Roborock ist längst nicht mehr nur im Wohnzimmer unterwegs. Nach Saug- und Wischrobotern mischt der Hersteller inzwischen auch bei Mährobotern mit – und möchte mit dem RockNeo Q105 jetzt besonders die Klasse unter 1.000 Euro aufrollen.
Das Datenblatt liest sich jedenfalls ambitioniert: GPS-RTK, Stereo-Kamera, KI-Hinderniserkennung und systematische Bahnenführung für 800 Euro. Im Alltag hat mich der kleine Mäher deshalb mehrfach überrascht – manchmal positiv, manchmal negativ.
Für wen sich der Q105 eignet, wo die Unterschiede zum Q110 liegen und wo es noch hapert, klärt mein Test.
Transparenzhinweis: Roborock hat mir den Q105 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt oder das Ergebnis, und es gab keine Verpflichtung zur Veröffentlichung.
Was ist das für ein Mähroboter?
Der Q105 setzt auf eine RTK-Antenne für präzise Satellitennavigation, ergänzt durch VSLAM (visuelle Orientierung) und eine Stereo-Kamera.
Diese Kombination ist sinnvoll, denn reine RTK-Systeme haben Probleme unter dichten Baumkronen oder in engen Bereichen. Die Stereo-Kamera soll genau dort kompensieren, wo das GPS-Signal schwächelt oder Hindernisse auftauchen.
Innerhalb der Roborock-Linie ist der Q105 das kompakte Einstiegsmodell. Sein großer Bruder, der Q110, bietet dieselbe Technik, aber einen größeren Akku (4,6 statt 4 Ah) und ist für bis zu 1.000 Quadratmeter gedacht.
| Merkmal | RockNeo Q105 | RockNeo Q110 |
|---|---|---|
| Empfohlene Fläche | bis 500 m² | bis 1.000 m² |
| Akku | 4,0 Ah | 4,6 Ah |
| Mähzeit | ca. 100 Min. | ca. 130 Min. |
| Ladezeit | ca. 95 Min. | ca. 75 Min. |
| Navigation | RTK + VSLAM + Stereo-Kamera | RTK + VSLAM + Stereo-Kamera |
| Schnittbreite | 22 cm | 22 cm |
| Schnitthöhe | 20–60 mm, manuell | 20–60 mm, manuell |
| Max. Steigung | 45 % | 45 % |
| Kantenschnitt | optional (PreciEdge) | optional (PreciEdge) |
| Preis | 799 Euro | 1.199 Euro |
Technisch bringt der Q105 Folgendes mit: 22 cm Schnittbreite, 20–60 mm Schnitthöhe (manuell), ein schwebendes Mähdeck, Heckantrieb mit großen 240-mm-Rädern hinten, bis zu 45 Prozent Steigung, IPX6-Wasserschutz und rund 59 dB Betriebslautstärke.
Was das alles für die Praxis bedeutet, klären wir gleich.
So habe ich getestet
Ich habe den Roborock Q105 über drei Wochen vorrangig in einem kleinen Test-Garten eingesetzt – einer rund 150 qm großen Rasenfläche begrenzt von Koniferen und Begrenzungssteinen.
Als Hindernisse dienten eine Feuerschale samt Stühle sowie das Klettergerüst und herumliegende Spielzeug meines 5-jährigen Sohnes.
Ich habe sowohl die automatische als auch die manuelle Kartierung genutzt, verschiedene Mähpläne getestet und die Hinderniserkennung im Alltag beobachtet. Das Gerät lief während des gesamten Testzeitraums als Hauptmäher ohne parallelen Einsatz eines anderen Roboters.
Ich habe mehrere Firmware-Versionen getestet. Mein finaler Test bezieht sich auf die Firmware-Version 02.64.56
Preis und Verfügbarkeit
Der Q105 und Q110 ist ab sofort verfügbar. Der Straßenpreis liegt je nach Händler bereits bei um die 750 (Q105) bzw. 1050 Euro (Q110).
Einrichtung: Schnell und unkompliziert
Der Roborock Q105 ist schnell eingerichtet: Ladestation aufstellen, Antenne platzieren (freie Sicht zum Himmel nötig) und mit der Station verbinden, App öffnen, Gerät koppeln, und schon könnt ihr euren Garten kartieren.
Wer besonders viele Bäume oder andere große Umgebungsobjekte hat, die das Antennensignal stören könnten, muss im Vorfeld etwas planen. Glücklicherweise ist das Kabel sehr lang und es liegt eine Verlängerung bei, sodass ihr die Antenne auch etliche Meter von der Station entfernt platzieren könnt.
Wie bei RTK üblich gilt aber: Wer keinen freien Fleck mit Himmelssicht haben sollte, hat mitunter ein Problem, denn ohne RTK-Signal bleibt der Mähroboter in der Station. Für die meisten Gärten sollte das aber machbar sein.
Kartierung und Zonen
Statt Begrenzungsdraht bekommt man eine digitale Karte, auf der sich Mähzonen, No-Go-Bereiche und Zeitpläne einrichten lassen. Das ist nicht nur praktischer in der Einrichtung, es macht die Verwaltung des Gartens auch im Alltag flexibler.
