Eine Powerbank ist eigentlich ein simples Produkt: ein mobiler Akku zum Aufladen von anderen Geräten. Bis ihr ein Modell in der Hand habt, das plötzlich einen Bildschirm, eine App-Anbindung und verschiedene Lade-Modi mitbringt.
Die Anker Prime Powerbank verspricht viel Kapazität, hohe Ladeleistung und zusätzliche Funktionen für mehr Kontrolle und Transparenz beim Laden.
Die entscheidende Frage ist deshalb: Braucht ihr diese Extras wirklich und lohnt sich der Aufpreis gegenüber deutlich günstigeren Powerbanks?
Das Wichtigste zuerst: Ladeleistung und Kapazität
Die Anker-Prime-Powerbank bietet eine gigantische Gesamtkapazität von 26.250 mAh (99,75 Wh) und ist somit noch für das Flugzeug ohne zusätzliche Genehmigung zugelassen.
Sie ist trotzdem noch sehr kompakt und nur etwa so lang wie ein übliches Smartphone, aber etwa viermal so dick.
In die (meisten) Hosentaschen wird diese Powerbank trotzdem nicht passen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Die gesamte Ladeleistung von 300 Watt verteilt sich auf zwei USB-C- und einen USB-A-Anschluss.
- USB-C: maximal 140 Watt bei beiden Anschlüssen
- USB-A: maximal 22,5 Watt
Die Powerbank hat also eine große Kapazität und kann bis zu drei Geräte gleichzeitig mit hoher Leistung laden. Somit eignet sie sich nicht nur für Handys, sondern auch besonders gut für Laptops und Gaming-Handhelds.
Neben der reinen Ladefunktion hat die Anker Prime Powerbank noch einige Zusatzfunktionen, die den hohen Preis rechtfertigen wollen.
Was die Anker Prime Powerbank besonders macht
Wenn ihr einfach nur eure Geräte aufladen wollt, müsst ihr nicht unbedingt zu einer so teuren Powerbank greifen, aber was bekommt ihr, wenn ihr es doch tut? Einige dieser Funktionen haben mich selbst überrascht:
Dual-Port-Laden: Um die Powerbank aufzuladen, könnt ihr einer der beiden USB-C-Ports verwenden. Sie unterstützen jeweils eine Eingabeleistung von 140 Watt. Ich habe dafür das Anker Prime Ladegerät mit 160 Watt verwendet. Eine vollständige Ladung dauerte damit etwa eine Stunde.
Ihr könnt sie aber auch beide gleichzeitig verwenden, um die Ladeleistung auf maximal 250 Watt zu erhöhen (vorausgesetzt ihr habt zwei Ladegeräte, die insgesamt auf diese Leistung kommen).
Auf den ersten Blick klingt diese Funktion genial: einfach zwei Ladegeräte anschließen und die Powerbank fast doppelt so schnell aufladen. In der Praxis kommt dann die Ernüchterung. Durch die zusätzliche Hitze muss die Powerbank die Leistung drosseln und dadurch ist die Ladezeit nur etwa genauso lang wie mit einem einzigen 160-Watt-Ladegerät, bei dem nicht gedrosselt werden muss.
Passthrough-Charging: Die Powerbank kann beim Laden andere Geräte mit Strom versorgen. Ist sie voll, leitet sie den Eingangsstrom ohne Umwege direkt an die angeschlossenen Geräte weiter. Das ist besonders nützlich, wenn ihr sie auch als stationäre Ladestation verwenden wollt. Dafür gibt es nämlich ein nützliches Zubehör …
Optionale Dockingstation: An der Unterseite der Anker Prime Powerbank befinden sich Kontakte, um sie mit einer separat erhältlichen Dockingstation (ab 60 Euro) zu verbinden. So könnt ihr sie sowohl als stationäre Ladestation als auch als mobile Powerbank verwenden. Ich konnte diese Funktion leider nicht testen, weil ich die Ladestation nicht habe.
Ein eingebautes Display für Informationen: Es ist ein nützliches LC-Display verbaut, über das ihr den Ladezustand, die momentane Ladeleistung der einzelnen Anschlüsse, die Betriebstemperatur und den Bluetooth-Status anzeigen könnt. Der Bildschirm ist kein Touchscreen; die Steuerung erfolgt mit einem einzigen Knopf an der Seite – oder mit der App.
Mit dem seitlichen Knopf wechselt man zwischen den Ansichten auf dem Display. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Bluetooth und App-Support
Ihr fragt euch, wofür eine Powerbank Bluetooth benötigt? Damit verbindet ihr sie mit eurem Handy und über die Anker-App könnt ihr einige praktische Funktionen nutzen und Einstellungen ändern.
Echtzeit-Informationen anzeigen: Die App zeigt euch, mit wie viel Leistung eure Geräte oder die Powerbank gerade aufgeladen wird. Besonders praktisch fand ich, dass ich erfahre, welche Leistung die angeschlossenen Kabel maximal unterstützen. Ferner werden auch die Akkutemperatur, der Akkustand und das verwendete Ladeprotokoll angezeigt.
Lademodus ändern: Wie die Powerbank eure Geräte laden soll, lässt sich über zwei Voreinstellungen und benutzerdefinierte Profile einstellen.
- Die »intelligente dynamische Zuweisung« erkennt angeschlossene Geräte automatisch und passt die Ausgangsleistung an diese automatisch an.
- Im »Energiesparmodus« erfolgt das auch automatisch, aber mit der Priorisierung auf eine möglichst geringe Wärmeentwicklung, um die Langlebigkeit der Powerbank zu verlängern.
- Im benutzerdefinierten Modus stellt ihr selbst ein, welche Ein- und Ausgangsleistung über die Anschlüsse möglich ist.
Bildschirmeinstellungen: Das LCD lässt sich in der Helligkeit einstellen und es ist sogar möglich, einen Uhren-Bildschirmschoner einzustellen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man die Powerbank als Lade-Dockingstation nutzt.
Lohnt es sich, 200 Euro für eine Powerbank auszugeben?
Display, App und die ganzen Extras, sind sie in der Praxis vor allem Nice-to-haves: Es ist zwar ganz spannend, Ladeleistung, Kabel-Limits und Temperaturen live zu sehen oder die Ausgänge fein zu konfigurieren, aber für die meisten zählt am Ende schlicht, dass Smartphones, Handhelds oder Laptops zuverlässig voll werden.
Doch genau da liefert die Anker Prime Powerbank auch ab. Sie hat viel Kapazität, eine sehr hohe Gesamtleistung und mehrere Ports. Das macht sie zu einer Powerbank, die auch anspruchsvollere Geräte souverän versorgt und zu einem »Allround-Akku«.
Die knapp 200 Euro können sich lohnen, wenn ihr so ein Teil als langfristige Investition seht, regelmäßig unterwegs mehrere Geräte schnell laden wollt oder die Dockingstation-Idee als stationäre Lösung spannend findet.
Wenn ihr dagegen vor allem gelegentlich euer Smartphone aufladen möchtet, fahrt ihr mit günstigeren Powerbanks ohne Schnickschnack oft genauso gut. Wichtig sind dann eher hohe Kapazität, das richtige Ladeprotokoll und eine brauchbare Ladeleistung als eine App oder ein Display.

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