Neben dem passenden Ladegerät und einer Hülle gehört eine Powerbank für mich zum Standardzubehör bei Smartphones. Das ist vor allem dann wichtig, wenn ein Gerät schon etwas älter ist und maximale Kapazität eingebüßt hat.
Es gibt jedoch unzählige Optionen mit unterschiedlichen Formfaktoren, Features, Kapazitäten, Ladegeschwindigkeiten und mehr. Sie haben alle ihre eigenen Stärken, Schwächen und Eigenheiten, die unterschiedliche Menschen und ihre Bedürfnisse ansprechen. Daher ist es schwierig, eine allgemeingültige Empfehlung auszusprechen.
Trotz der schier unendlichen Auswahl habe ich mich bei Powerbanks für Smartphones auf eine Kategorie dauerhaft festgelegt: magnetische Modelle. Ich will das Feature einfach nicht mehr vermissen.
Jetzt habe ich drei beliebte Modelle mit 10.000 mAh miteinander verglichen und küre einen überraschenden Sieger – aber alle drei haben eigene Stärken und Schwächen.
Was macht eine magnetische Powerbank anders?
Im Grunde kombiniert eine magnetische Powerbank zwei Konzepte: kabelloses Laden und eine magnetische Fixierung.
Statt ein störendes Kabel mitzuschleppen, heftet ihr den Energiespeicher einfach direkt an die Rückseite eures Smartphones. Die Magnete richten die Powerbank exakt über der internen Ladespule aus.
Das Ergebnis: Euer Handy lädt bequem in der Tasche oder direkt in eurer Hand weiter, ohne dass lästige Kabel baumeln oder Stecker abknicken. Viele Modelle unterstützen auch eine Umschaltung auf effizientes kabelgebundenes Laden, während die Powerbank weiter an der Rückseite von eurem Handy klebt.
Welche Smartphones sind kompatibel?
Beim Thema Kompatibilität gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Betriebssystemen:
- iPhone (Apple): Wenn ihr ein iPhone nutzt, habt ihr es denkbar einfach. Seit dem iPhone 12 ist das MagSafe-Feature fest an der Rückseite der Geräte verbaut. Hier dockt die Powerbank einfach direkt am nackten Smartphone oder an einer passenden MagSafe-Hülle an. (Die iPhone-SE-Reihe und das 16e bilden die Ausnahmen ohne MagSafe).
- Android: Was herstellerseitige Magnete angeht, hinkt die Android-Welt nach wie vor hinterher. Obwohl der Qi2-Standard (der Magnete beinhaltet) langsam Einzug hält, besitzen die meisten Android-Smartphones ab Werk keine integrierten Magnete.
Der Android-Workaround: Ihr könnt magnetische Powerbanks trotzdem problemlos mit Android nutzen, allerdings braucht ihr dafür fast immer eine spezielle MagSafe-kompatible Schutzhülle oder einen aufklebbaren Magnetring auf eurer Smartphone-Rückseite. Erst dadurch bekommt die Powerbank den nötigen Halt.
Ich bin selbst in der Android-Welt unterwegs und nutze eine Hülle, die mein Xiaomi 15 Ultra mit den drei getesteten Powerbanks kompatibel macht:
- LISEN Qi2.2 25W MagSafe Powerbank
- Anker Zolo Powerbank
- UGREEN MagFlow Air
Alle drei haben 10.000 mAh, aber trotzdem nicht dieselbe Kapazität
Obwohl alle drei Powerbanks eine Kapazität von 10.000 mAh angeben, erzählt dieser Wert nicht die vollständige Wahrheit. Der Grund dafür liegt im Unterschied zwischen Milliampere-Stunden (mAh) und Wattstunden (Wh):
- mAh gibt lediglich die elektrische Ladung an. Dieser Wert blendet jedoch aus, mit welcher Spannung (Volt) die internen Akkuzellen der Powerbank arbeiten.
- Wh misst die tatsächlich gespeicherte Energie (Spannung × Ladung). Erst die Wattstunden verraten euch also neutral und präzise, wie viel reine Energie wirklich im Gehäuse steckt.
