Lidl-Laptop für unter 300 Euro im Check: Meine Empfehlung fällt eindeutig aus

Ist das HP 250 G9 für 279 Euro wirklich ein Schnäppchen oder solltet ihr um das Angebot lieber einen Bogen machen?

Für 279 Euro bekommt ihr bei Lidl gerade das HP 250 G9 (Quelle: HP Lidl) Für 279 Euro bekommt ihr bei Lidl gerade das HP 250 G9 (Quelle: HP / Lidl)

In schöner Regelmäßigkeit bieten Discounter in ihren Filialen und Online-Shops Laptops und Computer für wenig Geld an. Manchmal könnt ihr da ein echtes Schnäppchen machen und manchmal solltet ihr euch den Kauf besser sparen. 

Im aktuellen Prospekt von Lidl könnt ihr ein 15-Zoll-Notebook von HP für 279 Euro finden. Die genaue Produktbezeichnung gibt der Händler nicht an, sondern lediglich den Produktcode 8X9C6ES.

Nach kurzer Recherche findet man heraus, dass es sich um ein HP 250 G9 handeln muss, welches in Preisvergleichen ab rund 292 Euro angeboten wird. Der Preisvorteil beim Discounter-Angebot ist also schon einmal überschaubar.

Dunkles Display und wenig RAM

Die Optik ist relativ modern, die Hardware nicht. (Quelle: HP) Die Optik ist relativ modern, die Hardware nicht. (Quelle: HP)

Doch ist das vermeintliche Schnäppchen ein brauchbares Notebook für den Alltag? Sehen wir uns doch mal an, was so unter der Haube steckt:

  • CPU: Intel Celeron N4500 mit 2 Kernen und bis zu 2,8 GHz
  • Grafik: Intel UHD integrierte Grafik
  • Display: 15,6-Zoll-Panel mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln und einer max. Helligkeit von 250 cd/m²
  • Arbeitsspeicher: 8,0 GByte DDR4-2933
  • SSD: 256 GByte M.2
  • Betriebssystem: Windows 11 Home

Lahme CPU von vorgestern

Bereits beim ersten Blick auf die technischen Daten wird klar, dass es sich hier nicht um ein Leistungsmonster handelt, bei einem Preis von unter 300 Euro kann man das aber auch nicht wirklich erwarten.

Dennoch ist der betagte Celeron-N4500-Prozessor mit seinen 2 Kernen schon ziemlich schwach auf der Brust. Für das Surfen im Internet, Youtube-Videos und ein paar Mails schreiben, reicht die Leistung durchaus noch, für mehr aber auch nicht. 

Die integrierte Intel IGPU gehört mit zum langsamsten, was man heute als Grafikchip im Rechner haben kann. Candy Crush und Solitär dürften laufen. Alles was grafisch auch nur einen Hauch aufwendiger ist, mutiert dagegen zur Diashow. 

Bei der verbauten SSD handelt es sich um ein 256 GByte großes M.2-Modell, welches ihr bei Bedarf tauschen könnt. Aber nicht nur die Kapazität der SSD ist gering, auch der Arbeitsspeicher ist mit lediglich 8,0 GByte äußerst sparsam bemessen.

Ob die genannte Ausstattung für eure Bedürfnisse ausreichend ist, hängt maßgeblich vom Einsatzgebiet und eurer Leidensfähigkeit ab. 

(Quelle: HP) (Quelle: HP)

Ich würde jedenfalls direkt eine größere SSD und einen zweiten 8-GB-Speicherriegel einplanen.

Dass es sich beim RAM um langsamen und mittlerweile veralteten DDR4-Speicher handelt, kann man in Anbetracht der lahmen CPU vernachlässigen. Moderner DDR5-RAM würde da auch keinen Unterschied mehr machen.

Für 300 Euro gibt es kein wirklich gutes Notebook

Die Frage, ob das HP 250 G9 für 279 Euro eine Empfehlung ist, kann ich mit einem klaren Nein beantworten.

Klar, für unter 300 Euro einen halbwegs brauchbaren Laptop zu finden, ist nicht wirklich einfach. Aber das hier gezeigte Gerät würde ich in keinem Fall kaufen.

Die Leistung ist selbst für einen solchen Budget-Laptop mau.

HP 250 G9 (8X9C6ES)
HP 250 G9 (8X9C6ES)
Kompaktes Design mit 1,7 kg Gewicht,
entspiegeltes 39,60-cm-(15,6"-) FHD-Display,
Intel® Celeron® N4500, 8-GB-DDR4-2933-RAM,
256-GB-PCIe-NVMe-SSD, Intel-UHD-Graphics,
Windows 11 Home
279 €

Fairerweise muss man sagen, dass es für unter 300 Euro nicht wirklich gute Laptops gibt. Es sei denn, eure Ansprüche sind entsprechend niedrig.

Ein Laptop mit 8,0 GByte und langsame CPUs sind in dieser Preisklasse eher die Regel. Dazu kommen bestenfalls durchschnittliche Displays und wenig robuste Gehäuse.

Refurbished Laptops können eine valide Alternative sein

Wenn ihr absolut nicht mehr als 300 Euro investieren könnt oder wollt, werft doch mal einen Blick auf refurbished Laptops. Diese gebrauchten und professionell aufbereiteten Geräte haben ursprünglich mal ein Vielfaches gekostet und leisten auch heute noch hervorragende Dienste.

Ihr bekommt für 300 Euro auch hier nicht die neueste Hardware, es gilt wie immer die Devise: Für mehr Geld gibt es mehr Leistung. Bei seriösen Händlern bekommt ihr aber eine Garantie, die häufig gegen einen geringen Aufpreis verlängert werden kann.

Für euer hart verdientes Geld könnt ihr mit einem refurbished Gerät ein echtes Schnäppchen machen. Ihr solltet aber vor dem Kauf immer die Angebote verschiedener Händler prüfen. 

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