Die Neuauflage der Hitman-Reihe vom dänischen Entwickler IO Interactive ist bei Fans vor allem für ihre Sandboxyness
beliebt. Denn die World of Assassination-Trilogie ist weit mehr als nur eine Reihe simpler Shooter; in kaum einer anderen Spielereihe habt ihr so viele Möglichkeiten, eure Aufträge abzuschließen, wie in Hitman 1-3.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Sandbox ist die glaubhaft gestaltete Spielwelt, mit ihren NPCs, die auch ohne euer Zutun ihren Tagesabläufen nachgehen. In vielen Fällen hat sich Entwickler IOI sogar ein Schicksal überlegt, das über eure Interaktion mit den Charakteren im Spiel hinausgeht. Und das kann manchmal ziemlich grausam sein.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür liefert der Sicherheitsmann Jeremy Bolt aus Hitman 3. Ihr begegnet ihm erstmals während der Mission Das Ende einer Ära
. Darin infiltriert Agent 47 ein Datenverarbeitungszentrum der ICA im chinesischen Chongqing.
14:26
Hitman 3 im Test-Video - Ein grandioses Erlebnis, aber wir müssen reden
Um unbemerkt in den Serverraum zu gelangen, habt ihr während der Mission die Möglichkeit, die Entlassung eines von drei Mitarbeitern des Datenzentrums zu fingieren. Einer der möglichen Pechvögel ist Jeremy Bolt. Feuert ihr ihn, wird er seinen Arbeitsplatz verlassen, um mit seiner Mutter zu telefonieren. Das Telefonat könnt ihr belauschen.
Seine Mutter rät Jeremy, sich mit einem Freund auszutauschen. Doch wirkliche Freunde hat Jeremy scheinbar nicht. Folgen wir ihm weiter, können wir mithören, wie er seinem Arbeitskollegen Vincent von seiner Entlassung erzählt und ihn fragt, ob sie auch in Zukunft miteinander in Kontakt bleiben können. Doch Vincent hat darauf offensichtlich wenig Lust. Sichtlich genervt tut er so, als sei ihm seine eigene Handynummer entfallen.
Jeremy hat also wirklich niemanden zum Reden. Im späteren Verlauf der Missionen können wir Jeremey dann auf einer Fußgängerbrücke in den Außenbereichen von Chongqing antreffen, wo er sichtlich verzweifelt in den Abgrund starrt. Nach etwa fünf Minuten stürzt er sich dann über die Brüstung in den Tod - dabei hätte nur ein Anruf seines Kollegen Vincent genügt, um dieses Schicksal zu verhindern.
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Wie reagieren die Spieler?
Auf Twitter und Reddit zeigen sich zahlreiche Spieler von der tragischen Geschichte von Jeremey Bolt beeindruckt und gerührt. Viele wussten bislang wohl nicht einmal, dass seine Reise auf diese Art zu Ende gehen kann.
Auf Twitter schreibt @ASSEENONAI: Puh, was für ein Story-Arc für einen Nebencharakter
@Hebi_Akatsuki fügt hinzu: Ich habe stundenlang geweint, nachdem ich das zum ersten Mal erlebt hab. Die Stelle erwischt mich immer noch kalt.
@EdssonElPatronn kommentiert: Mehr emotionale Tiefe und Story als in allen Marvel-Filmen zusammen.
Auf Reddit kann MrSundstrom40 dem Ganzen dennoch etwas Positives abgewinnen: Ich habe das detaillierte Storytelling von IOI immer gemocht; sie erzählen immer noch so viel von dem, was neben 47s Missionen passiert. Nehmt euch auf den Maps mal Zeit und ihr werdet immer NPCs mit interessanten Nebengeschichten finden.
Und in diesem Punkt haben viele der kommentierenden User wohl recht: Nur wenige Videospiele trauen es sich, selbst den vermeintlich unwichtigen NPCs derart detaillierte - und fatalistische - Hintergrundgeschichten zu verpassen wie Hitman.
Wie es indes mit der Hitman-Reihe weitergeht, ist bislang noch unklar. Zwar hat IO Interactives CEO Hakan Abrak vor einigen Monaten bereits versprochen, dass das Studio die Hitman-Reihe definitiv fortsetzen werde. Wann es allerdings soweit sein wird, ist aktuell noch völlig offen.
Momentan hat das Team mit 007 First Light zunächst noch ein anderes Agentenspiel vor der Brust. Der James-Bond-Lizenztitel soll am 27. Mai 2026 erscheinen.
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