Neue Gaming-Grafikkarten aus China: Echte Konkurrenz oder chancenlos?

Nicht nur Intel arbeitet an neuen Grafikkarten. Auch das chinesische Start-Up Moore Threads möchte neue GPUs auf den Markt bringen. Wie viel Leistung bieten sie?

von Kay Nordenbrock,
01.04.2022 12:32 Uhr

Ein chinesisches Start-Up möchte eigene Grafikkarten auf den Markt bringen und Herstellern wie Nvidia Marktanteile abknöpfen. Ein chinesisches Start-Up möchte eigene Grafikkarten auf den Markt bringen und Herstellern wie Nvidia Marktanteile abknöpfen.

Das chinesische Start-Up Moore Threads hat gestern die ersten Grafikkarten aus eigener Herstellung vorgestellt. Demnach möchte das Unternehmen eine Grafikkarte für Desktops auf den Markt bringen, mit der ihr spielen und rendern könnt und eine Karte für den Einsatz in Servern. 

Das berichtet das chinesische Magazin IT Home (via ComputerBase). Demnach basieren die GPUs auf ihrer eigenen Architektur, MUSA genannt. Laut der Produktseite der MTT S60-Grafikkarte steht das für Moore Threads Unified System Architecture. Die MTT S60 ist die Desktop-Version, während die Server-Karte auf den Namen MTT S2000 hört. 

So schnell sind die neuen Grafikkarten aus China

Dabei hat Moore Threads auch einige Details zu den beiden Grafikkarten verraten, die zumindest eine grobe Einschätzung zur Performance ermöglichen. Dabei solltet ihr von den ersten Karten eines Start-Ups natürlich keine Wunder erwarten. Die Spezifikationen lauten wie folgt: 

MTT S60 (Desktop)MTT S2000 (Server)
2.048 Shadereinheiten4.096 Shadereinheiten
8 Gbyte LPGDDR4X RAM32 GByte LPDRR4X RAM 
6 TFLOPS Rechenleistung (FP32)12 TFLOPS Rechenleistung (FP32)
12nm Fertigungsprozess12nm Fertigungsprozess

Die Karte für Konsumenten soll dabei über eine rohe Rechenleistung von 6 TFLOPS verfügen, was auf dem Papier ungefähr einer GeForce GTX 1070 aus dem Jahr 2016 entspricht. Allerdings ist die Rechenleistung anhand von Teraflop-Angaben über verschiedene Architekturen hinweg nicht direkt vergleichbar. Sie kann höchstens in eine grobe Richtung weisen. 

Die RX Vega 64 zum Beispiel arbeitet mit 12,6 TFLOPS, während die GTX 1080 mit nur 8,8 TFLOPS arbeitet. In Spielen zeigen beide Grafikkarten aber eine ähnliche Leistung. Auf der Produktseite der Desktop-Grafikkarte aus China gibt es aber weitere Infos zu dessen möglicher Performance. Hier wird die Grafikkarte folgendermaßen angepriesen (maschinell übersetzt): 

Im weltberühmten E-Sport-Spiel "League of Legends" kann MTT S60 den Spielern eine stabile und hervorragende Leistung bei einer Auflösung von 1080p und der höchsten Bildqualitätseinstellung bieten. Gleichzeitig kann das MTT S60 Fans beliebter Spiele wie „Counter-Strike: Global Offensive“ und „Dota 2“ auf der Linux-Plattform ein reibungsloses Betriebserlebnis bieten.

Demnach ist die Karte wohl nicht darauf ausgelegt, aktuelle AAA-Titel mit vollen Details laufen zu lassen, sondern spezialisiert sich eher auf E-Sports-Titel, die weniger Rechenleistung erfordern.

Bereits letztes Jahr gab es Testmodelle von einem anderen chinesischen Hersteller mit dem sogenannten JM9-Chip. Alles dazu findet ihr in unserem Bericht hier: 

Entwicklung eigener GPUs nimmt wichtige Hürde   106     2

Chinesische Grafikkarten

Entwicklung eigener GPUs nimmt wichtige Hürde

Derweil entwickelt der weltweit größte Grafikkarten-Hersteller Nvidia momentan seine nächste Generation GPUs, die RTX-4000-Reihe. Die wichtigsten Informationen dazu findet ihr in den folgenden Artikeln: 

Denkt ihr, Grafikkarten aus China können früher oder später zur echten Konkurrenz für Nvidia und Co. werden? Und könnte Moore Threads sogar jetzt schon den etablierten Platzhirschen die Kundschaft klauen? Lasst es uns gerne wissen!

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