Die EU hat entschieden: Media Markt und Saturn dürfen an China gehen

Die EU-Kommission hat die Übernahme von Ceconomy durch JD.com freigegeben – aber nur mit Auflagen für zehn Jahre. Im Kern ging es um chinesische Subventionen.

MediaMarkt und Saturn haben einen neuen Boss: JD.com – hier mit dem Firmenlogo des Hundes – erhielt die Genehmigung zur Übernahme. (© JD.com Ceconomy) MediaMarkt und Saturn haben einen neuen Boss: JD.com – hier mit dem Firmenlogo des Hundes – erhielt die Genehmigung zur Übernahme. (© JD.com / Ceconomy)

Seit Juli 2025 steht fest, dass JD.com die Ceconomy AG (die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn) für 4,60 Euro je Aktie in bar kaufen will. Der chinesische Handelskonzern sicherte sich damit laut seinem Jahresbericht für die US-Börsenaufsicht 59,8 Prozent der Anteile.

Am 3. November 2026 hat die EU-Kommission die Übernahme nun nach der Verordnung über drittstaatliche Subventionen genehmigt – allerdings nur unter Bedingungen. Ceconomy zufolge war das die letzte noch ausstehende behördliche Freigabe; der Vollzug soll in den kommenden Tagen folgen.

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Staatsgeld im Visier

Grundlage ist eine Verordnung, die seit dem 12. Juli 2023 gilt. Am Ende einer eingehenden Prüfung kann die Kommission Zusagen annehmen, den Deal untersagen oder keine Einwände erheben. Im Fall JD.com begann diese Prüfung der EU-Kommission im Mai 2026.

Ihr Ergebnis: Die Kommission sieht es als belegt an, dass JD.com Vorzugsfinanzierungen, Steueranreize und Zuschüsse aus China erhalten hat, die den Binnenmarkt verzerren können.

  • Konkret geht es um logistische und technische Kapazitäten, zu deren Aufbau das Geld beigetragen hat und die Ceconomy künftig nutzen könnte.
  • Die Sorge der Kommission: Beide Unternehmen könnten sich dadurch leichter finanzieren und Rivalen preislich aggressiver unter Druck setzen.

Reibungslos lief das Verfahren nicht. Im August 2026 wies Chinas Justiz- und Handelsministerium heimische Organisationen an, die EU-Untersuchung nicht zu unterstützen.

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Drei Zusagen, zehn Jahre

Um die Bedenken auszuräumen, haben JD.com und Ceconomy der Kommission drei Verpflichtungen angeboten:

  • Machen JD.com und Ceconomy Geschäfte miteinander, gelten Marktbedingungen; Finanzierungen von JD.com aus sind hierbei eingeschlossen.
  • Andere Einzelhändler dürfen JD.coms Lager- und Logistikangebot ebenfalls zu den Konditionen buchen, die Ceconomy erhält. Dasselbe gilt für die technologischen Dienstleistungen von JD.com.

An diese Verpflichtungen sind beide Unternehmen zehn Jahre lang gebunden und werden dabei von einem unabhängigen Treuhänder kontrolliert, den die EU-Kommission beaufsichtigt.

In einem Markttest benannten Wettbewerber laut der EU einige Mängel an den ersten Zusagen. Daraufhin zogen die Beteiligten die Regeln für Geschäfte und Finanzierungen im Konzern enger und legten bei den Konditionen für Dritte nach, heißt es hier weiter.

Nach Einschätzung der Kommission reicht das aus: Subventionen können nicht mehr über JD.com zu Ceconomy fließen, und der Vorsprung durch geförderte Logistik und Technik entfällt.

Kundenversprechen ohne Fahrplan

Wie sich das im Laden und im Onlineshop bemerkbar macht, bleibt abzuwarten. Ceconomy verspricht in einer gemeinsamen Mitteilung mit JD.com Kunden mehr Auswahl, kürzere Lieferzeiten und schnelleren Zugang zu neuer Technik. Am Kurs ändere sich indes nichts; die operative Führung bleibe beim Vorstand.

JD.com hatte in der ursprünglichen Ankündigung des Übernahmeangebots zudem bereits erklärt, dass für Belegschaft, bestehende Vereinbarungen mit Beschäftigten und Standorte keine Änderungen geplant sind.


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