Roboter für Einsätze, die für Menschen zu gefährlich sind, sind keine neue Idee. Im EU-Projekt »Centauro« hatte das Istituto Italiano di Tecnologia (IIT) schon 2018 einen ferngesteuerten Katastrophenroboter vorgestellt (via IEEE Spectrum).
Seit wenigen Tagen kursiert mit »Threehalves« eine deutlich martialischere Variante dieser Bauform; das Aussehen könnte glatt aus einer Fantasy-Welt mit Twist stammen: Auf dem humanoiden Oberkörper steckt ein gehörnter Kopf mit leuchtenden Augen, der von vier Beinen getragen wird – und an den Armen bei Bedarf eine Kettensäge.
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»Kein Job ist die eigene Gesundheit wert«
Auf der Website von Satyress steht der Leitsatz: Kein Job sei die eigene Gesundheit, Sicherheit, die Gliedmaßen oder das Leben wert. Gemeint sind Arbeiten, die für Menschen aufgrund unterschiedlicher Bedingungen gefährlich oder gleich unmöglich sind.
- Threehalves soll also dorthin, wo Einsatzkräfte bislang unter Umständen unter Lebensgefahr selbst hineingehen müssen; als explizite Beispiele nennt Satyress Waldbrände, Schlammlawinen, eingestürzte Gebäude oder kontaminierte Bereiche.
- Fachkräfte ersetzen wolle man ausdrücklich nicht, sondern ihnen »Superkräfte« geben. Als potenzielle Kundschaft nennt Satyress Betriebe mit hohen Unfallraten und/oder wetterbedingten Ausfallzeiten.
Gesteuert wird dabei konsequent aus sicherer Entfernung. Der humanoide Oberkörper soll den Umgang mit für Menschen gebauten Werkzeugen erlauben; der vierbeinige Unterbau arbeitet dem Unternehmen zufolge mit reibungsgebremsten Gelenken, die bei einem Ausfall der Motorsteuerung mehr Reserven als zwei Beine lassen sollen.
- Statt fester Hände sitzt am Handgelenk eine Schnellkupplung, die Anbauteile mit 12, 18 und 48 Volt sowie mit Druckluft versorgt. Kettensäge, Bohrer oder Schrauber lassen sich laut dem Hersteller binnen Minuten tauschen.
- Für Kopf, Torso und Gliedmaßen kommen laut Satyress durchgehend dieselben drei Verbindungselemente zum Einsatz. Beschädigte Teile sollen sich deshalb ebenso schnell ersetzen lassen.
Die Hörner sind indes nicht nur Dekoration: Im Kopf sitzen (mutmaßlich) Kameras, die die Position von Gliedmaßen und Werkzeug auch bei Sensorausfall anzeigen sollen (via Gagadget).
Die Notbremse ist ein Druckbehälter
Bei der Sicherheit setzt Satyress erklärtermaßen auf physische Mechanismen statt auf Software. Gefährlich sei jeder Roboter mit menschenähnlicher Kraft, Größe und Beweglichkeit, heißt es dazu auf der Unternehmensseite. Zwei Vorkehrungen führt die Firma konkret auf:
- Fällt der Systemdruck ab, greifen automatisch Druckluftbremsen und Bolzenverriegelungen. Ein Defekt führt also zum Stillstand, nicht zum unkontrollierten Weiterlaufen.
- Muss der Roboter sofort zum Stehen gebracht werden, lässt sich das auch von außen erzwingen: Ein Projektil oder ein scharfer Gegenstand genügt, um die Druckbehälter zu öffnen. Sie sitzen in Brustplatte und Rumpf und sind miteinander verbunden.
Türen und Flure: Wo Threehalves an Grenzen stößt
Die Einschränkungen benennt das Unternehmen selbst. Eine amerikanische Standardtür von 32 mal 80 Zoll – rund 81 mal 203 Zentimeter – passiert Threehalves demnach nur deutlich verlangsamt.
Wer die Maschine komplett aus Innenräumen halten will, greift zu den größeren Hörnern: Durch eine Personentür passt Threehalves damit gar nicht mehr.
Eine Vorführung eines funktionsfähigen Geräts steht aus; auch ein Preis oder Marktstart sind bisher nicht bekannt.

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