Da die Hersteller unterschiedliche Akkuzellen mit leicht abweichenden Nennspannungen verbauen, unterscheidet sich die reale Kapazität bei allen drei Testkandidaten, obwohl auf der Verpackung überall groß 10.000 mAh gedruckt ist:
- UGREEN MagFlow Air: 39,2 Wh
- Anker Zolo Powerbank: 37,5 Wh
- LISEN Qi2.2 25W: 36,72 Wh
Was bedeutet das für euch in der Praxis?
Alle drei Modelle laufen unter demselben Marketing-Label, aber die UGREEN liefert im Vergleich zur LISEN knapp 6,7 Prozent mehr tatsächliche Energie.
Das klingt im ersten Moment vielleicht nach Meckern auf hohem Niveau, macht aber in der Praxis einen Unterschied: Da beim kabellosen Laden durch die Umwandlung und Wärmeentwicklung ohnehin Energie verloren geht, entscheidet diese Reserve am Ende darüber, ob euer Smartphone bei 92 Prozent hängen bleibt oder die vollen 100 erreicht.
Da alle drei Powerbanks großzügig mit Energiezellen bestückt sind, war dieser Unterschied in der realen Praxis jedoch eher weniger relevant. Er ist zwar existent, aber stört nicht. Hier ist, wie oft ich mein Xiaomi 15 Ultra (5.410 mAh) mit den Powerbanks aufladen konnte:
| Powerbank | Kabellos (Qi / MagSafe) | Mit Kabel (USB-C) |
|---|---|---|
| UGREEN MagFlow Air (39,2 Wh) | ca. 1,1 bis 1,2x (~115 %) | ca. 1,4 bis 1,5x (~145 %) |
| Anker Zolo Powerbank (37,5 Wh) | ca. 1,1x (~110 %) | ca. 1,4x (~140 %) |
| LISEN Qi2.2 25W (36,72 Wh) | ca. 1,0 bis 1,1x (~105 %) | ca. 1,3 bis 1,4x (~135 %) |
Das Laden mit Kabel ist effizienter, weshalb ich so etwas mehr Saft aus den Powerbanks bekomme, der nicht als Wärme in der Luft verpufft.
Noch viel wichtiger ist eine andere Erkenntnis: Die mAh-Zahl der Powerbanks erzählt nicht die ganze Geschichte und dient im Idealfall nur als Richtwert für grobe Orientierung.
Wenn euer Handy eine Akkukapazität von 5.000 mAh hat und eure Powerbank 10.000 mAh, dann werdet ihr mit dieser euer Handy sehr wahrscheinlich nicht zweimal vollständig aufladen können. Wie mein Test zeigt, ist beim kabellosen Laden sogar nur eine einzige Ladung drinnen.
Zurück zum Test: Die UGREEN MagFlow Air gewinnt in dieser Kategorie knapp.
Ladegeschwindigkeit: Ein unerwarteter Sieger
Die Ladegeschwindigkeit ist für mich das zweitwichtigste Feature bei einer Powerbank. Die meisten Handys verfügen inzwischen über eine Schnellladefunktion, mit der ihr sie in etwa einer Stunde oder gar kürzer vollständig aufladen könnt.
Außerdem erweitert eine hohe Ladeleistung den Anwendungsbereich einer Powerbank; so könnt ihr nicht nur euer Handy aufladen, sondern auch einen Handheld oder gar einen Laptop.
Zu meiner Überraschung stelle ich fest, dass ausgerechnet die beiden Modelle der bekannteren Hersteller, Anker und UGREEN, hier den Kürzeren ziehen.
| Powerbank | Kabellos (Qi / MagSafe) | Mit Kabel (USB-C) |
|---|---|---|
| UGREEN MagFlow Air | 7,5 W | 30 W |
| Anker Zolo Powerbank | 15 W | 30 W |
| LISEN Qi2.2 25W | 25 W | 65 W |
Sowohl UGREEN als auch Anker sind bei der Ladeleistung sehr konservativ unterwegs. Die beiden Hersteller orientieren sich hier wohl an Apple, deren iPhones größtenteils eine Ladegeschwindigkeit von 30 bis 40 Watt unterstützen. Wer also ein Apple-Handy besitzt, dem reicht die maximale Leistung von 30 Watt vollkommen aus.
