Künstlicher Intelligenz wird auch im Bereich der Forschung ein transformatives Potenzial zugeschrieben. Forscher haben nun eine KI vorgestellt, die in Zukunft dabei helfen soll, die Zahl der für die Entwicklung von Wirkstoffen benötigten Versuchstiere zu verringern.
KI simuliert Versuchstiere
Entwickelt wurde die »genESOM« genannte KI von Forschern der Goethe-Universität Frankfurt und der Philipps-Universität Marburg in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP.
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Die KI wurde darauf trainiert, die Struktur kleiner Datensätze zu verstehen und simulieren zu können. So kann sie quasi neue Datenpunkte erstellen, die den erhobenen Daten entsprechen. In der Praxis bedeutet das, dass mithilfe der KI aus einer kleinen Versuchsprobe eine größere generiert werden kann.
Dadurch könnten in Zukunft zwischen 30 und 50 Prozent weniger Versuchstiere benötigt werden, um in der Arzneimittelentwicklung neue Wirkstoffe zu testen. Ganz ohne Tierversuche kommt die KI aber nicht aus, da sie nur mit ausreichend vorhandenen Daten arbeiten kann und nicht von Grund auf Daten erstellen kann.
Prof. Jörn Lötsch, Datenwissenschaftler und klinischer Pharmakologe an der Goethe-Universität, erklärt:
»Wir haben mittlerweile eine Reihe von Datensätzen ähnlich getestet und können heute sagen: Mit genESOM lässt sich die Zahl genutzter Tiere bei explorativen Forschungsfragen um 30 bis 50 Prozent reduzieren, und die Ergebnisse bleiben wissenschaftlich valide.«
Unendlich verkleinern lässt sich die Menge an Versuchstieren durch genESOM allerdings nicht, wie Lötsch weiter ausführt:
»Wenn man zu wenige Tiere ins Experiment aufnimmt und die Anzahl dann durch generative KI einfach ergänzt, könnte das Experiment wegen der Verstärkung von Zufallsbefunden sehr schnell wissenschaftlich wertlos werden.«
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KI kann solche Laborexperimente also nicht gänzlich ersetzen, aber immerhin dazu beitragen, dass weniger Tiere dafür genutzt werden müssen.
Alleine in Deutschland wurden laut dem Deutschen Tierschutzbund 2023 mehr als 3,5 Millionen Tiere in der Wissenschaft eingesetzt und dabei größtenteils getötet. Mäuse stehen dabei mit Abstand an erster Stelle.
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