Tech-Milliardär flieht vor 5 Prozent Reichensteuer aus Kalifornien – ein anderer hat »nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht«

Im November könnte ein Volksentscheid die reichsten Kalifornier zur Kasse bitten. Einige ergreifen jetzt schon die Flucht.

Google-Mitgründer Larry Page und Nvidia-CEO Jensen Huang: Einer flieht vor einer Reichensteuer, der andere will bleiben. (Bildquellen: Wikimedia Commons). Google-Mitgründer Larry Page und Nvidia-CEO Jensen Huang: Einer flieht vor einer Reichensteuer, der andere will bleiben. (Bildquellen: Wikimedia Commons).

Kalifornien will zur Kasse bitten: Eine Steuer für Milliardäre soll im US-Bundesstaat Gesundheit für alle finanzieren. Nicht nur einem gefällt diese Abgabe offenbar gar nicht: Google-Mitgründer Larry Page verlegt sein gesamtes Imperium in ein Steuerparadies.

Video starten 14:01 Nach knapp 30 Smartphone-Tests: Hier sind unsere 5 Highlights 2025

Kaliforniens Reichensteuer in Kürze:

Im November 2026 entscheiden die kalifornischen Bürger in einem Volksentscheid über den Entwurf für eine neue Milliardärssteuer. In dem US-Bundesstaat liegt mit Los Angeles nicht nur das Zentrum der Filmindustrie, sondern mit San Francisco auch das Herz der Tech-Branche – und damit sehr viel Geld in den Händen weniger.

Die geplante Steuer soll laut Unterlagen aus dem Justizministerium folgendermaßen aussehen:

  • Die Steuer: Milliardäre, die am 1. Januar 2026 in Kalifornien lebten, sollen künftig einmalig fünf Prozent ihres Nettovermögens an den Bundesstaat abgeben.
  • Kaliforniens Reiche: Laut einem Expertenbericht zur geplanten Steuer lebten Ende 2025 204 Milliardäre in Kalifornien und hielten ein Gesamtvermögen von 2,19 Billionen US-Dollar. Inklusive eines Steuervermeidungspuffers rechnen die Experten durch die geplante Abgabe mit zusätzlichen Steuereinnahmen von rund 100 Milliarden US-Dollar innerhalb der nächsten fünf Jahre.
  • Der Zweck: Neunzig Prozent der so generierten Einnahmen sollen zweckgebunden in die öffentliche Gesundheitsversorgung fließen. Die verbleibenden zehn Prozent sind für die Verwaltung der Vermögenssteuer, das öffentliche Bildungswesen sowie Nahrungsmittelhilfen für bedürftige Familien reserviert.

Larry Page flieht vor Milliardärssteuer, Nvidia-CEO will bleiben

Einer von den rund 200 kalifornischen Milliardären, der nun die Flucht ergreift, ist Google-Mitbegründer Larry Page. Laut Fortune wäre der durch die geplante Steuer mit einem geschätzten Vermögen von rund 270 Milliarden US-Dollar dem Staat rund 13,5 Milliarden US-Dollar schuldig.

Laut einer anonymen Quelle, die Fortune zitiert, soll Page den sogenannten Golden State selbst bereits verlassen haben – und mit ihm sein ganzes Imperium:

  • Am 23. Dezember 2025 soll der Milliardär sein Familien-Büro Koop von Kalifornien nach Delaware verlegt haben. Im kleinsten US-Bundesstaat, so Fortune, müssen Eigentümer von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (LLCs) ihre Identität nicht öffentlich preisgeben, was Page die nötige Diskretion bietet, um sein Milliarden-Imperium vor neugierigen Blicken zu schützen.
  • Zudem nimmt der Milliardär seine Firmen Flu Lab LLC, ein Unternehmen für Gesundheitstests, und One Aero, eine Mantelgesellschaft für Flugtaxi-Projekte, mit.
  • Auch die Stiftung für Meeresforschung, Oceankind, von Pages Frau Lucy Southworth wurde im Dezember 2025 in Delaware neu registriert.

Anders als Page erklärt ein weiterer Milliardär öffentlich, Kalifornien nicht den Rücken zu kehren: Nvidia-CEO Jensen Huang wäre mit einem Gesamtvermögen von rund 155 Milliarden Dollar dem kalifornischen Staat rund 7,75 Milliarden Dollar schuldig. Doch er kündigt an, trotzdem zu bleiben.

In einem Interview mit Bloomberg TV (zitiert via Surplus) erklärte der Nvidia-CEO:

Wir haben uns entschieden, im Silicon Valley zu leben, und welche Steuern auch immer sie erheben möchten, dann soll es so sein.

Über einen Wegzug habe er kein einziges Mal nachgedacht.

Eine Steuer, die niemanden ärmer mache

Page ist indes nicht der einzige Milliardär, der im Angesicht der drohenden Steuer den Golden State fluchtartig verlässt. Auch der öffentlichkeitsscheue Tech-Investor Peter Thiel soll laut Fortune wegen der drohenden Steuer Ende 2025 seinen Wegzug erwägt haben.

Diese Reaktion auf einen anstehenden demokratischen Volksentscheid wäre bei letzterem indes wenig überraschend: Er erklärte in seinem 2009 veröffentlichten Essay Die Bildung eines Libertären:

Ich glaube nicht mehr, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.

Laut des Expertenberichts der Universität Berkeley müssten die besteuerten Milliardäre nicht einmal befürchten, durch die Steuer ärmer zu werden. Da die Abgaben über fünf Jahre verteilt werden könnten, würden die Milliardäre im Durchschnitt weiterhin ein jährliches Vermögenswachstum von etwa 6,5 Prozent verzeichnen.

Die Studienautoren bilanzieren daher:

Die Handvoll der reichsten Kalifornier zu bitten, weniger als den jährlichen Wertzuwachs ihres Vermögens beizutragen, um diese Krisen zu lindern, ist eine bescheidene, vernünftige und umsetzbare Forderung.

zu den Kommentaren (113)

Kommentare(113)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.