Die Apple Watch Ultra 2 ist bisher meine erste Wahl und das aus gutem Grund: Sie arbeitet zuverlässig, hält für eine »typische Smartwatch« relativ lange durch, leuchtet im Sonnenlicht sehr hell, sieht schick aus und dank LTE-Unterstützung brauche ich unterwegs kein Smartphone.
Mit der Fenix 8 Solar schickt Garmin ein Flaggschiff ins Rennen, das seinesgleichen sucht – und auf meiner Favoritenliste ganz oben steht. Wäre da nur nicht der verflixt hohe Preis von rund 1100 Euro (UVP).
Die Zielgruppen der beiden Gadgets mögen teilweise unterschiedlich sein, aber die zwei Hersteller fischen im selben Teich: Outdoor.
Hinweis: In den Vergleich habe ich zum Teil meinen subjektiven Eindruck einfließen lassen. Die Bewertungen müssen natürlich nicht auf euch zutreffen. Die Geschmäcker sind verschieden und damit auch die persönlichen Vorlieben.
Für welche Smartwatch ich mich trotz des sehr knappen Rennens entscheiden würde, erfahrt ihr am Ende des Artikels.
Schnellnavigation:
- Gehäuse und Design
- Die Displays haben ihre Vor- und Nachteile
- Bei der Akkulaufzeit gibt es einen glasklaren Sieger
- Die Garmin-Uhr liefert verlässlichere Werte beim Sport
- Schlaftracking-Funktionen im Vergleich
- Routen-Navigation
- Betriebssystem und Funktionen
- Zahlungsmöglichkeiten
- Der Preisunterschied
- Endergebnis
- Mein absoluter Favorit
Gehäuse und Design
Beide Smartwatches sind groß und für schmale Handgelenke absolut ungeeignet. Während die Apple Watch nur in einer Größe von 49 Millimetern erhältlich ist, bietet Garmin das Modell sowohl in 47 als auch in 51 Millimetern an.
Von den zwei Millimetern Unterschied sollte man sich nicht täuschen lassen. Am Handgelenk fühlen sich beide Uhren wie ein Klotz an. Wegen ihrer Größe wirken die Smartwatches absolut stabil und sind zudem hochwertig verarbeitet.
Tragt ihr sonst eine kleinere Smartwatch, werden euch beide Gadgets riesig vorkommen.
Sowohl die Apple Watch Ultra 2 als auch die Garmin Fenix 8 Solar sind aus Edelstahl gefertigt, das Display ist durch Saphirglas geschützt. Die Abnutzungserscheinungen sind bei der Apple-Uhr nach über einem Jahr minimal – lediglich kleine Kratzer sind auf der Oberfläche des Gehäuses zu erkennen.
Bei der Garmin-Variante muss sich die Robustheit in einem Langzeittest beweisen.
Die Displays haben ihre Vor- und Nachteile
Sowohl das gestochen scharfe OLED-Display der Apple Watch als auch das MiP-Display der Garmin-Uhr haben ihre Vor- und Nachteile.
- Beide Displays mögen starkes Sonnenlicht und sind auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch sehr gut ablesbar, was für mich vor allem bei der Navigation eine wichtige Rolle spielt.
- Im Gegensatz zur MiP-Technologie leuchtet das Display der Apple Watch jedoch in dunkler Umgebung noch sehr hell.
- Dafür zahlt der geringe Stromverbrauch des Displays der Fenix 8 Solar auf die hervorragende Akkulaufzeit trotz Always-on-Funktion ein.
Hier kommt es vor allem auf die persönlichen Vorlieben an. Optional bietet Garmin eine AMOLED-Variante an. Bei dem Modell muss allerdings eine geringere Akkulaufzeit in Kauf genommen werden.
Bei der Akkulaufzeit gibt es einen glasklaren Sieger
Die Akkulaufzeit der Apple Watch Ultra 2 von gerade mal zwei bis drei Tagen schlägt die Garmin Fenix 8 Solar um Längen. Im Test waren es bei Garmin trotz vieler Aktivitäten, Schlaftracking sowie Routennavigation insgesamt 13 1/2 Tage.
In den Sommermonaten dürfte sich die Laufzeit dank der Solar-Ladelinse potenziell weiter erhöhen. Hier liegt eine der größten Stärken der Garmin-Smartwatch im Vergleich.
Unbeschwert übers Wochenende wegzufahren, ohne an das Ladekabel zu denken, dürfte mit der Ultra-Smartwatch von Apple schwierig werden. Dafür lässt sich die Apple Watch deutlich komfortabler per Magnet aufladen, während beim Konkurrenten ein proprietärer Anschluss zum Einsatz kommt.
Die Garmin-Uhr liefert verlässlichere Werte beim Sport
Im Vergleich zum Brustgurt liefern beide Geräte zufriedenstellende Ergebnisse, wobei die Apple Watch häufiger größere Abweichungen aufweist.
