KI als Bürgermeister-Kandidat - Künstliche Intelligenz scheitert bei Wahl in Japan

In der japanischen Stadt Tama trat eine KI bei der Bürgermeisterwahl an und versprach, die Wünsche der Bürger effektiver zu erfüllen - ohne Erfolg.

von Georg Wieselsberger,
17.04.2018 09:22 Uhr

Wahlplakate für eine KI als Bürgermeister-Kandidat (Bildquelle: @koheimaniax)Wahlplakate für eine KI als Bürgermeister-Kandidat (Bildquelle: @koheimaniax)

Update: Der Versuch, eine KI zum Bürgermeister zu machen ist gescheitert. Laut einer lokalen News-Webseite wurde der amtierende Hiroyuki Abe zum dritten Mal zum Bürgermeister gewählt, während die KI Michihito Matsuda den letzten Platz einnahm.

Anscheinend hat es auch Beschwerden älterer Bürger über das Wahlplakat der KI und das dort abgebildete, »respektlose« Gesicht gegeben. Es sei auch ein großer Unterschied zwischen der Zustimmung im Internet und den tatsächlich abgegebenen Stimmen festgestellt worden. Allerdings sei die Wahl für die KI nur der erste Schritt gewesen, der nun zu weiteren führen werde.

Originalmeldung: In einem Blogbeitrag bei Otaquest berichtet der als Ausländer in Japan lebende Lachlan Johnston, dass in seinem Wohnort Tama Bürgermeisterwahlen anstehen und tatsächlich eine Künstliche Intelligenz versucht, die Stimmen der Bürger zu erhalten. Entsprechende Wahlwerbung ist in der Stadt zu sehen, es gibt Wahlversprechen und sogar eine Webseite zur KI-Kandidatin Michihito Matsuda.

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KI macht Wahlversprechen

Die KI soll bei Anfragen an die Stadt schnell die Vor- und Nachteile analysieren und statistisch erkennen, ob eine Umsetzung positive oder negative Effekte hätte. Die Wünsche der Einwohner würden wahrgenommen und dann berechnet, wie man sie am besten umsetzen könnte und bei Interessenskonflikten sollen Kompromisse gefunden werden.

Auf der Webseite heißt es noch, dass die KI unverzerrte, faire und schnell umgesetzte Politik machen und bei der Nutzung der Steuern der Bürger keine Geheimnisse akzeptieren werde. Außerdem sei eine Künstliche Intellgenz grundsätzlich unparteiisch.

KI als Kandidat (Bildquelle: www.ai-mayor.com)KI als Kandidat (Bildquelle: www.ai-mayor.com)

Idee von Softbank- und Google-Mitarbeiter

Natürlich hat sich Michihito Matsuda als KI nicht selbst als Kandidatin zur Wahl aufgestellt. Hinter dieser Idee stecken laut dem Bericht ein Team aus zwei Personen: Tetsuzo Matsumoto, der Vizepräsident des Kommunikationskonzerns Softbank und Norio Murakami, ehemaliger Google-Repräsentant in Japan. Ob es rechtlich in Japan überhaupt möglich ist, eine KI zum Bürgermeister zu wählen, geht aus dem Bericht leider nicht hervor.

Allerdings gibt es zumindest aus anderen Ländern schon Beispiele für Haustiere oder sogar Tote, die in solche Ämter gewählt wurden. Warum also nicht auch eine Künstliche Intelligenz? Die Wahl im Tama findet schon heute am 15. April 2018 statt - vielleicht hat die Welt also bald ihre erste KI als Bürgermeister.

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