Ich spiele PC-Spiele seit Windows 95 und bin mit Shootern wie Unreal Tournament 2004 und Counter Strike 1.6 groß geworden. Aus diesem Grund habe ich sehr früh gelernt, solche Spiele mit einer Tastatur und Maus zu manövrieren.
Heute spiele ich nicht mehr so häufig Multiplayer-Shooter, aber wenn ich mal Lust auf eine Runde The Finals, Hell Let Loose oder Battlefield 2042 habe, dann greife ich inzwischen am liebsten zu dem etwas seltsam anmutenden Tastatur-Joystick-Hybriden »Move Master«.
Seinen größten Nachteil gegenüber einer Gaming-Tastatur sieht man sofort an: viel weniger Tasten. Jetzt habe ich den »Button Commander« getestet, der diese Schwäche beheben soll – ein Add-on mit acht zusätzlichen Tasten.
Ist der Move Master jetzt die ultimative Alternative zu Gaming-Tastaturen? Fangen wir von vorn an.
Was ist der Move Master überhaupt?
Der Move Master ist ein Tastatur-Joystick-Hybrid für PC-Spiele:
- Der große Block, auf dem eure Hand liegt, ist in Wahrheit ein Joystick. Er kann in acht Richtungen etwa einen Millimeter bewegt werden. Standardmäßig sind die Tasten WASD damit belegt.
- Hinzu kommen acht Tasten, die ihr mit dem kleinen Finger, Ringfinger, Mittelfinger und Zeigefinger bedienen könnt. Die horizontalen Tasten können in der Höhe verstellt werden.
- Für den Daumen gibt es eine seitliche und eine horizontale Taste. Letztere ist auch in Höhe und Neigung verstellbar.
- Unter den austauschbaren Tastenkappen befinden sich lineare Cherry-MX-Silent-Schalter mit Hot-Swap-Fähigkeit.
- Zu allen Tasten könnt ihr eine Tastatur-Taste zuweisen. Bei Bedarf aktiviert ihr für einzelne die Doppeltipp-Funktion, um eine zweite Aktion zuzuweisen.
- Das Gerät hat einen integrierten USB-2.0-Hub.
Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohem Niveau. Das haben Tom und sein Team aus dem bayrischen Deggendorf schön hinbekommen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Ich habe den Move Master schon vor etwa einem Jahr getestet und damals ein kleines Unboxing-Video aufgenommen, in dem ich euch zeige, wie das Gerät aussieht und funktioniert:
2:32
Ein Unboxing, das einmalige Hardware zu Tage fördert: den Tastatur-Joystick-Hybrid Move Master
Der kuriose Tastatur-Joystick-Hybrid hat mich nach dem Test schwer überzeugt, aber die geringe Anzahl an Tasten war der größte Nachteil. Hier sind die Vor- und Nachteile auf einen Blick:
- Exzellente Verarbeitung
- Sehr ergonomisch
- WASD-Steuerung mit dem Handgelenk
- Potenzial für Spieler und Spielerinnen mit Behinderung
- Verstellbare Höhe bei Tasten und Joystick
- Hotswap-Cherry-MX-Schalter
- Nur zehn physische Tasten
- Fest verbautes USB-Kabel
Die größten Vorteile sind für mich persönlich die verbesserte Ergonomie – ich mag die Klauen-Handposition beim Spielen mit der Tastatur nicht – und die Entkopplung von Bewegungs-Eingaben zum Handgelenk. So kann man etwa nachladen (R-Taste auf der Tastatur) und gleichzeitig nach rechts laufen (D-Taste).
Für den größten Nachteil gibt es jetzt eine potenzielle Lösung.
Der Button Commander – Acht zusätzliche Tasten für den Move Master
Das Move Master-Team war sich diesem Nachteil bewusst und hat ein Add-on entwickelt, das das Problem lösen soll.
Schon beim Auspacken wurde ich von der hohen Verarbeitungsqualität begrüßt, die ich vom Move Master kenne. Das Gehäuse besteht aus hochwertigem Kunststoff und die Basis aus Edelstahl. Vier Silikon-Füße sorgen dafür, dass es stabil auf eurem Tisch liegt.