Beim Laufen liegt die durchschnittliche Herzfrequenz vereinzelt um mehr als drei Schläge daneben, bei der Garmin-Uhr deutlich seltener. Aber auch hier kommt es hin und wieder zu großen Abweichungen, wie »Messung 2« zeigt.
Garmin
Messung 1
| Gerät | HF Schnitt | HF Max |
|---|---|---|
| Fenix 8 | 157 | 183 |
| Polar H10 | 156 | 181 |
Messung 2:
| Gerät | HF Schnitt | HF Max |
|---|---|---|
| Fenix 8 | 143 | 179 |
| Polar H10 | 143 | 178 |
Apple Watch
Messung 1:
| Gerät | HF Schnitt | HF Max |
|---|---|---|
| Apple Watch Ultra 2 | 149 | 188 |
| Polar H10 | 143 | 185 |
Messung 2:
| Gerät | HF Schnitt | HF Max |
|---|---|---|
| Apple Watch Ultra 2 | 151 | 178 |
| Polar H10 | 145 | 178 |
Warum ein Brustgurt?
Ein Brustgurt zur Messung der Herzfrequenz gilt als Goldstandard und bietet gegenüber anderen Methoden wie der optischen Pulsmessung am Handgelenk entscheidende Vorteile.
Brustgurte messen die elektrischen Signale des Herzens direkt, was potenziell zu wesentlich genaueren Herzfrequenzmessungen führt. Externe Faktoren wie Hautfarbe, Haarbewuchs oder Passform des Geräts beeinflussen zudem die Messung mit einem Brustgurt weniger.
Während des Trainings genieße ich auf beiden Smartwatches die Musik über die App meiner Wahl und pausiere das Training ebenso einfach über einen Knopf an der Uhr.
Nach dem Workout gefällt mir die detaillierte Aufschlüsselung in der Garmin App deutlich besser. Optional erhalte ich zur Einsicht Diagramme, die meiner Meinung nach übersichtlicher sind. Aber das ist Geschmackssache.
Die Daten werden bei Garmin großzügig aufbereitet.
Der berühmte Haken bei Garmin ist die Connect-App, die eine Internetverbindung voraussetzt. Wenn die Server ausfallen, ist es vorbei mit den schönen Daten.
Dafür gibt es über diese App kostenlose Zusatzangebote wie einen Trainingsplan zur Vorbereitung auf einen 5-Kilometer-Lauf oder Community-Challenges, die motivieren.
Schlaftracking-Funktionen im Vergleich
Beide Modelle werden das Schlaflabor nicht ersetzen, daher fällt es mir schwer, ein finales Urteil über das Schlaftracking abzugeben. Im Test zeigen die Kandidaten keine drastischen Abweichungen und bei der Schlaflänge sogar ähnliche Werte.
Messung 1 (in Stunden)
| Gerät | Gesamt | Leicht | Tief | REM | Wach |
|---|---|---|---|---|---|
| Fenix 8 | 06:43 | 03:53 | 01:52 | 00:58 | 00:01 |
| Apple Watch | 06:49 | 04:45 | 00:43 | 01:21 | 00:23 |
| Helio Ring | 07:13 | 04:32 | 01:11 | 01:30 | 0:00 |
Messung 2 (in Stunden)
| Gerät | Gesamt | Leicht | Tief | REM | Wach |
|---|---|---|---|---|---|
| Fenix 8 | 07:40 | 04:51 | 01:20 | 01:29 | 00:00 |
| Apple Watch | 07:42 | 05:16 | 00:46 | 01:40 | 00:04 |
| Helio Ring | 07:38 | 06:09 | 00:49 | 00:40 | 00:00 |
Garmin bringt zusätzlich einen »Score« für die Tagesform mit.
Beide Modelle kommen mit umfangreichen Schlaftracking-Funktionen auf den Markt.
Apple Watch Ultra 2:
- Erfasst vier Hauptschlafphasen: Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf und Wachzeit
- Klinisch validiertes Schlaftracking-System
- Vitals-App misst die Apple Watch wichtige Gesundheitsdaten wie Atemfrequenz, Herzfrequenz, Temperatur, Blutsauerstoff und mehr
- In Deutschland erkennt das Modell sogar potenziell Schlafapnoe.
Garmin Fenix 8 Solar:
- Automatische Schlaferkennung und Überwachung
- Erfasst Gesamtschlafzeit, Schlafphasen, Schlafbewegungen und Schlaf-Score
- Schlafcoach mit Empfehlungen basierend auf Schlaf- und Aktivitätsverlauf, HRV-Status und Nickerchen
- Nickerchen werden in die Schlafstatistik einbezogen und können die Erholungswerte beeinflussen.
- Detaillierte Schlafstatistiken in der Connect App
Routen-Navigation
Mit beiden Uhren bin ich bisher gut ans Ziel (und auch wieder nach Hause) gekommen. Erfreulich bei beiden Modellen ist die Unterstützung von Ultrabreitband, was eine äußerst genaue GPS-Ortung ermöglicht.
Die Navigation erfolgt bei der Apple Watch wahlweise über Apple Karten oder eine schnell installierte Drittanbieter-App.
