglich von dem großen Wissen, das Künstliche Intelligenz anhäufen und reproduzieren kann.

Die Wissenschaftler des Dartmouth-Colleges ermahnen im Gegensatz dazu zur Vorsicht und betonen, dass der Einsatz von generativer KI in der psychischen Gesundheit weiterhin einer strengen Überwachung bedarf, insbesondere in Fällen von akuten Risiken wie Suizidgedanken.

Die Wissenschaftler betonen, dass Therabot keinen vollständigen Ersatz eines menschlichen Therapeuten darstellen kann, verweisen aber gleichzeitig auf ein generelles Problem:

Es gibt keinen Ersatz für persönliche Betreuung, aber es gibt bei weitem nicht genug Anbieter, um den Bedarf zu decken.

Auch in Deutschland müssen psychisch Erkrankte mitunter Monate auf einen Therapieplatz warten. Auch hier ist es vorstellbar, dass Technologien wie der Therabot für solche Wartezeiten die Situation von Betroffenen verbessern kann.

Was denkt ihr darüber? Könnt ihr euch vorstellen, dass die Therapie mit einem Chatbot sinnvoll sein kann? Schreibt uns eure Meinung und vielleicht auch Erfahrungen in die Kommentare!

zu den Kommentaren (4)

Kommentare(4)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.