LinkedIn stellt zwei Maßnahmen gegen »KI-Schrott« vor: Wie Hari Srinivasan, Chief Product Officer von Linkedin, in einem Beitrag auf der eigenen Plattform ankündigt, bekommen LinkedIn-Nutzer einen Knopf zum solcher Beiträge, die »wie KI-Schrott wirken«.
Zudem verschwindet (ausgerechnet) die hauseigene KI-Schreibhilfe, die zum Problem beigetragen haben dürfte, aus dem Editor.
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»Seems like AI slop«
Der akkurat bezeichnete »Wirkt wie KI-Schrott«-Schalter sitzt im Drei-Punkte-Menü einzelner Beiträge und wird schrittweise an alle Nutzer verteilt.
- Wenn ihr diesen Button betätigt, verschwindet der gemeldete aus dem eigenen Feed. Für alle anderen bleibt er sichtbar – gelöscht oder gesperrt wird also nichts.
- Die Meldungen speisen neue »Klassifizierer«, also Erkennungsmodelle, die schlechte KI-Beiträge vor allem in Empfehlungen außerhalb des eigenen Netzwerks zurückdrängen sollen.
Ab welcher Menge an Meldungen ein Profil tatsächlich Reichweite verliert, hat das Unternehmen bisher nicht kommuniziert. Hinzu kommt ein privater Vermerk im Dashboard: Verfasser sollen erfahren, wenn Leser ihre Texte als unauthentisch wahrnehmen
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Substack, Pangram, Digg: Warum Linkedin damit nicht allein dasteht
Wie groß das Problem ausfällt, beziffert das KI-Erkennungs-Start-up Pangram Labs etwas konkreter. Dieses prüfte nach Unternehmensangaben zwischen April und Juni 2026 über eine Million Beiträge auf fünf Plattformen.
- Bei LinkedIn waren demnach 41 Prozent der Langtexte über 250 Wörter und 30 Prozent der kurzen Beiträge vollständig maschinell entstanden sein. X kam hingegen auf 29 Prozent; Substack bildet mit rund zehn Prozent das Schlusslicht.
- Der eigentliche Ausreißer: Linkedin stellte nur rund ein Drittel der untersuchten Posts, entfiel aber auf knapp zwei Drittel des gesamten erkannten KI-Materials.
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der sich gleich mehrere Plattformen an derselben Frage abarbeiten – wie viel maschinell erzeugter Text ihnen ihr Publikum kostet.
- Substack hat vergangene Woche eine Integration angekündigt, die Beiträge ab 100 Zeichen mit Pangram auf maschinellen Textanteil prüft. Das Start-up selbst hat kurz darauf neun Millionen US-Dollar eingesammelt.
- Ein Gegenbeispiel zeigt indes, wie ernst die Lage ist. Der Reddit-Konkurrent Digg hat seine App im März 2026 abgeschaltet. Ausmaß und Raffinesse der automatisierten Konten habe man unterschätzt, schreibt CEO Justin Mezzell in der Begründung – und das sei ein generelles Internet-Problem.
»Enhance your post«: Die eigene Schreibhilfe fliegt raus
Die Funktion »Enhance your post« hat Beiträge bislang per KI aufpoliert und dürfte zu genau dem Textbild beigetragen haben, das Linkedin nun bekämpfen will. Auch dieses »Feature« fliegt raus.
An dessen Stelle tritt ein Werkzeug, das dem Unternehmen zufolge nur noch Korrektur liest, ohne die Stimme des Verfassers zu verändern. Ob das dem KI-Schrott auch wirklich Einhalt gebieten wird, bleibt abzuwarten.

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