Neues Beet, neues Spielgerät, umgestellte Gartenmöbel: Einfach die Karte anpassen, fertig. Die Kartendarstellung in der App ist übersichtlich und gut umgesetzt. Man erkennt auf einen Blick, welche Bereiche gemäht werden und wo No-Go-Zonen liegen.
Navigation und Hinderniserkennung: Solide, aber zu vorsichtig
Im laufenden Betrieb beweget sich der Q105 strukturiert und systematisch durch den Rasen; die Richtung (oder direkt ein Automatikmodus) lässt sich in der App einstellen.
Die Hinderniserkennung funktioniert jederzeit zuverlässig: Badelatschen, Spielzeug oder dickere Äste umfährt der Q105 gezielt. Bei Personen ist er noch resoluter – mich selbst hat er schon aus der Ferne erkannt und hat direkt gewendet.
Das Problem ist nicht, was er erkennt, sondern wie er damit umgeht. Der Q105 ist mir einen Tick zu vorsichtig. Selbst auf der ausgeglichenen
Hinderniserkennungsstufe (es gibt nur zwei) in der App hält er überall großzügigen Abstand zu allem – inklusive Gras, selbst wenn's nur ein Fingerbreit zu hoch ist.
Das bedeutet in der Praxis: Mal mäht er exakt an der Kante meiner Feuerschale entlang, mal spart er einen Fußball viel zu großzügig aus. Hier kann Roborock gerne noch an der Software schrauben, wobei sich in den letzten Wochen bereits einiges getan hat.
Das interessanteste Beispiel ist mein Klettergerüst. Anfangs fuhr der Q105 konsequent nicht darunter, obwohl es vom Platz her problemlos gepasst hätte (jeder andere Mähroboter hat damit kein Problem).
Erst, nachdem ich den Rasen unter dem Klettergerüst als niedrige Zone
in der App deklariert und den Rasen penibel-gleichmäßig von Hand gemäht hatte, fuhr er tatsächlich darunter – wenn auch noch nicht vollständig.
Das ist eine Verbesserung gegenüber früheren Firmware-Versionen, aber noch nicht ideal. Ein Mähroboter sollte eigentlich auch bei leicht (!) höherem Gras erkennen, dass er es vor sich hat – und nicht davor kapitulieren.
Außerdem passiert er die 70-cm-Passage dahinter im normalen Mähbetrieb nicht zuverlässig, findet aber für den Kantenschnitt denselben Weg problemlos. Das ist eine merkwürdige Inkonsistenz.
Es wirkt zuweilen, als würde sich der Q105 größer und dicker einschätzen, als er eigentlich ist und somit gewisse Flecken vermeiden.
Mähleistung und Schnittbild: Überzeugend auf der Fläche
Auf der offenen Rasenfläche macht der Q105 einen guten Job. Das schwebende Mähdeck gleicht Unebenheiten mechanisch aus, was gerade bei meinem nicht perfekt ebenen Garten spürbar ist.
Das Schnittbild ist schön gleichmäßig und mit 22 cm Schnittbreite (3 cm mehr als viele Konkurrenzmodelle) mäht er sehr effizient.
Mit einer Lautstärke von 59 dB ist der RockNeo Q105 zwar hörbar, aber nicht störend, selbst wenn ich direkt nebenan auf der Terrasse sitze.
Beim Akku ist mir im Alltag ebenfalls nichts Negatives aufgefallen. Für einen 500-Quadratmeter-Garten reichen die 100 Minuten Laufzeit problemlos, die 95 Minuten Ladezeit halten sich in einem vernünftigen Rahmen.
Die manuelle Schnitthöhenverstellung per Drehknopf am Gerät ist weniger komfortabel als eine digitale Lösung, in dieser Preisklasse aber erwartbar. Wer die Höhe häufig anpasst, wird das vermissen, was die teureren Modelle per App bieten. Für die meisten Nutzer mit fester Lieblings-Schnitthöhe ist das aber kein Alltags-Problem.
Kantenschnitt: Auch mit Zusatzmodul kein Grund zum Feiern
Roborock bewirbt das optionale PreciEdge
-Modul als die Lösung für saubere Rasenkanten. Ich bin jedoch etwas enttäuscht. Denn der Schnitt reicht selbst mit Modul nur bis zu 3 Zentimeter an die Kante heran – zu wenig für ein separates Zubehör, das extra kostet.
Ich fahre daher einmal die Woche via Fernsteuerung den Q105 manuell an den Kanten entlang oder greife zum Handtrimmer.
Mein ehrliches Fazit dazu: Das Zusatzmodul lohnt sich für euch nur, wenn ihr keine harte Begrenzung wie bei Koniferen oder Begrenzungssteine habt. Ist der Boden dagegen über die Rasengrenze hinaus eben, sodass der Roboter darüber fahren kann, dürfte der Kantenschnitt deutlich besser ausfallen.