Die Powerbank von LISEN spielt allerdings in einer ganz anderen Liga und bietet sowohl kabelgebunden als auch kabellos signifikant höhere Leistungswerte. Das macht sie sogar sinnvoll einsatzfähig für Gaming-Handhelds, die meistens eine Leistung von 65 Watt voraussetzen.
In dieser Kategorie gewinnt der Underdog LISEN mit großem Abstand.
Verarbeitung: Ein Modell hat mir ein »Wow« entlockt
Sowohl die Anker- als auch die LISEN-Powerbank besitzen ein Gehäuse aus Kunststoff und sind hinsichtlich Design und Verarbeitungsqualität nichts Besonderes, aber auch nichts Schlechtes. Die Anker-Zolo besitzt allerdings eine erwähnenswerte Rückseite mit geriffelter Oberfläche, was sie etwas griffiger macht.
Die UGREEN MagFlow Air sticht heraus und hat mir tatsächlich ein »Wow« beim ersten Auspacken entlockt. Das Design erinnert mich an eine 2,5-Zoll-SSD. Es ist sehr simpel, aber deswegen auch echt schön.
Das Gehäuse besteht aus Aluminium, was nicht nur dem Design und der Wertigkeit guttut, sondern auch besser Wärme ableitet, was beim kabellosen Laden nicht unwichtig ist. Die magnetische Seite besteht außerdem aus einem weichen Gummi, was Kratzer auf dem Handy, der Hülle oder der Powerbank vorbeugt.
In puncto Verarbeitung kröne ich die UGREEN-Powerbank.
Handling im Alltag und zusätzliche Features
Zuerst das Allerwichtigste: Wie stark haften die Magneten?
Für diesen Test habe ich eine hochwissenschaftliche Testmethode angewandt: Powerbank ans Handy heften und dann wild umher schwingen.
- Mit vollem Schwung hält keine der drei Powerbanks am Handy, aber das ist auch fern von der Realität.
- Mit moderatem Schwung (mit dem Handy in der Hand jemanden winken) halten alle drei Powerbanks sicher am Handy.
Ihr solltet jedoch wissen, dass die Stärke der Haftung auch von eurer verwendeten Hülle oder dem Handy abhängig ist. Ich besitze drei magnetische Hüllen für mein Xiaomi 15 Ultra, und bei allen drei gibt es Unterschiede bei der Haftstärke.
Deswegen sehe ich hier keinen klaren Sieger.
0:30
Der Clicks Communicator ist ein modernes Android-Smartphone, das nicht nur wegen der physischen Tastatur aus der Masse heraussticht, Es benötigt außerdem keine magnetische Hülle.
Integriertes Kabel: Alle drei Powerbanks verfügen über ein kurzes Kabel mit wertiger Stoffummantelung. So könnt ihr euer Handy effizient mit einem Kabel laden und die Powerbank dennoch an die Rückseite von eurem Gerät anbringen.
Sowohl Anker als auch UGREEN haben zwei kurze Kabel clever in das Design des Gehäuses integriert. Die LISEN-Powerbank setzt hingegen auf ein kurzes und abnehmbares USB-C-zu-USB-C-Kabel, das als abnehmbare Taschenschlaufe angebracht ist. Es ist weniger praktisch in der Anwendung, weil ihr es zuerst in die Powerbank und dann in euer Handy stecken müsst.
Hier sehe ich ein Unentschieden zwischen Anker und UGREEN.
Gleichzeitiges Laden mehrerer Geräte:
Alle drei Powerbanks unterstützen das Laden von zwei Geräten gleichzeitig, allerdings nur, wenn sie per Kabel angeschlossen werden. Also ein Gerät mit dem integrierten Kabel und eines mit einem separat angeschlossenen.
Es ist leider nicht möglich, ein Handy kabellos und zwei weitere Geräte kabelgebunden zu laden; die Powerbanks schalten dann exklusiv auf das Laden mit dem Kabel um.
Ich sehe hier wieder ein Unentschieden zwischen Anker und UGREEN, weil man bei der LISEN-Powerbank ein heute seltener gewordenes USB-A-zu-USB-C-Kabel benötigt, um ein zweites Gerät aufzuladen.
Zusätzliche Features: Powerbanks haben heute oft zusätzliche Funktionen, die ihre Nützlichkeit erweitern. Ich habe sogar mal eine getestet, die KI-Funktionen integriert hatte – ob diese nützlich waren, sei mal dahingestellt.
