Ein Hypercar von Koenigsegg aus fast 330.000 Klemmbausteinen fuhr mit 111 km/h in umgekehrter Richtung über die englische Rennstrecke Goodwood Hillclimb
.
Am Steuer saß Markus Lundh, Testfahrer des schwedischen Sportwagenherstellers. Unter ihm: ein Sadair’s Spear
im Maßstab 1:1, gemeinsam gebaut von LEGO und Koenigsegg.
Ganz aus Klemmbausteinen besteht das Rekordfahrzeug allerdings nicht. Unter der aufwendig konstruierten Technic-Karosserie steckt ein speziell entwickeltes Elektrofahrzeug mit echtem Fahrwerk, Bremsen und Überrollkäfig.
LEGO zufolge ist es dennoch das schnellste fahrbare Großmodell, das das Unternehmen bisher gebaut hat.
Mehr als doppelt so schnell wie der alte Rekordhalter
Der bisherige Bestwert lag bei 50 km/h. Aufgestellt hatte ihn vor knapp zwei Jahren ein fahrbarer LEGO-Nachbau des McLaren P1.
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Der Koenigsegg erhöht die Marke nun auf 111 km/h.
Interessant ist dabei weniger der Vergleich mit gewöhnlichen Serienfahrzeugen. Entscheidend ist vielmehr, dass die großflächige Karosserie aus LEGO-Technic-Elementen Fahrtwind, Vibrationen und Belastungen bei diesem Tempo aushielt, ohne sich in ihre Einzelteile zu zerlegen.
Fast 330.000 Einzelteile
Insgesamt wurden 327.906 LEGO-Elemente verbaut.
Das komplette Fahrzeug wiegt etwa 1.800 Kilogramm. Rund 400 Kilogramm davon entfallen auf die Technic-Konstruktion. Der Rest gehört zur tragenden Fahrzeugbasis, zum Elektroantrieb, zur Batterie sowie zu Fahrwerk, Bremsen, Rädern und Sicherheitstechnik.
Entwicklung und Bau nahmen mehr als 9.400 Arbeitsstunden in Anspruch. Angetrieben wird das Großmodell von zwei Elektromotoren, die ihre Kraft an die Hinterräder schicken.
Genaue Angaben zur Leistung oder Kapazität nennt LEGO bislang nicht. Deshalb lässt sich auch nicht seriös sagen, wie viele Kilowatt der Nachbau besitzt oder welche maximale Geschwindigkeit technisch möglich gewesen wäre.
Die sichtbare Technic-Konstruktion bildet vor allem die Form des Koenigsegg nach. Selbst der typische Fahrzeugschlüssel wurde aus LEGO-Elementen gebaut.
Das Original spielt in einer anderen Liga
Während der LEGO-Koenigsegg elektrisch fährt, arbeitet im echten Sadair’s Spear ein 5,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern.
Mit herkömmlichem Benzin leistet er laut Hersteller 1.300 hp, mit E85-Kraftstoff 1.625 hp
– das sind rund 1.648 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 1.500 Newtonmeter.
Bemerkenswert ist auch das Gewicht des Motors: Koenigsegg gibt dafür lediglich 189 Kilogramm an.
Der Sadair’s Spear ist eine besonders auf den Rennstreckeneinsatz ausgelegte Variante des Jesko Attack. Ein aktiver Heckflügel, ein größerer Frontsplitter und bewegliche Aerodynamikelemente erzeugen laut Koenigsegg bei 250 km/h 850 Kilogramm Abtrieb.
Das entspricht ungefähr dem Gewicht eines kleinen Stadtautos.
Der echte Wagen wiegt fahrfertig 1.385 Kilogramm. Gebaut werden sollen lediglich 30 Exemplare.
Vom Großmodell zum Technic-Set
Die Rekordfahrt dient zugleich als Werbung für ein neues LEGO-Technic-Modell des Koenigsegg Sadair’s Spear im Maßstab 1:8.
Das Set mit der Nummer 42232 besteht aus 4.104 Teilen und misst 59 Zentimeter in der Länge. Es besitzt einen V8-Kolbenmotor mit beweglichen Kolben, ein sequenzielles Neunganggetriebe, eine sichtbare Ganganzeige und eine Triplex-Aufhängung.
Auch der sogenannte Ghost Mode
wurde mechanisch umgesetzt: Wird die hintere Karosserieschale angehoben, öffnen sich gleichzeitig Türen und Fronthaube, während sich die Außenspiegel bewegen.
Der Bausatz kostet 449,99 Euro. LEGO Insider können ihn ab dem 1. Juli 2026 kaufen, der reguläre Verkaufsstart folgt am 4. Juli 2026.
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Der eigentliche Rekord gehört allerdings dem lebensgroßen Modell.
Denn bei 111 km/h musste nicht nur das elektrische Fahrgestell funktionieren. Auch fast 330.000 miteinander verbundene Kunststoffteile mussten sich fast wie eine gewöhnliche Karosserie präsentieren.
Und genau das taten sie.
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