Von MacOS zu Windows: Wie ihr die 8 besten Mac-Hacks unter Windows nachrüstet

Wir geben euch Tipps, wie ihr die besten Produktivitäts-Hacks aus MacOS auch unter Windows nutzen könnt.

Kein Grund zu verzweifeln. Es gibt viele Lösungen, um auch unter Windows effizienter arbeiten zu können. (Bild: Pexels) Kein Grund zu verzweifeln. Es gibt viele Lösungen, um auch unter Windows effizienter arbeiten zu können. (Bild: Pexels)

Wer oft und viel kreativ arbeitet, verwendet aller Wahrscheinlichkeit nach ein MacBook, denn MacOS hat sich meiner Meinung nach zu Recht den Ruf erarbeitet, die Produktivität steigern zu können.

»Schuld« daran sind viele, viele winzige Einstellungsoptionen und Stellschrauben, die es ermöglichen, das Betriebssystem aus dem Hause Apple individuell an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, ohne den Nutzer zu gängeln, wie es leider bei Windows immer öfter der Fall ist.

Diese Erfahrung habe auch ich machen dürfen, als ich von Windows auf MacOS gewechselt bin. Die zahlreichen kleinen Helferlein, die MacOS von Haus aus mitbringt, aber auch durch Drittanbieter in Form von spezialisierten, oft kostenpflichtigen Apps bereitgestellt werden, erleichtern einem den Arbeitsalltag ungemein und es macht sogar unheimlich Spaß, immer wieder neue Möglichkeiten zu entdecken, seinen Workflow zu optimieren.

Doch was tun, wenn man im Büro wieder an einem Windows 11-Rechner sitzt und viele dieser praktischen Funktionen vermisst, weil sie einem nach gewisser Zeit so in Fleisch und Blut übergegangen sind?

Glücklicherweise gibt es tatsächlich für viele MacOS-Features ein Windows-Pendant dank Drittanbieter-Tools.

In diesem Artikel stelle ich euch meine Top-Picks vor, mit denen ihr euer Windows 11-Erlebnis MacOS-ähnlicher und somit produktiver gestalten könnt.

1. QuickLook: Schnelle Dateivorschau mit der Leertaste

Eines der ersten Features, das ich unter MacOS lieb gewonnen habe, ist die Möglichkeit, mit einem einfachen Druck auf die Leertaste eine schnelle Vorschau von Dateien zu erhalten.

Die Windows-Alternative dazu nennt sich QuickLook.

QuickLook ist ein Open-Source-Tool, das genau diese Funktionalität auf Windows bringt. Nach der Installation könnt ihr eine beliebige Datei im Explorer auswählen und die Leertaste drücken, um eine sofortige Vorschau zu erhalten – ganz ohne die Datei öffnen zu müssen.

Das funktioniert für eine Vielzahl von Dateitypen, einschließlich Bilder, Videos, PDFs und einige Dokumentformate.

QuickLook öffnet ein Vorschaufenster, aus dem heraus ihr die angewählte Datei auch in einem anderen Programm zum Bearbeiten öffnen könnt. QuickLook öffnet ein Vorschaufenster, aus dem heraus ihr die angewählte Datei auch in einem anderen Programm zum Bearbeiten öffnen könnt.

Installation und Nutzung:

QuickLook läuft im Hintergrund und verbraucht kaum Systemressourcen, was es zu einem unverzichtbaren Tool für Windows-Nutzer macht, die die MacOS-Vorschaufunktion vermissen.

Interessanterweise hat Microsoft diese Funktion mittlerweile auch in den hauseigenen PowerToys integriert - hier muss man aber mit der Tastenkombination Strg + Leer arbeiten.

2. Schnell zwischen virtuellen Desktops wechseln

MacOS bietet eine nahtlose Möglichkeit, mit Shortcuts oder Touchpad-Gesten zwischen verschiedenen Spaces und Vollbildanwendungen (unter Windows schlicht Desktops genannt) zu wechseln.

Unter Windows gibt es ebenfalls eine Tastenkombination, die das Umschalten zwischen den virtuellen Desktops erleichtert: Strg + Win + rechts/links.

3. ViBox: Widgets auf dem Desktop

Widgets sind eine großartige Möglichkeit, schnell auf Informationen zuzugreifen, ohne Anwendungen öffnen zu müssen.

Während Windows 11 bereits über ein Widgets-Panel verfügt, bietet es leider noch keine Möglichkeit, Widgets direkt auf dem Desktop zu platzieren, wie es bei macOS 14 möglich ist. Hier kommt ViBox ins Spiel.

ViBox ist ein Drittanbieter-Tool, das es ermöglicht, verschiedene Widgets auf dem Windows-Desktop zu platzieren.