Die LISEN- und die UGREEN-Powerbank haben allerdings keine besonderen Features integriert; sie laden einfach euer Handy oder andere Geräte auf.
Die Anker Zolo hat immerhin einen eingebauten Kickstand, der sehr praktisch sein kann. Ihr könnt damit euer Handy aufstellen und so zum Beispiel auf einer Zugfahrt Videos schauen und es gleichzeitig aufladen.
Dieser Punkt geht an Anker.
Preis-Leistung und Empfehlung
Der letzte und für viele wichtigste Punkt: das Preis-Leistungs-Verhältnis.
| Powerbank | UVP | Marktpreis zur Veröffentlichung des Artikels |
|---|---|---|
| LISEN Qi2.2 25W | 80 Euro | 50 Euro |
| UGREEN MagFlow Air | 70 Euro | 53 Euro |
| Anker Zolo Powerbank | 50 Euro | 42 Euro |
Blickt man auf die Straßenpreise, ergibt sich ein spannendes Bild. Je nachdem, was ihr sucht, bietet jedes der drei Modelle ein völlig anderes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Anker Zolo Powerbank: Der Spar- und Vernunft-Sieger
- Straßenpreis: ca. 42 Euro (UVP: 50 Euro)
Mit knapp 42 Euro ist die Anker Zolo mit Abstand die günstigste Powerbank im Feld. Für diesen Preis liefert sie ein rundes Gesamtpaket: solide Ladeleistungen (15W kabellos / 30W Kabel), ein clever integriertes Kabel und als einziges Modell im Test einen echten Mehrwert durch den integrierten Kickstand.
Fazit: Wer ein iPhone oder ein Mid-Range-Android-Handy nutzt und einfach ein durchdachtes Alltagsprodukt sucht, bekommt hier das meiste Feature-Paket für das wenigste Geld.
LISEN Qi2.2 25W: Mein Leistungssieger
- Straßenpreis: ca. 50 Euro (UVP: 80 Euro)
Mit Blick auf die UVP von 80 Euro würde die LISEN beim Preis-Leistungs-Verhältnis durchfallen. Blickt man aber auf den aktuellen Marktpreis von rund 50 Euro, wendet sich das Blatt. Zwar müsst ihr Abstriche bei den Gehäusematerialien, der Kabelintegration und der reinen Wh-Kapazität machen, bekommt dafür aber hohe Leistung: 65 Watt über Kabel und 25 Watt kabellos sind in dieser Kompaktklasse eine Ansage.
Fazit: Für alle, die unterwegs ein Steam Deck, einen Laptop oder ihr Smartphone besonders schnell laden wollen, bietet LISEN für 50 Euro ein hervorragendes Performance-pro-Euro-Verhältnis und als Handheld-Fan ist sie deswegen meine erste Wahl.
Die LISEN-Powerbank ist mein Favorit, weil ich mit ihr auch Handhelds beim Spielen mit Energie versorgen kann. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
UGREEN MagFlow Air: Der Premium-Tipp für Ästheten
- Straßenpreis: ca. 53 Euro (UVP: 70 Euro)
Die UGREEN ist mit 53 Euro das teuerste Modell im Test und schwächelt mit nur 7,5 Watt bei der kabellosen Ladeleistung. Warum lohnt sie sich trotzdem? Weil UGREEN das Geld komplett in die Hardware-Qualität gesteckt hat: ein edles Aluminiumgehäuse, hervorragende Wärmeableitung, gummierte Oberflächen und die höchste echte Energieausbeute (39,2 Wh).
Fazit: Hier zahlt ihr nicht für reine Wattzahlen, sondern für Haptik, Design und Langlebigkeit. Ein faires Angebot für alle, die ein schickes Premium-Accessoire suchen.
Welcher Typ seid ihr?
- Kauft die Anker Zolo, wenn ihr den besten Allrounder zum kleinsten Preis wollt und den Kickstand lieben werdet.
- Kauft die LISEN Qi2.2, wenn ihr maximale Power für Laptops, Handhelds oder echtes Schnellladen braucht.
- Kauft die UGREEN MagFlow Air, wenn euch Haptik, edles Design und verbesserte Wärmeableitung den kleinen Aufpreis wert sind.



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