Nicht jeder braucht unbedingt eine Monster-GPU wie die RTX 5080 oder 5090 in seinem Laptop. Manch einer spielt nur gelegentlich oder hat schlicht nicht so hohe Ansprüche, was die Grafik betrifft. Solche Anwender greifen gerne auf die Einstiegsmodelle der Hersteller zurück.
Wir sehen uns daher an, wie sich die RTX 5050 im Vergleich mit ihren Vorgängern RTX 4050 und 3050 schlägt. Wie viel mehr Leistung bietet die kleine Blackwell-GPU und ist vielleicht sogar noch eines der mittlerweile günstig zu bekommenden Vorgängermodelle empfehlenswert?
Transparenzhinweis: Nvidia hat mir insgesamt drei Notebooks von Lenovo für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Die drei Kontrahenten im Überblick
In der nachfolgenden Tabelle seht ihr eine Übersicht der wichtigsten technischen Spezifikationen. Hierbei fällt auf, dass sich seit dem 6-GB-Refresh der RTX 3050 nichts bei der Anzahl der ROPs (Raster Operation Pipelines) und CUDA- und Tensor (TMU) Kerne verändert hat.
Dafür ist gut zu erkennen, wie Nvidia die moderne Fertigung in 5- beziehungsweise 4-nm-Strukturbreite für deutlich höhere Taktfrequenzen nutzt. Ein großer Vorteil der RTX 5050 sind zudem die 8-GB-VRAM.
| RTX 3050 6GB | RTX 4050 | RTX 5050 | |
|---|---|---|---|
| Architektur | Ampere | Ada Lovelace | Blackwell |
| Veröffentlichung | 2022 | 2023 | 2025 |
| Fertigung (nm) | 7 | 5 | 4 |
| Max. Boost-Takt (MHz) | 1492 | 2370 | 2662 |
| CUDA-Kerne | 2560 | 2560 | 2560 |
| ROPs | 32 | 32 | 32 |
| Tensor-Kerne | 80 | 80 | 80 |
| Speicherinterface (Bit) | 96 | 96 | 128 |
| VRAM (GB) | 6 | 6 | 8 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| TGP (Watt) | 80 | 115 | 100 |
Die Testgeräte
Bei den Testgeräten handelt es sich um Modelle aus Lenovos LOQ-Serie, die für den Test relevante Ausstattung findet ihr in der folgenden Tabelle:
| Lenovo LOQ 15ARP9 | Lenovo LOQ 15IRH8 | Lenovo LOQ 17IRX10 | |
|---|---|---|---|
| Grafikkarte | RTX 3050 (6GB) | RTX 4050 | RTX 5050 |
| CPU | Intel 13450HX | Intel 12450H | AMD Ryzen 7235HS |
| RAM | 16 GB | 16 GB | 16 GB |
Die RTX 5050 dominiert die Benchmarks
Ich teste mit den Spielen Cyberpunk 2077, AC Shadows und Anno 117. Dabei verwende ich die FHD und QHD Auflösung jeweils mit maximalen und mittleren Details.
Auf Frame Generation verzichte ich zunächst, da die RTX 3050 diese Technologie nicht beherrscht. Es zählt also im ersten Schritt die reine Rechenleistung ohne komplett per KI generierte Bilder.
In Cyberpunk 2077 ist die Sache sowohl in FHD als auch in QHD klar: die RTX 5050 gewinnt. Das gilt sowohl für maximale Details als auch bei mittleren Details.
Die Blackwell-Grafikkarte setzt sich in FHD um bis zu 17 Prozent von der RTX 4050 ab. Die alte RTX 3050 wird dagegen gleich um 60 beziehungsweise 65 Prozent überboten.
Cyberpunk 2077 (1920 x 1080)
Entry-GPUs RTX 3050, 4050 & 5050
- FPS
- 0,00
- 20,00
- 40,00
- 60,00
- 80,00
- 100,00
Wechselt man zur anspruchsvollen QHD-Auflösung, zeigt sich das gleiche Bild, wobei die FPS wie gewohnt deutlich geringer ausfallen. Die RTX 5050 liegt unangefochten an der Spitze und kann die RTX 3050 um bis zu 96 Prozent schlagen.
In FHD mit max. Details kann Cyberpunk 2077 mit allen drei Grafikkarten flüssig gespielt werden. Selbst die RTX 3050 liefert noch fast 44 FPS.
Wenn ihr die Auflösung auf QHD hochschraubt, kommt die 3050 in mittleren Details nur noch knapp über 30 FPS. Wirklich flüssige Frameraten liefert in QHD und maximalen Details lediglich die RTX 5050.
AC Shadows bringt eine der GPUs an ihre Grenzen
Das aktuelle Assassin’s Creed Shadows verlangt nach mehr GPU-Leistung. Das sieht man in FHD und maximalen Details. Nur die RTX 5050 kommt noch über 30 FPS. Erst mit mittleren Details wird das Spiel dann selbst auf der RTX 3050 spielbar.
