Ich habe eine Powerbank für 200 Euro ausprobiert, die weit mehr kann als Laden – aber ist das wirklich nötig?

Lohnt es sich einen dreistelligen Betrag für eine Powerbank auszugeben? Mein 30-Tage-Fazit zur Anker Prime Powerbank.

Dank der hohen Kapazität und Ladeleistung, können sowohl Handheld als auch Laptop gleichzeitig aufgeladen und verwendet werden. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Dank der hohen Kapazität und Ladeleistung, können sowohl Handheld als auch Laptop gleichzeitig aufgeladen und verwendet werden. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Eine Powerbank ist eigentlich ein simples Produkt: ein mobiler Akku zum Aufladen von anderen Geräten. Bis ihr ein Modell in der Hand habt, das plötzlich einen Bildschirm, eine App-Anbindung und verschiedene Lade-Modi mitbringt.

Die Anker Prime Powerbank verspricht viel Kapazität, hohe Ladeleistung und zusätzliche Funktionen für mehr Kontrolle und Transparenz beim Laden.

Die entscheidende Frage ist deshalb: Braucht ihr diese Extras wirklich und lohnt sich der Aufpreis gegenüber deutlich günstigeren Powerbanks?

Duy Linh Dinh
Duy Linh Dinh

Schon als Kind hatte Technik und Videospiele eine besondere Anziehungskraft auf Linh. Seine erste Konsole war die NES, das Nintendo Entertainment System. Er erinnert sich noch gut daran, wie er in die Mario-Kasette gepustet hat, damit das Spiel ordentlich startet. Sein erster PC war ein Rechner mit Windows 95, auf dem er Moorhuhn gespielt hat. Diese Leidenschaft trägt er bis heute und so kam er bei Gamestar Tech an. Wenn Linh gerade nicht mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich seinen anderen Leidenschaften: Breakdance, Tricking, Fotografie und Fighting Games.

Das Wichtigste zuerst: Ladeleistung und Kapazität

Die Anker-Prime-Powerbank bietet eine gigantische Gesamtkapazität von 26.250 mAh (99,75 Wh) und ist somit noch für das Flugzeug ohne zusätzliche Genehmigung zugelassen. 

Sie ist trotzdem noch sehr kompakt und nur etwa so lang wie ein übliches Smartphone, aber etwa viermal so dick. 

Die gesamte Ladeleistung von 300 Watt verteilt sich auf zwei USB-C- und einen USB-A-Anschluss. 

  • USB-C: maximal 140 Watt bei beiden Anschlüssen
  • USB-A: maximal 22,5 Watt

Die Powerbank hat also eine große Kapazität und kann bis zu drei Geräte gleichzeitig mit hoher Leistung laden. Somit eignet sie sich nicht nur für Handys, sondern auch besonders gut für Laptops und Gaming-Handhelds.

Neben der reinen Ladefunktion hat die Anker Prime Powerbank noch einige Zusatzfunktionen, die den hohen Preis rechtfertigen wollen.

Leider ist bei dieser Powerbank kein Kabel integriert. Es ist aber ein Ein-Meter-Kabel im Lieferumfang enthalten, das eine maximale Leistung von 240 Watt unterstützt. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Leider ist bei dieser Powerbank kein Kabel integriert. Es ist aber ein Ein-Meter-Kabel im Lieferumfang enthalten, das eine maximale Leistung von 240 Watt unterstützt. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Was die Anker Prime Powerbank besonders macht

Wenn ihr einfach nur eure Geräte aufladen wollt, müsst ihr nicht unbedingt zu einer so teuren Powerbank greifen, aber was bekommt ihr, wenn ihr es doch tut? Einige dieser Funktionen haben mich selbst überrascht:

Dual-Port-Laden: Um die Powerbank aufzuladen, könnt ihr einer der beiden USB-C-Ports verwenden. Sie unterstützen jeweils eine Eingabeleistung von 140 Watt. Ich habe dafür das Anker Prime Ladegerät mit 160 Watt verwendet. Eine vollständige Ladung dauerte damit etwa eine Stunde. 

Ihr könnt sie aber auch beide gleichzeitig verwenden, um die Ladeleistung auf maximal 250 Watt zu erhöhen (vorausgesetzt ihr habt zwei Ladegeräte, die insgesamt auf diese Leistung kommen). 

Auf den ersten Blick klingt diese Funktion genial: einfach zwei Ladegeräte anschließen und die Powerbank fast doppelt so schnell aufladen. In der Praxis kommt dann die Ernüchterung. Durch die zusätzliche Hitze muss die Powerbank die Leistung drosseln und dadurch ist die Ladezeit nur etwa genauso lang wie mit einem einzigen 160-Watt-Ladegerät, bei dem nicht gedrosselt werden muss. 

