Es ist vielleicht nicht unbedingt das erste Stück »Hardware«, an das man beim Peripheriekauf denkt, aber ein gutes Mauspad gehört einfach dazu. Abnutzungserscheinungen sind auch hier nichts Ungewöhnliches, ein Reddit-Nutzer hat allerdings besonders schlecht auf seine Mausmatte aufgepasst: Es ist buchstäblich mit seinem Schreibtisch verschmolzen.
Wenn Gummi und Holz eine dauerhafte Verbindung eingehen
Unter dem Benutzernamen »Ax-KP« schilderte ein Mitglied der PCMR-Community sein Problem: Über zwei Jahre nutzte er ein 90 x 40 Zentimeter großes Mauspad aus Gummi. Anfangs reinigte er dieses noch regelmäßig in der Waschmaschine, doch irgendwann begann das Pad, am Tisch zu haften. Mehrere Monate ließ Ax-KP es in diesem Zustand, was sich als großer Fehler herausstellen sollte.
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Durch »verschüttetes Bier und heiße Sommertage«, wie der Nutzer selbst erklärt, verstärkte sich das Problem stark.
Das Mauspad wurde regelrecht hart und brüchig, als der Nutzer es schließlich zu entfernen versuchte. Trotz erheblicher Kraftanstrengung, kochendem Wasser und 90-prozentigem Alkohol ließen sich die Reste nur teilweise beseitigen.
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Was auf den ersten Blick wie ein seltenes Phänomen erscheint, basiert auf regulären chemischen Prozessen.
Mauspads bestehen typischerweise aus vulkanisiertem Gummi an der Unterseite – einem Material, das durch Schwefelvernetzung seine charakteristischen Eigenschaften erhält. Bei der Vulkanisation entstehen Schwefelbrücken zwischen den Polymerketten, die dem Gummi Festigkeit und Elastizität verleihen.
Unter bestimmten Umständen kann dieser Prozess jedoch umgekehrt werden. Dabei brechen die ursprünglichen Schwefelverbindungen auf, und das Material wird weich, klebrig und reaktiv.
- Faktoren wie Temperatur und Feuchtigkeit spielen dabei eine Rolle – aber auch der MDF-Tisch, den ihr im obigen Bild seht, kann zum Problem beitragen.
- Die in den USA erfundenen Mitteldichten Holzfaserplatten (»Medium Density Fiberboard«) enthalten nämlich meist UF-Leim (Harnstoff-Formaldehyd-Harze) als Bindemittel, was unter den genannten Umständen mit degradiertem Gummi reagieren kann.
Eiskalte Lösung – oder gleich die Brechstange
Immerhin zeigte sich die PCMR-Community dem Nutzer gegenüber von ihrer hilfreichen Seite. Der meistgenannte Trick: die Eis-Methode, die das degradierte Gummi wieder spröde macht und die Klebrigkeit reduziert. Damit ließe sich das Mauspad wieder etwas leichter vom Tisch abschaben.
Sollten diese Ansätze nicht helfen, geben die Nutzer zwei weitere Tipps zur Seite:
- Klebstoffentferner nutzen citrusbasierte Lösungsmittel, mit denen hartnäckige Rückstände entfernbar sind. Allerdings sollte der Tisch im Anschluss sauber gereinigt werden.
- Einige Vorschläge beziehen sich auf den umgekehrten Effekt der Eis-Methode: Wird das Material (kontrolliert!) erhitzt, wird es wieder formbar und lässt sich teilweise ablösen. Allerdings besteht hier auch das Risiko, das Problem zu verschlimmern.
Und natürlich geht auch immer eine radikale Lösung: einfach den Tisch ersetzen.
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