Garmin bringt bereits von Haus aus eine Fülle an (Offline-)Kartenfunktionen mit, die Apps wie Komoot nicht bieten.
Zwar führen mich beide Gadgets wahlweise zu Points of Interests (Restaurants, Tankstellen, Sehenswürdigkeiten) in der Nähe, aber Garmin legt mit einigen Funktionen noch eine Schippe drauf.
- Beim Roundtrip Routing wird eine Rundstrecke auf Basis der gewünschten Entfernung und Richtung erstellt.
- Es werden bis zu drei Routenoptionen generiert, die dann zum Ausgangspunkt zurückführen, ohne den gleichen Weg zweimal zu benutzen.
- Wenn ich von dieser Route abweiche, weil ich zum Beispiel doch eine andere Strecke laufen möchte, navigiert mich die Garmin-Uhr auf Wunsch präzise und auf dem schnellsten Weg zurück zum Ausgangspunkt der Aktivität.
Lasst euch vom tendenziell dunklem Display der Garmin-Uhr nicht täuschen. Bei direktem Sonnenlicht spielt es seine Karten gekonnt aus.
Die Backtrack-Funktion der Apple Watch zeigt mir die zurückgelegte Strecke nur über die Kompass-App an, sofern ich die Strecke darüber aufgezeichnet habe. Zudem erfolgt die Navigation nicht über Abbiegepfeile, sondern mithilfe von gesetzten Wegpunkten. Gewissermaßen hat das auch seinen Outdoor-Charme.
Betriebssystem und Funktionen
Der größte Vorteil der Apple Watch ist das Betriebssystem watchOS und die damit verbundene Fülle an Apps (von Drittanbietern). Garmin setzt auf ein eigenes Betriebssystem, das nicht ansatzweise an die App-Vielfalt von Wear OS und watchOS heranreicht.
Zudem spielt die Apple Watch in das Ökosystem von Apple hinein und kann beispielsweise Smart Home Geräte über die Uhr steuern und so intelligente Türschlösser bequem vom Handgelenk aus öffnen. Oder ich nutze das Gadget als Fernbedienung. Die Möglichkeiten sind nahezu manigfaltig.
Mit watchOS 11 sind obendrein weitere clevere Features wie Live Aktivitäten hinzugekommen, die mir laufende Apps wie Musik, Training, anstehende Kalendereinträge oder das Wetter bei einem Ortswechsel mit nur einem Wisch auf das Display zaubern.
Und dann sind da noch die großen Vorteile bei der Erreichbarkeit. Während ich bei Garmin mein Smartphone für Mitteilungen und zum Telefonieren immer dabeihaben muss, kann ich es beim Konkurrenten dank LTE-Verbindung (und eSIM) getrost zu Hause lassen. Mehr Komfort geht nicht.
Dafür besitzt die Fenix 8 (Solar) eine echte Taschenlampe, deren Alltagstauglichkeit nicht zu unterschätzen ist. Die LEDs der Fenix 8 verfügen über einen Stroboskop-Effekt, um etwa in Kombination mit dem optionalen roten Licht der Taschenlampenfunktion auf sich aufmerksam zu machen. Ideal für ein spätes Lauftraining.
Zahlungsmöglichkeiten
Garmin Pay unterstützt derzeit nur Visa und Mastercard, was die Auswahl einschränkt. Eine Alternative bietet der Dienstleister VIMpay, der als Schnittstelle zwischen Zahlungskarte und Garmin Pay fungiert.
Apple Pay hingegen unterstützt von Haus aus eine Vielzahl von Banken, darunter die typischen wie Sparkasse, Sparda, Deutsche Bank, ING und viele mehr.
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Der Preisunterschied
Wer glaubt, dass die Apple Watch Ultra 2 mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 900 Euro ein teures Stück Hardware ist, wird bei der Garmin Fenix 8 Solar Augen machen.
Stolze 1100 Euro verlangt der Hersteller für die Smartwatch und knackt damit die 1000-Euro-Marke.
Endergebnis
| Disziplin | Fenix 8 Solar | Apple Watch Ultra 2 |
|---|---|---|
| Gehäuse und Design | 1 | 1 |
| Displays | 1 | 1 |
| Akkulaufzeit | 1 | 0 |
| Sport | 1 | 0 |
| Schlaftracking | 1 | 1 |
| Navigation | 1 | 0 |
| Betriebssystem und Funktionen | 0 | 1 |
| Zahlungsmöglichkeiten | 0 | 1 |
| Preis | 0 | 1 |
| Ergebnis | 6 | 6 |
Beide Smartwatches erhalten in meiner Bewertung 6 Punkte. Bei den Uhren gibt es ein Für und Wider, das stark von den eigenen Vorlieben abhängt.
Mein absoluter Favorit
Schreibt gerne unten in die Kommentare, welches Modell ihr bevorzugt und warum. Gerne könnt ihr auch weitere Smartwatches verschiedener Hersteller nennen, die ihr empfehlen könnt.
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