Seit dem 30. November 2022 ist ChatGPT für die Öffentlichkeit verfügbar. Mittlerweile habe ich einiges mit dem Large Language Model (LLM) ausprobiert und erarbeitet, doch alles muss mal enden, richtig?
Richtig! Deswegen bin ich mittlerweile auf Claude umgestiegen und ihr solltet das auch tun – unter bestimmten Umständen.
Welche Gründe aus meiner Sicht klar für den Wechsel sprechen, schildere ich euch jetzt.
Claude statt ChatGPT: Kreativ muss die KI sein
Durch die allgegenwärtige Präsenz von ChatGPT in den Medien habt ihr vielleicht noch nichts von Claude gehört. Dabei handelt es sich um ein LLM von Anthropic, das ChatGPT sehr ähnlich ist und im Grunde genauso genutzt werden kann.
Der größte Unterschied: Claude ist auf Texte spezialisiert, während ChatGPT eher ein Multitalent ist.
Das heißt, ChatGPT kann zwar gute Texte verfassen, aber Claude hat in dem Bereich, zumindest meiner Meinung nach, die Nase vorn. Auch wenn es knapp ist.
Das hängt vor allem von einer Tatsache ab:
Claude schreibt menschlicher und kreativer. Wenn euch ChatGPT mal einen Text verfasst hat, habt ihr sicher festgestellt, dass er nicht sonderlich gut geschrieben ist.
Selbst wenn er faktisch und grammatikalisch korrekt ist, klingen Texte von ChatGPT meiner Meinung nach eher nach verkomplizieren Wikipedia-Einträgen als nach gut verständlichen Texten.
Kann eine KI kreativ? Nein, technisch gesehen, kann eine KI (noch) nicht kreativ sein. Dazu müsste man etwas Neues erschaffen können. LLMs nutzen lediglich die Unmengen an Daten, mit denen sie trainiert wurden und verarbeiten sie je nach Bedarf. Trotzdem kann eine KI wie Claude Kreativität »vortäuschen«, indem sie die Daten geschickt verarbeitet. Claude gelingt das meiner Meinung nach besonders gut.
Beispiel: Ich habe sowohl ChatGPT als auch Claude gebeten, mir drei Ideen für Kinderbücher zu geben. Dann habe ich die LLMs jeweils die meiner Meinung nach beste Idee umsetzen lassen, indem sie den Einstieg formulieren sollten.
Achtet beim Ergebnis nicht nur auf die Idee und den Inhalt an sich, sondern auch auf bildliche Formulierungen und Leserlichkeit.
Claude ist meiner Meinung nach deutlich angenehmer zu lesen und nutzt schönere Formulierungen, die mir persönlich Lust auf mehr machen.
Wichtig: Ihr nutzt LLMs nur, um nach Fakten zu suchen oder euch Themen erklären zu lassen? Dann sind sowohl ChatGPT als auch Claude ungefähr gleich gut geeignet. In diesen Bereichen werden euch höchstens die verschiedenen Schreibstile auffallen. Da gefällt mir zwar auch Claude besser als ChatGPT, doch das ist wohl reine Geschmackssache.
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Wie nutze ich Claude im Alltag? Natürlich brauchen wir nicht alle jeden Tag Ideen für Kinderbücher, doch gerade kreative Menschen können sich bei Claude eine große Scheibe Inspiration abschneiden.
Im Alltag könntet ihr Claude unter anderem für diese Dinge nutzen:
- Ideen für Themenarbeiten im Studium oder in der Schule
- Menschlichere Berichte auf der Arbeit
- Entwicklung von Charakteren für Rollenspiele oder Schreibprojekte
- Generierung ungewöhnlicher Metaphern für Gedichte oder Liedtexte
- Entwurf von Rätseln oder Schnitzeljagden für Kinder
- Brainstormings zu diversen Themen
Ein weiterer Vorteil von Claude: Das Umsetzen von Feedback. Wenn ihr Claude sagt, was euch an einer Antwort nicht gefällt, sitzt der zweite Anlauf meist deutlich besser als der zweite Anlauf von ChatGPT.
Übrigens: in den kommenden Monaten sollte die neuste Version von ChatGPT erscheinen: GPT-5. Alle bisher bekannten Infos dazu findet ihr hier:
ChatGPT 5: Alle Infos zu Kosten, Features und wann es erscheint
Was ist für euch die bessere KI?
Claude ist für meinen Alltag zwar besser geeignet, doch welche für euch die bessere KI ist, hängt von der Art und Weise ab, wie ihr sie nutzt. Es gibt nämlich einige Bereiche, in denen ChatGPT die Nase vorn hat.
Was ihr lieber ChatGPT anvertrauen solltet:
- Logik und Mathematik: Wenn wir es ganz genau nehmen, solltet ihr für Logikaufgaben weder ChatGPT noch Claude verwenden, da Large Language Models nun mal auf Sprache ausgelegt sind. Doch falls es euch trotzdem in den Fingern juckt, nutzt lieber ChatGPT.
- Analyse und Zusammenfassungen langer Texte: Offiziell kann Claude (Sonnet 3.5) eigentlich mehr Daten verarbeiten, doch in der Praxis übertrifft GPT-4o den Konkurrenten. Das macht sich bemerkbar, wenn ihr sehr lange Texte analysieren wollt.
- Zwischenmenschliches: Meiner Erfahrung nach schreibt Claude zwar die besseren Texte, doch wenn diese sich an Mitmenschen richten (Briefe, E-Mails usw.) klingen sie überraschend steif und teilweise fast schon passiv-aggressiv. Greift hier lieber zu ChatGPT.
Welche Erfahrungen habt ihr mit LLMs gemacht? Nutzt ihr sie aktiv? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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