Der Speicherhersteller Micron zeichnet ein düsteres Szenario im Kontext der Speicherkrise – zumindest für alle, die auf ein baldiges Ende hoffen. Im Rahmen der Quartalsergebnisse für das vergangene Vierteljahr, die wie selbstverständlich rekordverdächtig ausfallen, ließ sich Micron-CEO Sanjay Mehrotra zu einer Prognose hinreißen.
Demnach werden autonome Fahrzeuge und humanoide Roboter innerhalb des kommenden Jahrzehnts zu den nächsten und potenziell größten RAM-Verbrauchern der Technik-Welt.
Von 16 auf 300 GByte: Was L4-Autonomie mit RAM zu tun hat
Aktuell setzen Autohersteller im Bereich des autonomen Fahrens Mehrotra zufolge durchschnittlich auf etwa 16 GByte Arbeitsspeicher.
Mit dem Übergang zu L4-Autonomie soll diese Menge zumindest laut dem Micron-CEO regelrecht explodieren. Bis zu 300 GByte RAM pro Fahrzeug könnte es auf dieser Stufe werden.
- Mit L4 ist eine Stufe des autonomen Fahrens gemeint, bei dem ein Fahrzeug alle Fahrsituationen innerhalb eines definierten Gebiets (Stichwort Geofencing) eigenständig meistert, ohne dass ein Mensch eingreifen oder auch nur aufmerksam bereitstehen muss.
- Der benötigte Arbeitsspeicher kommt an der Stelle ins Spiel, in der das Fahrzeug sicher und in Echtzeit agieren muss. Dabei geht es etwa um KI-Inferenz parallel zur Sensorik und Navigation.
Humanoide Roboter: Gleicher RAM-Hunger, neues Gebiet
Parallel zum Fortschritt in autonomen Fahrzeugen sieht Mehrotra künftig ein weiteres Geschäftsfeld, in dem das Gras so grün wie die Dollarscheine ist, die sich Micron hiervon verspricht: humanoide Roboter.
Demnach werden auch diese Roboter KI-betrieben sein und eine Rechenplattform benötigen, die der eines L4-fähigen Fahrzeugs entspricht
, wie Mehrotra der Investorenrunde erklärt. Im Klartext ist also auch hier von 300 GByte RAM, wenn nicht gar mehr, auszugehen.
Micron ist indes nicht das einzige Unternehmen, das Robotik als das nächste große Geschäftsfeld ausgemacht hat. Auch Nvidia richtet seine Strategie zunehmend darauf aus.
Mehrotra erwartet entsprechend, dass Robotik zu einer der größten Produktkategorien der Technologiewelt werden könnte.
Um der langfristigen Nachfrage durch KI-Rechenzentren begegnen zu können, baut Micron zwar bereits neue Fertigungsanlagen, die nach und nach hochfahren – sollten sich die Prognosen des Micron-CEOs im Kontext neuer Nachfragekategorien bewahrheiten, könnte die Speicherkrise aber auch darüber hinaus anhalten.
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