Alle acht Tasten lassen sich in der Höhe verstellen, damit ihr sie leichter mit den Fingern erreicht. Auch hier sind standardmäßig Cherry-MX-Silent-Schalter mit Hot-Swap-Funktion eingebaut. Die Doppeltipp-Funktion wird auch unterstützt.
Ich bin froh, dass der Button Commander kein fest verbautes Kabel, wie der Move Master, besitzt, sondern zwei USB-C-Anschlüsse. Ein kurzes Kabel USB-C-zu-USB-A-Kabel liegt im Lieferumfang bei, mit dem ihr das Add-On mit dem USB-Hub der Haupteinheit verbinden könnt.
Wie spielt es sich damit?
Über die Move Master-App lassen sich die acht zusätzlichen Tasten mit weiteren Tastatur-Tasten belegen. Das erhöht die Anzahl der physischen Tasten auf 18, was für die meisten Shooter ausreicht.
Über die App könnt ihr euch Profile anlegen, die Tastenbelegung ändern und den Controller aktualisieren.
Die Doppeltipp-Funktion kann zwar weitere Tasten theoretisch ersetzen, aber sie sollte nur bei jenen eingesetzt werden, bei denen ihr nie in schneller Abfolge tippen müsst, sonst kommt es zu unbeabsichtigten Eingaben.
Der Button Commander erhöht deutlich die Nützlichkeit des Move Masters. Ohne ihn war es immer sinnvoll, eine Tastatur in Griffnähe zu haben, um selten genutzte Tasten verwenden zu können.
Dank der Edelstahl-Basen und Silikonfüßen stehen beide Geräte stabil auf dem Tisch. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Es gibt aber drei größere Hindernisse:
- Lernkurve: Wie beim Spielen mit einem »All-Button-Controller«, Joysticks oder Lenkrädern gibt es eine gewisse Lernkurve. Die größte Schwierigkeit anfangs ist, sich die eigene Tastenbelegung zu merken, was bei insgesamt 18 Tasten, wovon einige eventuell mit einer Doppeltipp-Funktion belegt wurden, Zeit in Anspruch nimmt.
- Erreichbarkeit der Tasten: Die obere Reihe des Button Commanders kann ich mit meinen Fingern nur erreichen, wenn ich leicht umgreife. Die Tasten für den kleinen Finger sind erst recht schwer erreichbar, weshalb ich euch empfehle, nur selten verwendete Funktionen dort zu platzieren (etwa die ESC-Taste).
- Preis: Wer mit dem Move Master spielen möchte, für den oder diejenige ist dieses Add-on ein Muss. Leider muss man dafür noch einmal 70 Euro auf den Tisch legen. Zusammen mit dem Move Master kommt man auf happige 260 Euro! Ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass es zu diesem Preis auch ausgezeichnete Gaming-Tastaturen gibt.
Meine Empfehlung
Der Move Master kann mit dem neuen Button Commander die Gaming-Tastatur noch besser ersetzen als vorher. 18 physische Tasten machen ihn deutlich alltagstauglicher. Er bietet euch eine ergonomische Alternative zur Gaming-Tastatur und kann euch sogar Gameplay-Vorteile bieten, da ihr simultan zu den Richtungseingaben schnellen Zugriff auf andere Eingaben habt.
Das allergrößte Hindernis liegt allerdings beim Preis. Der Move Master kostet 190 Euro und der Button Commander 70 Euro. Da ich gerne Fighting Games mit Arcade-Controllern spiele, die gerne mal 200 Euro und aufwärts kosten, sind solche Preise für Gaming-Peripherie für mich keine Überraschung mehr. Auch Freunde von Racing- oder Gitarren-Games kennen es.
Aber wie auch bei diesen, wird der Move Master nur für wenige wirklich interessant sein, die sich in diese Nische begeben wollen. Wenn ihr zum Beispiel schon jetzt eine Einhand-Tastatur auf eurem Tisch liegen habt, könnte dieses Gerät der logische nächste Schritt sein. Der Move Master ist außerdem exzellent verarbeitet und sollte euch viele Jahre erhalten bleiben.
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