Geländegängigkeit und Grip
Dank seiner großen Hinterräder (240 mm), zwei schwenkbaren Vorderrädern und bis 45-Prozent-Steigungsfähigkeit ist der Q105 auch gegen kleinere Äste, Unebenheiten und leichte Bodenwellen gewappnet.
Habt ihr steile Hänge, fehlt es jedoch insbesondere bei leichter Feuchtigkeit an Grip. Für solche Extremfälle gibt es größere Mähroboter-Kaliber wie den Luba AWD 2 oder 3.
Gleichzeitig gilt: Der RockNeo ist nicht das grazilste Modell. Mit gut 12 Kilo ist er zudem weniger wendig in sehr engen Passagen. Wer einen verschachtelten Kleingarten hat, sollte das im Kopf behalten.
App: Solide, aber noch nicht ganz fertig
Man merkt, dass Roborock aus dem Smart-Home-Bereich kommt – die App-Logik ist vertraut, die Oberfläche übersichtlich, die Kartendarstellung gut. Mähpläne anlegen, Zeitfenster setzen, Zonen verwalten, No-Go-Bereiche einzeichnen: Das funktioniert alles flüssig.
Positiv herausgestochen sind außerdem die Wildtier-Hinweise und Schutzfunktionen sowie der Diebstahlschutzbereich mit Sicherheitssperren, Anheberalarm und Standortbestimmung – das ist für die Preisklasse ein überraschend starkes Paket.
Ein echtes Highlight ist die Kamera-Fernsteuerung: Man kann den Q105 per App remote als Überwachungskamera nutzen und den Garten live einsehen. Wer das nutzen will, sollte sich allerdings bewusst sein, dass dabei Videodaten über Roborock-Server laufen.
Auf der anderen Seite gibt es Punkte, die zeigen, dass die App noch nicht ganz ausgereift ist.
Die Hinderniserkennung lässt sich nur in zwei Stufen einstellen, während Konkurrenten oft drei Stufen bieten. Außerdem lassen sich keine einzelnen Teilbereiche gezielt mähen; man kann nur ganze Zonen oder Kanten auswählen, nicht einen bestimmten Abschnitt innerhalb einer Zone.
Zudem sind mir Passagen aufgefallen, bei denen der gesamte Text kleingeschrieben dargestellt wird – ein kleiner, aber unübersehbarer Hinweis, dass die Lokalisierung an manchen Stellen noch nicht fertig poliert ist.
Was komplett fehlt: jegliche Optionen für das Batteriemanagement. Kein Ladelimit einstellbar, keine Niedriglastladung, keine Kontrolle darüber, wie viel Prozent der Akku bei Zwischenstopps laden soll. Konkurrenten bieten das längst standardmäßig, besonders vorbildlich der Yuka Mini 2 (im Test).
Reinigung und Wartung: Kein Aufwand
Hier macht Roborock vieles richtig. Dank IPX6-Zertifizierung kann man den Q105 einfach mit dem Gartenschlauch abspritzen.
Im Lieferumfang sind zudem Ersatzklingen enthalten, sodass man nicht gleich nachkaufen muss, wenn die ersten Klingen stumpf werden. Für eine Geräteklasse, bei der Wartung im Alltag regelmäßig anfällt, ist das ein angenehm unkompliziertes Paket.
Alternativen: Der Markt macht es dem Q105 nicht leicht
Der Q105 sitzt 2026 in einem umkämpften Preissegment. Unter ihm und über ihm gibt es Konkurrenz, die in entscheidenden Punkten besser aufgestellt ist.
Der Ecovacs Goat O600 RTK (~650 Euro) kostet rund 150 Euro weniger. Er ist agiler und für aufgeräumte, flachere Gärten oft die bessere Wahl. Der Nachteil: ein starres Mähdeck (schlechter bei unebenen Flächen) und nur eine Mono-Kamera statt Stereo-Vision, was mir im Alltag aber nicht störend auffiel.
Der Mammotion Yuka Mini 2 (~1000 Euro) braucht keine RTK-Antenne im Garten, bietet drei statt zwei Hinderniserkennungsstufen und eine ausgereiftere App inklusive Batteriemanagement. Für Gärten mit Baumbestand, schlechtem GPS-Signal oder dem Wunsch nach weniger Hardware-Aufwand ist er die überzeugendere Wahl.
Fazit: Für wen lohnt sich der RockNeo Q105?
Der Roborock RockNeo Q105 ist ein technisch solider Mähroboter, der auf offenen, unebenen Rasenflächen seine Stärken ausspielt. Navigation, Geländegängigkeit und Reinigung sind gut. Die App hat eine klare Handschrift und nützliche Sicherheitsfeatures.
Zum Thema: Die besten Mähroboter 2026
Aber der Q105 ist in einem Segment gefangen, in dem er von beiden Seiten unter Druck steht. Günstiger geht oft genauso gut – und teurer geht meistens besser. Sein echtes Alleinstellungsmerkmal ist das schwebende Mähdeck für unebenes Gelände. Wer das nicht braucht, hat mit dem O600 oder dem Yuka Mini 2 die stärkeren Argumente auf seiner Seite.




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