Windows 11 hat mich verloren. Es ist voll mit Funktionen und Features, die ich einfach nicht brauche und Bloatware, die meine Hardware ausbremst. Vor ein paar Monaten trat ich deshalb selbst auf die Bremse, bin komplett auf Linux umgestiegen und habe mir meine eigene »Steam Machine« gebaut.
Meine größte Überraschung: Linux ist längst nicht nur eine Option für IT-Experten und -Expertinnen, die sich am wohlsten in einem Terminal mit Kommandozeilen fühlen – es ist einfacher als je zuvor.
Jetzt schließen sich sogar mehrere Linux-Gaming-Projekte zusammen, für ein gemeinsames Ziel: Gaming auf Linux noch besser und einfacher zu machen.
Ich schaue gespannt in die Zukunft, aber nicht komplett sorgenfrei.
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Wird die nächste Steam Machine wieder zum Desaster für Valve?
Das Open Gaming Collective: Die Linux-Gaming-Allianz
Spielen auf Linux hat bis heute ein Problem: Es gibt zahlreiche unterschiedliche Gaming-Distributionen. Viele kluge Köpfe haben deswegen oft aneinander vorbei entwickelt. Das soll sich mit dem Open Gaming Collective (OGC) ändern.
Hier verbünden sich Schwergewichte wie Bazzite, Asus Linux, ShadowBlip, Nobara, ChimeraOS, Playtron und mehr. Ihr Ziel ist ein gemeinsamer Standard.
Was das für uns Spieler und Spielerinnen bedeutet, ist ein echter Gamechanger:
- Einheitliche Hardware-Steuerung: Gemeinsame Projekte wie »InputPlumber« sollen dafür sorgen, dass ihr Hardware-Funktionen, wie RGB-Steuerung oder Lüfterkurven, einstellt, ohne dass ihr für jedes Gerät eine eigene Software-Suite installieren müsst.
- Gemeinsame Power: Die Entwickler bündeln ihre Optimierungen in einem gemeinsamen Kernel. Davon profitieren wir alle durch bessere Stabilität und höhere Frameraten.
CachyOS bleibt skeptisch: Trotz dieser Aufbruchstimmung gibt es auch kritische Stimmen aus der Community, die wir ernst nehmen sollten. CachyOS, aktuell eine der schnellsten und beliebtesten Gaming-Distros, hält sich vorerst vom Kollektiv fern.
Die Macher befürchten, dass zu viel Bürokratie und starre Strukturen die Agilität bremsen könnten. CachyOS ist deshalb so gut, weil sie rasch neue Patches und Performance-Tweaks ausrollen.
Außerdem distanziert sich CachyOS von Playtron aus nicht näher genannten Gründen.
Link zum Reddit-Inhalt
Die Sorge ist berechtigt: Kann ein großes Kollektiv wirklich so schnell reagieren wie ein spezialisiertes Team? Wir werden hier geduldig sein müssen, um zu sehen, ob das OGC die richtige Balance zwischen Standardisierung und Geschwindigkeit findet.
Meine Erfahrung mit Linux auf einem Gaming-PC
Auf meinem Wohnzimmer-Gaming-PC läuft nicht mehr Windows, sondern Bazzite OS, das jetzt auch Teil vom oben genannten OGC ist. Falls ihr es noch nicht kennt: Das ist eine Linux-Distribution, die speziell darauf ausgelegt ist, sich wie das Betriebssystem einer Konsole anzufühlen; es ähnelt SteamOS sehr.
Mein Rechner startet direkt in das gewohnte Steam-Interface. Ich steuere alles bequem mit dem Controller vom Sofa aus und meine Spiele laufen einfach. Von Monster Hunter Wilds bis hin zu Silent Hill f ist fast alles kompatibel. Nur bei Titeln mit Kernel-Anti-Cheat muss ich passen, aber da ich diese ohnehin kaum spiele, ist das für mich persönlich kein Verlust.
Solltet ihr Fans von kompetitiven Multiplayer-Spielen sein, ist Linux-Gaming unter Umständen noch keine Option für euch.
Für mich sind die Vorteile unbezahlbar:
- Keine Windows-Bloatware, wie Copilot, Microsoft 365, Recall oder OneDrive.
- Fokus auf Performance: Das System ist schlank und tut genau das, wofür ich es gebaut habe: Spiele spielen.
- Konsolenfeeling: Das Betriebssystem ähnelt dem des Steam Decks; alles ist mit dem Controller steuerbar.
- Perfekter Standby-Modus: Anders als bei Windows funktioniert der Standby-Modus mit perfekter Zuverlässigkeit. Ich kann in jedem Spiel den PC in den Standby versetzen und später genau dort weiterspielen.
Mehr zu meiner eigenen Steam Machine erfahrt ihr in meinem separaten Artikel zu dem Thema:
Die beste Entscheidung für mein Wohnzimmer: Mein PC ist jetzt eine Steam Machine
Die Linux-Gaming-Offensive kommt jetzt genau richtig
Die Entwicklungen rund um das OGC stimmen mich überaus positiv. Während Windows sich immer weiter von den Bedürfnissen der Spieler und Spielerinnen entfernt und zu einer Werbe- und Datenplattform mutiert, besinnen sich die Linux-Projekte auf das Wesentliche.
Der Frust der User an Microsoft wächst spürbar und genau in diesem Moment wird Linux erwachsen. Es ist nicht mehr nur das System für IT-Experten- und Expertinnen, sondern eine echte, performante Alternative für alle, die einfach nur spielen wollen.
Für mich ist Linux schon jetzt besser. Wenn das Open Gaming Collective seine Versprechen hält, gibt es bald wirklich keinen Grund mehr, sich über Windows zu ärgern. Mein Gaming-PC fühlt sich endlich wieder wie mein eigenes Gerät an und das ist das beste Upgrade, das ich machen konnte.
Spielst ihr auch mit dem Gedanken, Windows den Rücken zu kehren oder hält euch ein bestimmtes Spiel noch zurück? Schreib es uns gern in die Kommentare!
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