Vor 21 Jahren ist Bill Gates krachend an dem Ziel gescheitert, eine neue Art Hardware millionenfach zu verkaufen – und 10 Jahre später kam Apple [Best of GameStar]

Viele Jahre bevor Smartwatches wirklich populär wurden wollte Microsoft damit Fuß fassen, aber erfolglos. Der Durchbruch kam wie so oft erst mit Apple.

Smartwatches zum Erfolg zu führen war Bill Gates mit Microsoft im Gegensatz zu Apple nicht vergönnt. (Bild: Bill Gates: Lee Celano - WireImage) Smartwatches zum Erfolg zu führen war Bill Gates mit Microsoft im Gegensatz zu Apple nicht vergönnt. (Bild: Bill Gates: Lee Celano - WireImage)

Hab ihr schon mal von Smartwatches mit der Bezeichnung Spot gehört?

Wenn nicht, ist das kein Wunder, schließlich ist es Microsoft vor ungefähr 21 Jahren nicht gelungen, genau diese Uhren populär zu machen. Und das trotz Kooperation mit namhaften Partnern aus der Branche wie Fossil und Swatch.

Dabei setzte nicht zuletzt der damalige Microsoft-Chef Bill Gates große Erwartungen in so eine Art smarter Uhren. Das hat er in einem Interview aus dem Jahr 2003 mit dem Spiegel gesagt.

  • Das Gespräch fand auf der CES 2003 statt. Darin gibt Gates an, dass es das Ziel von Microsoft sei, Millionen von diesen Uhren zu verkaufen. Gates hat also schon damals vorausgeahnt, welcher Erfolg mit Smartwatches möglich sein kann.
  • Spot steht für die sperrige Bezeichnung Smart Personal Objects Technology. Der Marktstart der Spot-Uhren erfolgte etwa ein Jahr später in den USA.
  • Bereits vier Jahre später kündigte Microsoft schließlich an, sich wieder aus dem Geschäft zurückzuziehen, wie damals unter anderem Zdnet.com berichtete.

Wie gering der Erfolg war, den Microsoft damit hatte, machen allein die ersten Worte im Artikel des Zdnet-Autors Mathew Miller deutlich: Ich bin wohl einer der wenigen, die sich tatsächlich eine Spot-Uhr gekauft haben [...].

Video starten 11:59 Schlaftracker versus Schlaflabor - Wie genau sind Apple Watch und Co.?

Apple gelang der Durchbruch

Etwa zehn Jahre später beziehungsweise 2015 hat Apple den besseren Zeitpunkt und das stimmigere Konzept gefunden, um so etwas wie eine Smartwatch erfolgreich zu machen.

Die 2015 vorgestellte Apple Watch verkaufte sich laut Manager Magazin bereits im ersten Jahr etwa 13 Millionen Mal.

Mittlerweile sind wir bei der Apple Watch Series 11 angelangt, die am 9. September 2025 veröffentlicht wurde.

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Wie viel Smartwatch steckte in Microsofts Spot-Uhr?

Aus heutiger Sicht sehr wenig, was aber wohl nicht das einzige Problem der Uhr war.

So funktionierte die Spot-Uhr:

  • Statt nur die Zeit anzuzeigen, konnte sie über den sogenannten MSN Direct Service per FM-Radiosignal auch kurze Nachrichten anzeigen, etwa das Wetter, Sportergebnisse oder Aktienkurse.
  • Die Auswahl der gewünschten Nachrichtendienste erfolgte laut Golem.de über eine Webseite.
  • Ein Haken an der Sache: Der Dienst war nur über eine Abo-Gebühr von knapp 10 US-Dollar pro Monat oder 60 US-Dollar im Jahr verfügbar. Die Uhren selbst haben etwa 100 bis 300 US-Dollar gekostet, wie Golem angibt.
  • Der zweite Haken: MSN Direct konnte man nur in bestimmten Ballungsgebieten empfangen.
  • Der dritte Haken an der Sache laut einem damaligen Testbericht von cnet.com: Die Uhren waren wohl recht klobig. Ein Model von Abacus seht ihr auf dem folgenden Bild:

Kein Vergleich zu heutigen Smartwatches, aber eine Art Anfang (wenn auch einer, der letztlich gescheitert ist): Eine Spot-Uhr, die in Kooperation mit Microsoft entstanden ist. (Bild: zdnet.com) Kein Vergleich zu heutigen Smartwatches, aber eine Art Anfang (wenn auch einer, der letztlich gescheitert ist): Eine Spot-Uhr, die in Kooperation mit Microsoft entstanden ist. (Bild: zdnet.com)

Zwei Jahre nach Release erschienen etwas schlankere Modelle mit mehr Speicher und einem im Kaufpreis enthaltenen Abo von MSN Direct.

Das klare Scheitern der Spot-Uhren konnte Microsoft so aber auch nicht mehr abwenden.


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Spot: Kein Vergleich zu heutigen Smartwatches

Aus heutiger Sicht wirken die wenigen Zeilen Text, die die Spot-Uhr anzeigen konnte, eher nicht wie etwas, für das sie die Bezeichnung Smartwatch verdienen würde.

Die Weiterentwicklung der Technik hat hier wesentliche Verbesserungen ermöglicht, angefangen vom verwendeten Display über den eingesetzten Akku bis hin zur Konnektivität, insbesondere im Zusammenspiel mit dem eigenen Smartphone.

Man könnte also sagen, dass Bill Gates und Microsoft ihrer Zeit voraus waren – oder dass sie mit ihrer damaligen Version einer Smartwatch einfach viel zu früh dran gewesen sind.

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