Seit Windows 7 vermissen viele Nutzer die Desktop-Widgets. Mit ViBox könnt ihr zahlreiche Widgets auf den Desktop packen, die euch einen schnellen Überblick zu eurem System oder anderen Infos verschaffen. Seit Windows 7 vermissen viele Nutzer die Desktop-Widgets. Mit ViBox könnt ihr zahlreiche Widgets auf den Desktop packen, die euch einen schnellen Überblick zu eurem System oder anderen Infos verschaffen.

Installation und Nutzung:

  • Ladet ViBox aus dem Microsoft Store herunter.
  • Installiert die Anwendung und startet sie.
  • Wählt die gewünschten Widgets aus und platziert sie auf eurem Desktop.

Von Wettervorhersagen über Notizen, Kalender bis hin zu System-Monitoren könnt ihr euren Desktop mit nützlichen Informationen ausstatten, die immer im Blick sind. Diese Widgets sind anpassbar und können nach euren Bedürfnissen konfiguriert werden.

4. SnipDo: Die Windows-Alternative zu Popclip

Popclip ist ein beliebtes macOS-Tool, das kontextbezogene Aktionen anbietet, wenn man Text markiert.

SnipDo bringt eine ähnliche Funktionalität auf Windows.

Mit SnipDo erscheint ein kleines Menüband, sobald ihr Text markiert. Dieses Menü bietet schnellen Zugriff auf häufig verwendete Aktionen wie Kopieren, Einfügen, Suchen oder Übersetzen.

Wer lieber mit der Maus arbeitet anstatt auf Shortcuts zu setzen, wird dieses Tool lieben. Aber auch so kann es dank vieler Erweiterungen recht nützlich sein. Wer lieber mit der Maus arbeitet anstatt auf Shortcuts zu setzen, wird dieses Tool lieben. Aber auch so kann es dank vieler Erweiterungen recht nützlich sein.

Installation und Einrichtung:

  • Ladet SnipDo aus dem Microsoft Store herunter.
  • Installiert die Anwendung und startet sie.
  • Passt die Einstellungen und verfügbaren Aktionen nach euren Wünschen an.

SnipDo spart euch Zeit und erhöht die Effizienz, indem es häufig verwendete Aktionen nur einen Klick entfernt macht.

Ihr könnt SnipDo auch mit Extensions erweitern, um es perfekt an eure Arbeitsabläufe anzupassen.

5. Schnelle Spotlight-Suche mit PowerToys Run

Die Spotlight-Suche von MacOS ist bekannt für ihre Schnelligkeit und Effizienz. PowerToys Run ist das Windows-Pendant dazu.

Es gibt noch weitere Lösungen wie die Everything Toolbar oder Ueli, auf die ich hiermit nur kurz hinweisen möchte, da PowerToys Run für den Anfang absolut ausreicht.

Nach der Installation aus dem Microsoft Store könnt ihr PowerToys Run mit einem benutzerdefinierten Shortcut aufrufen und sofort nach Dateien, Anwendungen, Einstellungen und mehr suchen.

MacOS: Monarch Windows: PowerToys Run MacOS: Monarch Windows: PowerToys Run

Unter MacOS ist Spotlight im System integriert, aber es gibt dort seit vielen Jahren auch etablierte Alternativen wie Alfred oder Raycast. Ich setze auf den recht neuen Monarch Launcher. Mit PowerToys Run seid ihr dagegen unter Windows ganz gut aufgestellt, wenn ihr das PowerToys-Paket vielleicht ohnehin schon auf eurem System installiert habt.

Es ist ein leistungsstarkes Suchwerkzeug, das eure Produktivität erheblich steigern kann, indem es euch ermöglicht, schnell auf alles zuzugreifen, was ihr gerade benötigt, ohne auf das Startmenü von Windows zurückgreifen zu müssen.

Außerdem könnt ihr neben dem Öffnen von Programmen u.a. auch einfache Mathe-Aufgaben lösen, Terminal-Befehle ausführen, Einheiten konvertieren oder Webseiten aufrufen.

6. Schnelle Bildgrößenänderung mit PowerToys Image Resizer

Das Ändern der Größe von Bildern ist bei mir eine häufig durchzuführende Aufgabe, die unter MacOS ins System integriert ist.

Die PowerToys sind eine wirklich mächtige Tool-Sammlung, die meiner Meinung nach direkt mit Windows installiert werden sollte. Sie ist jedenfalls nützlicher als die meiste andere Bloatware oder die vorinstallierten Windows-Apps. Die PowerToys sind eine wirklich mächtige Tool-Sammlung, die meiner Meinung nach direkt mit Windows installiert werden sollte. Sie ist jedenfalls nützlicher als die meiste andere Bloatware oder die vorinstallierten Windows-Apps.

