Bei Filmen, die im Weltraum spielen, ist CGI doch ein Muss – oder? Nun, »Der Astronaut – Project Hail Mary« beweist das Gegenteil. Computereffekte gibt es einige, doch der Streifen wurde ohne einen einzigen Greenscreen gedreht.
Darum geht es im Film: Ryan Gosling als Wissenschaftler Ryland Grace wird ins All geschossen. Er soll eine Lösung für den Energieverlust der Sonne finden, der über kurz oder lang der Erde den Garaus machen wird. Dabei trifft er auf eine außerirdische Lebensform namens Rocky – und freundet sich mit ihr an.
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Rocky, der wie eine Art steinerne Spinne aussieht, ist echt. Damit das Wesen zum Leben erweckt wird, kamen drei verschiedene Versionen von Rocky zum Einsatz.
Version 1: Puppe
In einem Interview mit Hollywood Reporter erzählen die Regisseure Phil Lord und Chris Miller, warum sie zu möglichst wenig Computereffekten gegriffen haben.
Das gesamte Schiff wurde wirklich gebaut. »Deswegen fühlt es sich echt und natürlich an«, gibt Miller zu Protokoll – und das gilt auch für den Charakter Rocky.
Rocky spielt neben Protagonist Grace eine tragende Rolle. Deswegen habe man sich entschieden, den Alien nicht (nur) mittels Computer in der Nachbearbeitung einzufügen.
Die Art und Weise, wie das Team das Set mit vielen praktischen Effekten beleuchtete, ermöglichte es, die Kamera überall hin zu bewegen und diese Momente einzufangen. Denn man musste nicht einfach raten und die Kamera auf die Stelle richten, an der Rocky vielleicht einmal stehen würde [wenn die Figur in der Postproduktion hinzugefügt worden wäre]. Genau das sorgt dafür, dass [die Action] sich so anfühlt, als wäre sie im Moment eingefangen worden.
Rocky war also als Puppe stets am Set anwesend. DiscussingFilm schreibt in einem Post auf X/Twitter, dass die japanische Methode des »Bunraku« zum Einsatz kam. Die gibt es seit dem 17. Jahrhundert.
Link zum Twitter-Inhalt
Das ist Bunraku: Dabei handelt es sich um eine japanische Kunstform, bei der große Puppen im Zentrum stehen. Diese werden nicht selten von bis zu drei Puppenspielern bedient, die mit dem Hintergrund verschmelzen, damit man sie nicht erkennt.
Wie das aussieht, könnt ihr in einem Reel auf Instagram bestaunen. In diesem stellen Ryan Gosling und Rocky das Poster von »La-La-Land« nach – und zu sehen sind die Puppenspieler.
Version 2: Animatronic
In manchen Szenen konnten die Puppenspieler nicht folgen oder es war nicht genügend Platz. Dann griffen Lord und Miller zu einem anderen, altbekannten Trick: Animatronics.
In diesem Fall wurde Rocky ferngesteuert und bewegte sich mittels Motoren in seinen Beinen. Elektronische Puppen kamen übrigens auch bei der Verfilmung von »Five Night’s at Freddy’s 2« zum Einsatz.
Version 3: CGI
Ganz ohne Computereffekte geht es dann doch nicht. Zum einen wurde CGI verwendet, wenn sowohl Puppenspieler als auch Animatronics nicht geeignet waren. Zum anderen wurden besagte Puppenspieler damit aus dem fertigen Film entfernt.
Die meiste Zeit war Rocky aber am Set. Auf TikTok bekommt Ryan Gosling auf dem Kanal von Nerdist dann die Gretchenfrage gestellt: »Wie anders wäre der Film geworden, käme Rocky aus dem Computer?«.
Für Gosling ist die Beziehung zwischen seinem Charakter und Rocky das Herz des Films. Deshalb sei das keine Alternative gewesen.
Ähnlich verhält es sich mit der zweiten Staffel von One Piece. Chopper, ein humanoides Rentier, wurde ebenfalls auf unterschiedliche Arten zum Leben erweckt.
So haben gleich drei Schauspieler den Charakter verkörpert. Darüber hinaus gab es am Set sowohl einen »Stand-in«, also eine Person, die stellvertretend für Chopper beim Dreh fungiert, als auch eine Puppe. Genau wie bei Rocky in »Der Astronaut – Project Hail Mary« wollte man sich nicht auf reine CGI verlassen, um die Zuschauerinnen und Zuschauer emotional zu erreichen.







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