Die schwimmende Insel von Richart Sowa beweist eindrucksvoll, wie kreatives Upcycling ein globales Müllproblem in ein autarkes Paradies verwandeln kann.
Ausgediente Plastikflaschen gelten normalerweise als eines der größten Umweltprobleme unserer Weltmeere. In Mexiko haben Tausende von ihnen jedoch eine völlig neue Bestimmung gefunden: Sie bilden das Fundament einer künstlichen, schwimmenden Insel, auf der Pflanzen gedeihen und auf der man sogar wohnen kann.
Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite Tudogusto und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.
Hinter diesem faszinierenden Projekt steckte der britische Künstler und Umweltschützer Richart »Rishi« Sowa. Vor der Küste von Cancún, nahe der Isla Mujeres, hat er ein schwimmendes Reich namens »Joyxee Island« erschaffen – getragen von mehr als 150.000 wiederverwendeten Plastikflaschen. Das war die dritte Iteration der Insel. Die erste namens »Spiral Island« hat er bereits im Jahr 1997 gebaut.
Leider wurde seither jede Iteration von einem Sturm getroffen – aber immer der Reihe nach.
Über 150.000 Flaschen sorgen für den nötigen Auftrieb
Das Prinzip, das sich Rishi zunutze machte, war einfach: Leere, fest verschlossene PET-Flaschen schließen Luft ein. Werden sie in großer Zahl gebündelt, erzeugen sie genügend Auftrieb, um schwere Konstruktionen auf dem Wasser zu tragen. Für den Bau der Insel wurden Tausende dieser Flaschen in Netze gepackt.
Auf diesem schwimmenden Fundament platzierte der Künstler Holzpaletten und andere Materialien, um eine stabile Oberfläche zu schaffen. Anschließend trug er Sand und Erde auf und pflanzte erste Gewächse an.
Die wichtigsten Bauelemente im Überblick:
- Über 150.000 wiederverwendete Plastikflaschen
- Robuste Netze, die die Flaschen zusammenhalten
- Holzpaletten und Trägerstrukturen
- Erde und Sand für die Bodenoberfläche
- Bäume und diverse Pflanzen als natürlicher Bewuchs
Mangroven als natürlicher Zement
Ein besonders cleveres Detail war die gezielte Bepflanzung der Insel. Rishi kultivierte Mangroven und andere anpassungsfähige Pflanzen direkt auf der Struktur. Das sah nicht nur schön aus, sondern erfüllte auch einen praktischen Zweck.
Beim Wachsen durchdrangen die Wurzeln die verschiedenen Schichten der Plattform und verbanden die Materialien miteinander. So sorgte die Natur selbst für zusätzliche Stabilität und Festigkeit der gesamten Insel.
Zudem veränderte der dichte Bewuchs das Erscheinungsbild komplett. Aus der Ferne blickte man auf eine grüne Oase mit Bäumen und Sträuchern – dass sich direkt darunter ein riesiges Fundament aus Plastikflaschen befindet, ließ sich kaum noch erahnen.
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Wohnhaus, Solarenergie und eigener Gemüseanbau
Rishi hat das Eiland so ausgebaut, dass ein weitgehend autarkes Leben möglich war. Für die Stromversorgung nutzte er Solarenergie über installierte Paneele, sodass kein Anschluss an das öffentliche Stromnetz nötig war.
Regenwasser wurde systematisch gesammelt und aufbereitet, während ein Teil der Inselfläche für den Anbau von eigenen Lebensmitteln genutzt wird. Sogar Solarkocher kamen bei der Zubereitung von Mahlzeiten zum Einsatz. Damit vereinte das Projekt verschiedenste Ansätze eines nachhaltigen Lebensstils an einem Ort.
Nichts hält ewig
Während dieses Projekt ein faszinierendes Beispiel für Upcycling war, hat die Insel im Jahr 2019 ein Sturm getroffen und wurde teilweise zerstört. Rishi musste die Insel auf Geheiß der Behörden vor Ort entfernen.
Seit 2022 sammelt er Spenden für eine weitere Version der Insel, die er vor Brasilien bauen möchte, und berichtet auf Instagram ab und zu von seinem Fortschritt.
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Bisher scheint die Insel aber noch sehr klein und nicht bewohnbar zu sein. Außerdem Ist unklar, ob er heute wirklich noch aktiv an der Insel arbeitet, da er sehr unregelmäßig auf seinem Instagram-Profil postet und nicht mehr aktiv zu Spenden aufruft. Die Go-Fund-Me-Kampagne läuft allerdings noch.
Was haltet ihr von der Idee? Würdet ihr soetwas vor der Küste der Nordsee bauen?



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