Mit dem PowerToys Image Resizer könnt ihr diese Funktion ebenfalls unter Windows 11 nutzen. Ihr könnt einfach die gewünschten Bilder auswählen und mit der rechten Maustaste per Kontextmenü die Größe ändern, ohne auf eine separate Anwendung wie Photoshop angewiesen zu sein.

7. Dropshelf: Zwischenablage-Management leicht gemacht

Dropshelf ist ein ungewöhnliches Tool, das eine Funktion auf Windows bringt, die viele macOS-Nutzer von Dropover kennen und lieben.

Es ermöglicht euch, ein temporäres »Regal« zu öffnen, in das ihr Dateien per Drag-and-Drop verschiebt, anstatt die Windows-Zwischenablage zu benutzen.

Stellt euch vor, ihr möchtet mehrere Dateien aus verschiedenen Ordnern in einen neuen Ordner verschieben.

MacOS: Dropover Windows: Dropshelf MacOS: Dropover Windows: Dropshelf

Ihr zieht einfach Dateien eines beliebigen Typs in das Shelf und könnt, wenn ihr alles beisammen habt, die Sammlung an ihren neuen Ort verschieben.

Installation und Nutzung:

  • Ladet Dropshelf aus dem Microsoft Store herunter.
  • Installiert die Anwendung und startet sie.
  • Zieht Dateien auf den Bildschirmrand, um das Dropshelf zu öffnen, oder wackelt optional mit den Dateien - ähnlich wie Aero Shake.
  • Sammelt eure Dateien im Shelf und verschiebt oder kopiert sie dann gemeinsam an den gewünschten Ort.

Mit Dropshelf könnt ihr eine schwebende Ablage öffnen, die Dateien dort ablegen und dann alle zusammen an ihr Ziel verschieben. Das spart enorm viel Zeit, wenn ihr mit mehreren Anwendungen gleichzeitig arbeiten müsst und reduziert die Frustration bei komplexen Dateioperationen.

8. JanAI: KI-Assistent für Windows

KI-gestützte Tools wie BoltAI sind unglaublich nützlich, um mit Unterstützung von KI Aufgaben zu automatisieren und kreative Prozesse zu unterstützen.

Unter Windows könnt ihr ein ähnliches Tool namens JanAI verwenden.

JanAI bietet leistungsstarke KI-Funktionen ohne Abo, die euch dabei helfen können, Texte zu generieren, zu übersetzen, zu analysieren und vieles mehr - wie man es eben von ChatGPT kennt.

Der Clou ist, dass JanAI ohne großen Einrichtungsaufwand den Einsatz von lokaler KI ermöglicht. Ihr könnt aber auch per API auf Claude von Anthropic oder GPT-4o von OpenAI zurückgreifen.

MacOS: BoltAI Windows: JanAI MacOS: BoltAI Windows: JanAI

Apple hat Apple Intelligence angekündigt, Windows bietet den Copilot. Wer diese KIs, zum Beispiel aus Datenschutzgründen, nicht nutzen will, findet auf beiden Betriebssystemen längst sehr gute Alternativen. Und die funktionieren sogar auf den CPUs von Intel und AMD - ohne NPU, ARM und sogar ohne Grafikkarte.

Installation und Nutzung:

  • Ladet euch JanAI von der offiziellen Website herunter.
  • Installiert die Anwendung und richtet sie ein.
  • Nutzt JanAI für verschiedene Aufgaben, indem ihr es über die Benutzeroberfläche oder Tastaturkürzel aufruft.

JanAI ist Open Source und wird beständig weiterentwickelt. Meiner Meinung nach fehlt vor allem eine Websuche bzw. Browsing-Funktionalität, die aber bereits auf der Roadmap für die kommenden Monate angekündigt sind.

Tipp: Als lokale LLM zum Ausprobieren habe ich bisher die besten Erfahrungen mit Aya 23 von Cohere gemacht, da die meisten LLMs auf englisch-sprachigen Datensätzen trainiert worden sind und auf Deutsch keine wirklich guten Ergebnisse liefern.

Fazit

Der Umstieg von macOS auf Windows 11 (oder die Arbeit mit beiden Systemen) muss nicht bedeuten, dass ihr auf Produktivitäts-Features verzichten müsst.

Bleibt offen für neue Tools und Technologien, experimentiert mit diesen Möglichkeiten und passt sie an eure individuellen Bedürfnisse an. Ihr werdet feststellen, dass auch Windows mit den richtigen Erweiterungen zu einer äußerst leistungsfähigen und benutzerfreundlichen Arbeitsumgebung werden kann.

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