AC Shadows (1920 x 1080)
Entry-GPUs RTX 3050, 4050 & 5050
- FPS
- 0
- 14
- 28
- 42
- 56
- 70
In QHD und maximalen Settings kommen alle drei GPUs an ihre Grenzen, die RTX 5050 erreicht zwar noch 32 FPS, wirklich flüssig ist das allerdings nicht mehr. Mit mittleren Details und QHD lässt es sich dagegen auch mit einer RTX 4050 noch sehr gut zocken. Die Leistung der RTX 3050 ist dagegen grenzwertig.
Anno 117 ist der Endgegner
Bei Anno 117 ist dann Schluss mit lustig, keine der drei GPUs bringt in FHD und Ultra Settings spielbare Frameraten auf den Bildschirm. Mit mittleren Details ist das anspruchsvolle Aufbauspiel aber sogar mit der betagten RTX 3050 spielbar.
Anno 117 (1920 x 1080)
Entry-GPUs RTX 3050, 4050 & 5050
- FPS
- 0,0
- 14,0
- 28,0
- 42,0
- 56,0
- 70,0
Auch QHD läuft mit mittleren Details auf RTX 5050 und 4050 sehr gut, lediglich bei der RTX werden nur noch knapp über 30 FPS ausgegeben. Da Anno, egal welcher Teil, ein eher langsames Spiel ist, kann man hier aber durchaus auch noch mit 30 FPS leben.
Mehr Frames dank KI
Mit Nvidias Frame Generation (FG) oder Multi Frame Generation (MFG)
können die RTX 5050 (MFG) und RTX 4050 (FG) zusätzliche Bilder erzeugen. Wie genau das funktioniert, erklärt euch mein Kollege Tim Schweizer in einem seiner Artikel.
Kurz und vereinfacht gesagt, kann eine Grafikkarte mit FG oder MFG zusätzliche Bilder mittels künstlicher Intelligenz erzeugen. Der RTX 3050 fehlt dieses Feature.
In kompatiblen Spielen lässt sich mit FG die Framerate fast verdoppeln. Mit MFG sind sogar noch mehr Frames möglich. Für die Zukunft gibt euch Frame Generation also noch gewisse Reserven für anspruchsvolle Titel, wenn die Grundleistung stimmt.
Damit ihr einen Eindruck davon bekommt, wie das in der Praxis aussieht, habe ich mal die RTX 4050 mit und ohne FG mit Cyberpunk 2077 (Ultra) getestet.
Cyberpunk 2077 (1920 x 1080)
RTX 4050 mit DLSS & Frame Generation
- FPS
- 0,00
- 24,00
- 48,00
- 72,00
- 96,00
- 120,00
Während die Grafikkarte in FHD und maximalen Details rund 62 FPS erreicht, werden daraus mit FG 113 FPS, das entspricht einem Plus von 83 Prozent. Noch deutlicher wird der Vorsprung unter QHD, mit Ultra Settings werden rund 34 FPS erreicht, mit FG sind es dagegen gut 77 FPS, ein Plus von 128 Prozent.
Wie gut sich Spiele mit komplett per KI-generierten Bildern anfühlen, hängt aber einerseits von der Zahl an klassisch gerenderten Bildern ab (je höher, desto besser und möglichst mindestens 60 FPS). Andererseits sind auch das Genre und die subjektive Wahrnehmung wichtige Faktoren dabei.
Fazit der Redaktion
Sven Scharpe: Gaming-Laptops sind teuer. Dank der vorherrschenden RAM-Krise werden die Preise auf absehbare Zeit wohl eher noch weiter ansteigen. Das macht Modelle mit günstigerer RTX 5050, 4050 oder sogar einer 3050 potenziell relevanter.
Von der RTX 3050 würde ich mittlerweile aber abraten, die Leistung ist zum Spielen nicht mehr zeitgemäß, dazu müsst ihr auf Frame Generation verzichten. Gerade diese Technologie verhilft Grafikkarten wie 5050 und 4050 zu einer Leistung, die man bisher nur von deutlich teureren Pixelbeschleunigern kannte – sofern man mit dem teils höheren Input-Lag leben kann und die Basis-FPS stimmen.
Für High-End-Karten wie eine 5080 oder 5090 mag das Feature für viele nicht so relevant sein, bei den Einsteiger-GPUs kann FG/MFG aber darüber entscheiden, ob ein Spiel ausreichend flüssig spielbar ist oder eben nicht. Von daher wäre FG zumindest für mich in dieser Preisklasse ein wichtiger Faktor.
Von den drei getesteten Modellen würde ich, wenig überraschend, zur RTX 5050 raten. Sie bietet die höchste Leistung und verfügt als einzige GPU im Testfeld über 8-GB-VRAM.
Falls ihr aber einen Laptop mit RTX 4050 zu einem wirklich guten Preis findet, kann auch dieser Chip durchaus noch eine Überlegung wert sein.
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