Ab dem 31. August hat Lidl wieder einige Parkside-Produkte in seinen Filialen. Unter anderem gibt es dann auch einen kontaktlosen Spannungsprüfer für knapp sechs Euro. Ich nutze das Modell selbst seit rund einem Jahr – für schnelle Checks und Fehlersuchen ist der kleine Stift erstaunlich nützlich, solange man seine Grenzen kennt.
Der größte Vorteil des Tools ist die Prüfgeschwindigkeit: Statt erst das Multimeter aus der Tasche zu kramen, Messspitzen aufzustecken und Kontakte freizulegen, reicht es, die Spitze an das isolierte Kabel oder die Steckdose zu halten.
Wozu kann man so einen Spannungsprüfer verwenden?
In vielen Alltagssituationen kann das Zeit und Nerven sparen:
- Kabelbrüche finden: Die Stehlampe oder das Verlängerungskabel geht nicht mehr? Statt Adern durchzumessen, fährt man einfach mit dem Stift am Kabel entlang. An der Stelle, an der das Piepen aufhört, ist die Leitung unterbrochen.
- Steckdosen und Mehrfachleisten checken: Ein kurzer Kontakt an der Plastikabdeckung genügt, um zu sehen, ob überhaupt Strom an der Leiste ankommt.
- Sicherungen und Zuleitungen zuordnen: Möchtet ihr wissen, an welcher Sicherung eine bestimmte Leitung hängt? Während eine Person am Kasten schaltet, sieht man am Kabel, wann die Spannung abfällt bzw. ansteigt.
- Kabelführung nachverfolgen: Liegt ein stromführendes Kabel direkt unter Putz oder in einer Sockelleiste, lässt sich der Verlauf grob abtasten. Solange sie nicht zu tief liegt, klappt das gut.
Einschränkungen und Sicherheitshinweise
So hilfreich das Werkzeug für einen ersten Check ist, es sollte keinesfalls ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Ein berührungsloser Spannungsprüfer ist ein Diagnose- und Prüfwerkzeug, aber kein Messgerät.
- Er eignet sich für: Einen schnellen Check im Haushalt, die Fehlersuche an Stromkabeln und als Ersteinschätzung, ob Spannung anliegt.
- Wo die Grenzen liegen: Bei allem, was über einfache Gerätediagnosen hinausgeht. Für die Arbeiten an 230-V-Leitungen ist der Elektriker zuständig.
Zudem ist immer Vorsicht geboten:
- Schlägt der Prüfer nicht an, bedeutet das nicht automatisch Spannungsfreiheit. Liegt eine Ader zu tief in der Wand, ist das Kabel stark geschirmt oder der Neutralleiter unterbrochen, bleibt das Signal mitunter stumm, obwohl eine Spannung anliegt.
- Das Gerät kann keine Spannungshöhe anzeigen und unterscheidet daher nicht zwischen 70 bis 1.000 Volt. Daneben werden keine Gleichspannungen erkannt.
- Durch statische Aufladung oder elektromagnetische Wechselfelder naheliegender, anderer Leitungen kann der Tester auch anschlagen, wenn eine Ader nicht direkt unter Spannung steht.
Alternativen
Die Auswahl an kontaktlosen Spannungsprüfern ist riesig, das Modell von Lidl gehört dabei klar zu den günstigsten Modellen. Mangels eigener Erfahrung kann ich an dieser Stelle keine Empfehlung für eine Alternative aussprechen, möchte euch aber dennoch zwei aufzeigen:
- Venlab VD-200 berührungsloser Spannungsprüfer: Der Prüfer für rund 12 Euro bietet zwei umschaltbare Empfindlichkeitsbereiche (12-1000 V und 48-1000 V). Durch den niedrigeren Spannungsbereich eignet sich der Stift auch zum Aufspüren von Schwachstromquellen wie Türklingeln, Thermostaten oder Modelleisenbahnen. Zudem besitzt er einen integrierten Leitungsdetektor zur Phasen- und Nulleitererkennung.
- Bosch Professional GVD 1000-17: Das Profi-Werkzeug für rund 45 bis 55 Euro richtet sich an Handwerker und anspruchsvolle Heimwerker. Das Gerät ist nach Schutzklasse IP67 staub- sowie wasserdicht, führt alle fünf Sekunden einen automatischen Selbsttest durch und warnt neben LED-Licht auch per Vibrationsmotor vor anliegender Spannung.
Lohnt sich das Angebot?
Für knapp 6 Euro ist der Parkside-Spannungsprüfer ein preiswerter Helfer für die Werkzeugkiste. Er spart Zeit bei der Fehlersuche und erleichtert den schnellen Vorab-Blick auf Steckdosen und Zuleitungen.
Wichtig ist allerdings die richtige Einordnung: Er dient als schneller Check im Alltag, ersetzt bei sicherheitsrelevanten Elektroarbeiten aber weder einen zweipoligen Spannungsprüfer noch ein Ortungsgerät vor dem Bohren. Wer das beachtet, bekommt hier für kleines Geld ein nützliches Diagnosetool.


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