Weil die Nachfrage die extrem hohen Entwicklungskosten noch nicht rechtfertigt, soll der deutsche Autobauer Mercedes einen Strategiewechsel beim autonomen Fahren eingeleitet haben. Die neue S-Klasse kommt demnach ohne Level-3-System.
Mercedes verzichtet auf Level-3-Systeme
2021 bekam die Mercedes S-Klasse als erstes Serienauto der Welt die Level-3-Freigabe. Unter gewissen Voraussetzungen darf das Fahrzeug dadurch komplett autonom fahren. Der Fahrer muss zwar aufmerksam bleiben, darf aber etwa nebenbei einen Film schauen.
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Das System ist in Deutschland nur auf bestimmten Autobahnabschnitten und bis maximal 95 Kilometer pro Stunde zugelassen. Abhilfe soll es vor allem dann schaffen, wenn der Fahrer im Stau steht oder der Verkehr nur im Stop-and-Go-Betrieb vorankommt.
In solchen Fällen kann die S-Klasse dann komplett die Kontrolle übernehmen, der Fahrer kann sich zumindest teilweise entspannen und mit etwas anderem beschäftigen. Ein ziemlich luxuriöses Feature, das nicht viele Hersteller bieten können.
Wie das Handelsblatt berichtet, wird der sogenannte »Drive Pilot« in der Ende Januar 2026 erwarteten neuen S-Klasse allerdings nicht mehr an Bord sein. Stattdessen setzt Mercedes wohl auf »Drive Assist Pro«, ein System mit Level-2++-Freigabe.
Grund für den Strategiewechsel sind offenbar die vergleichsweise hohen Entwicklungskosten, die durch die verhaltene Nachfrage nicht ausreichend gerechtfertigt sind. Die Kosten der Entwicklung sollen vier- bis siebenmal teurer sein als bei Systemen mit niedrigerem Level. Dazu kommt der höhere Preis der Fahrzeuge.
Systeme mit Level 2++-Freigabe sind deutlich günstiger und lassen sich so auch in günstigeren Modellen verbauen, was die Zielgruppe deutlich vergrößert. Mercedes will Level 3 deshalb aber nicht komplett aufgeben und forscht weiter an den bestehenden Systemen. In Zukunft soll der »Drive Pilot« bei bis zu 130 Kilometern pro Stunde funktionieren.
Vollautonomes Fahren ist vor allem für Taxi-Betreiber weiterhin sehr interessant. Fahrzeuge, die keinen Fahrer mehr benötigen, können theoretisch rund um die Uhr im Einsatz sein und dürfen auch teurer sein, da eben die Gehaltskosten langfristig eingespart werden.
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