Ich bin der Meinung, dass sich Anker den USB-A-Anschluss hätte sparen können. Ein dritter USB-C-Anschluss wäre heutzutage nützlicher. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Ich bin der Meinung, dass sich Anker den USB-A-Anschluss hätte sparen können. Ein dritter USB-C-Anschluss wäre heutzutage nützlicher. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Passthrough-Charging: Die Powerbank kann beim Laden andere Geräte mit Strom versorgen. Ist sie voll, leitet sie den Eingangsstrom ohne Umwege direkt an die angeschlossenen Geräte weiter. Das ist besonders nützlich, wenn ihr sie auch als stationäre Ladestation verwenden wollt. Dafür gibt es nämlich ein nützliches Zubehör …

Optionale Dockingstation: An der Unterseite der Anker Prime Powerbank befinden sich Kontakte, um sie mit einer separat erhältlichen Dockingstation (ab 60 Euro) zu verbinden. So könnt ihr sie sowohl als stationäre Ladestation als auch als mobile Powerbank verwenden. Ich konnte diese Funktion leider nicht testen, weil ich die Ladestation nicht habe.

Mit diesen Kontakten verbindet sich die Powerbank mit der optional verfügbaren Ladestation. Diese lädt die Powerbank mit maximal 100 Watt auf. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Mit diesen Kontakten verbindet sich die Powerbank mit der optional verfügbaren Ladestation. Diese lädt die Powerbank mit maximal 100 Watt auf. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ein eingebautes Display für Informationen: Es ist ein nützliches LC-Display verbaut, über das ihr den Ladezustand, die momentane Ladeleistung der einzelnen Anschlüsse, die Betriebstemperatur und den Bluetooth-Status anzeigen könnt. Der Bildschirm ist kein Touchscreen; die Steuerung erfolgt mit einem einzigen Knopf an der Seite – oder mit der App.

Bluetooth und App-Support

Ihr fragt euch, wofür eine Powerbank Bluetooth benötigt? Damit verbindet ihr sie mit eurem Handy und über die Anker-App könnt ihr einige praktische Funktionen nutzen und Einstellungen ändern.

In der App lassen sich viele Einstellungen ändern und Informationen anzeigen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) In der App lassen sich viele Einstellungen ändern und Informationen anzeigen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Echtzeit-Informationen anzeigen: Die App zeigt euch, mit wie viel Leistung eure Geräte oder die Powerbank gerade aufgeladen wird. Besonders praktisch fand ich, dass ich erfahre, welche Leistung die angeschlossenen Kabel maximal unterstützen. Ferner werden auch die Akkutemperatur, der Akkustand und das verwendete Ladeprotokoll angezeigt.

Lademodus ändern: Wie die Powerbank eure Geräte laden soll, lässt sich über zwei Voreinstellungen und benutzerdefinierte Profile einstellen. 

  • Die »intelligente dynamische Zuweisung« erkennt angeschlossene Geräte automatisch und passt die Ausgangsleistung an diese automatisch an. 
  • Im »Energiesparmodus« erfolgt das auch automatisch, aber mit der Priorisierung auf eine möglichst geringe Wärmeentwicklung, um die Langlebigkeit der Powerbank zu verlängern. 
  • Im benutzerdefinierten Modus stellt ihr selbst ein, welche Ein- und Ausgangsleistung über die Anschlüsse möglich ist.

Wenn ihr den Bildschirm mit der seitlichen Taste einschaltet und dann die Powerbank viermal hin und her schüttelt, wird ein Pomodoro-Countdown gestartet. In der App stellt ihr ein, wie lang dieser sein soll. Was ein Pomodoro-Timer ist, erfahrt ihr im unten verlinkten Artikel von Alana. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Wenn ihr den Bildschirm mit der seitlichen Taste einschaltet und dann die Powerbank viermal hin und her schüttelt, wird ein Pomodoro-Countdown gestartet. In der App stellt ihr ein, wie lang dieser sein soll. Was ein Pomodoro-Timer ist, erfahrt ihr im unten verlinkten Artikel von Alana. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Bildschirmeinstellungen: Das LCD lässt sich in der Helligkeit einstellen und es ist sogar möglich, einen Uhren-Bildschirmschoner einzustellen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man die Powerbank als Lade-Dockingstation nutzt. 

Lohnt es sich, 200 Euro für eine Powerbank auszugeben? 

Display, App und die ganzen Extras, sind sie in der Praxis vor allem Nice-to-haves: Es ist zwar ganz spannend, Ladeleistung, Kabel-Limits und Temperaturen live zu sehen oder die Ausgänge fein zu konfigurieren, aber für die meisten zählt am Ende schlicht, dass Smartphones, Handhelds oder Laptops zuverlässig voll werden. 

Doch genau da liefert die Anker Prime Powerbank auch ab. Sie hat viel Kapazität, eine sehr hohe Gesamtleistung und mehrere Ports. Das macht sie zu einer Powerbank, die auch anspruchsvollere Geräte souverän versorgt und zu einem »Allround-Akku«.

Die knapp 200 Euro können sich lohnen, wenn ihr so ein Teil als langfristige Investition seht, regelmäßig unterwegs mehrere Geräte schnell laden wollt oder die Dockingstation-Idee als stationäre Lösung spannend findet. 

Wenn ihr dagegen vor allem gelegentlich euer Smartphone aufladen möchtet, fahrt ihr mit günstigeren Powerbanks ohne Schnickschnack oft genauso gut. Wichtig sind dann eher hohe Kapazität, das richtige Ladeprotokoll und eine brauchbare Ladeleistung als eine App oder ein Display.

zu den Kommentaren (4)

Kommentare(4)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.