An Laptop-Kühlern scheiden sich die Geister, während die einen darauf schwören, lehnen die anderen sie schlicht ab. Ich möchte mir heute mal mit euch zusammen etwas ganz Besonderes ansehen: einen Kühler des Herstellers KLIM. Als Modellbezeichnung trägt das Gerät den verheißungsvollen Namen Wind
.
Der Kühler ist einer der Topseller in der Kategorie der Notebook-Kühler bei Amazon. Im Angebot wirbt der Hersteller vollmundig mit mehr als 500.000 verkauften Einheiten. Über 16.000 Bewertungen hat das Produkt, davon weisen satte 86 Prozent 4 oder 5 Sterne auf.
Die Kunden überschlagen sich fast in ihren Bewertungen wegen der Leistungsfähigkeit.
Zitat: Der Laptop-Kühler erfüllt all meine Erwartungen und hat diese sogar übertroffen. Mit seinen vier Lüftern sorgt er dafür, dass mein Laptop selbst bei längeren und intensiven Arbeits- oder Gaming-Sessions kühl bleibt. Die Kühlung ist effektiv, und man merkt sofort den Unterschied – mein Laptop überhitzt nicht mehr, was für mich als Gamer und jemand, der viel arbeitet, ein echter Segen ist.
Das klingt doch nach einem absoluten Schnäppchen, oder? Ein erstklassiger Laptop-Kühler für unter 30 Euro. Es gibt allerdings auch andere Stimmen.
Zitat: Ich habe einen MSI Alpha 17 CV7G Gaming-Laptop. Obwohl die Lüfteröffnungen gut aufeinanderpassen, bringt der hier verkaufte Laptop-Kühler absolut gar nichts. Ich meine wirklich gar nichts, nicht einen Grad. Die Lüfter sind viel zu schwach, man kann den Luftstrom ja nicht mal richtig spüren. Es ist mir schleierhaft, wie hier die positiven Rezensionen zustande kamen und was von bis zu 15° geredet wird. Die Leute müssen ihren Laptop vorher immer auf einer Wolldecke gehabt haben. Weiteres Manko sind die hinten angebrachten Einstellrädchen. Da die Leistung aber ohnehin total mau ist, kann man sie einfach auf volle Kraft laufen lassen. Das Gerät geht aber morgen wieder zurück.
Es hat mich neugierig gemacht, welche der beiden Rezensionen nun näher an der Wahrheit liegt. Ich habe mir einfach mal einen solchen Kühler bei Amazon beschafft und jetzt schauen wir uns mal an, wie er sich im Test so schlägt.
Der KLIM Wind im Detail
Ich würde den KLIM Wind als einen klassischen Vertreter der Gattung Laptop-Kühler bezeichnen. Das Gerät hat vier Lüfter, die jeweils 120 Millimeter messen und mit maximal 1.200 Umdrehungen rotieren. Geeignet ist der Kühler laut Hersteller für Notebooks in den Größen 11 bis 17,3 Zoll. Die maximale Lautstärke gibt KLIM mit bis zu 26 dB an.
Der Korpus besteht aus Kunststoff, während das Mesh-Gitter, auf dem das Test-Notebook Platz nehmen wird, aus Metall ist. An der Rückseite befinden sich zwei USB-Typ-A-Ports, von denen einer zur Stromversorgung genutzt wird. In direkter Nachbarschaft liegen zwei Drehregler, mit denen sich die vier Lüfter paarweise stufenlos einstellen lassen.
Wie sieht es mit der Leistung aus?
Jetzt wird es spannend, der KLIM Wind muss zeigen, was er drauf hat. Zum Testen verwende ich ein Razer Blade 16 mit Intel 14900HX CPU und einer RTX 4080 GPU. Während des Tests nutze ich den Turbo-Modus des Laptops, um die maximale Leistung zu bekommen. Um die nötige Volllast zu erzeugen, kommt das Tool Furmark zum Einsatz.
Ohne Kühler pendelt sich die Temperatur des Prozessors nach einer Weile bei 85 °C ein, dabei liegt die TDP bei etwa 59 Watt. Dagegen erreicht die Grafikkarte 81 °C bei 144 Watt.
Die große Stunde des KLIM Wind?
Das Konstrukt kühlt die CPU um sage und schreibe 1 °C herunter, bei der GPU sind es ganze 2 °C. Konkret betrug die Temperatur des Prozessors 84 °C bei 61 Watt, während ich bei der Grafikkarte 79 °C (144 Watt) messen konnte. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob wir hier von einer Kühlung oder einer Messungenauigkeit sprechen.
Es gibt Notebooks, wie beispielsweise die MacBooks von Apple, die keinerlei Öffnungen am Boden haben. Entsprechend kann selbst der beste Laptop-Kühler nichts an den Temperaturen ändern. Den Test zum aktuellen MacBook Pro 2025 findet hier: Fast perfekt, kaufen würde ich es trotzdem nicht
Jetzt werdet ihr vielleicht sagen, dass ich doch mal die Lüfter hochregeln soll. Ich muss euch enttäuschen, die oben genannten Werte wurden bereits mit voll aufgedrehten Lüftern gemessen. Es spielt auch absolut keine Rolle, wie hoch die Geschwindigkeit ist, ich habe auch noch mit minimaler Umdrehungsgeschwindigkeit und mit 50 Prozent getestet, die Temperaturen bleiben einfach gleich.
Das ist aber auch kein Wunder, denn die Temperaturwerte sind nahezu identisch mit denen ohne Kühler. Von Wind
kann also nicht die Rede sein, die Bezeichnung laues Lüftchen
trifft es da mehr.
Während des Tests bleibt der Kühler immerhin leiser als das Notebook. Gemessen habe ich 56,5 Dezibel, wobei hier eine gewisse Messungenauigkeit zu berücksichtigen ist. Wie erwähnt handelt es sich beim gemessenen Wert um die Lüfter des Laptops, der KLIM Wind ist bei dieser Geräuschkulisse nicht herauszuhören.
Ursachenforschung
Die große Frage ist jetzt natürlich, warum der Kühler im Test versagt. Dazu muss ich vorausschicken, dass die Temperaturen bei einem Notebook mit größeren Lufteinlässen vielleicht noch um 1 oder 2 °C niedriger ausfallen könnten.
Das liegt schlicht daran, dass das Lüftchen, das der KLIM Wind erzeugt, einfach an der Unterseite des Laptops entlang fließt und nach allen Seiten einfach wegströmt. Man kann einen schönen Luftzug spüren, wenn man die Hand an irgendeine Seite hält. So habt ihr im Sommer zumindest kühle Hände.
Ein solcher Kühler
kann einfach konstruktionsbedingt nicht für eine wirkliche Abkühlung sorgen. Um das zu erreichen, braucht es einen Überdruck, durch den die Luft ins Gehäuse gedrückt wird. Nicht ohne Grund bieten immer mehr Kühler-Hersteller Geräte mit einer Dichtung an, auf die ihr euer Notebook stellt und die dafür sorgt, dass die Luft nicht seitlich entweicht. Wie gut das funktioniert, sehen wir uns in Kürze in einem anderen Artikel an.
Fazit
Selten ist mir ein Fazit so leicht gefallen wie in diesem Fall: Lasst die Finger davon. Und damit meine ich nicht nur den KLIM Wind, sondern von allen Kühlern die einen ähnlichen Aufbau haben. Bleibt am Ende noch die Frage, woher dann die ganzen überschwänglichen Bewertungen kommen. Da möchte ich nicht spekulieren. Ich denke mir meinen Teil und überlasse die Antwort eurer Fantasie.


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