Mit der MSI CLAW A8 erscheint nicht nur ein neuer Gaming-Handheld, sondern auch der erste Vertreter mit AMDs brandneuem Ryzen Z2 Extreme (Z2E).
Der Chip basiert auf dem AI 9 HX 370, wurde aber für Handhelds abgespeckt: weniger CPU-Kerne, keine NPU, bei identischer iGPU. Das klingt erst einmal nach einer Sparmaßnahme, soll aber in der Praxis für mehr Effizienz und längere Akkulaufzeit sorgen.
Der chinesische YouTuber 会弹钢琴的疯疯 konnte den neuen Handheld schon testen und wir haben das Video ausgewertet.
Darum ist das wichtig: Der AMD Ryzen Z2 Extreme wird auch als »Ryzen AI Z2 Extreme« im Asus ROG Xbox Ally X verbaut werden. Dieser erste Test der MSI Claw A8 gibt uns den ersten Hinweis dafür, welche Gaming-Leistung und Effizienz von dem Xbox-Handheld erwartet werden kann.
Design und Verarbeitung: »Angriffsmodus« aktiviert
Der CLAW A8 Ryzen Edition ist kein Rebranding, sondern wurde komplett neu gestaltet. Statt runder, ergonomischer Formen wie beim Vorgänger setzt MSI jetzt auf kantige Geometrie und polygonale Designelemente.
- Die Rückseite ist mit vielen Linien, Facetten und einem spiegelnden Drachenschild versehen. Der YouTuber beschreibt das Design als fast schon »aggressiv«.
- Ob das bequem in der Hand liegt? Ja, aber mit Kompromissen. Die Griffe sind zwar gut durchdacht und bieten für alle Fingerzonen passende Flächen, kommen aber laut dem Video nicht an die Ergonomie eines Steam Deck heran.
- Dafür ist das Gehäuse 30 Gramm leichter als beim CLAW 8 AI+. Die MSI Claw A8 bringt rund 760 Gramm auf die Waage.
Display und Lautsprecher: Bekannt gut
Das 8 Zoll große LCD-Panel löst mit 1920 x 1200 Pixeln auf, bietet 120 Hertz, 500 Nits Helligkeit und nahezu 100 Prozent sRGB-Abdeckung. VRR ist auch an Bord. Das Panel ist identisch mit dem CLAW 8 AI+, farblich leicht bläulich voreingestellt, aber solide.
Die Stereo-Lautsprecher sitzen weiterhin an der Vorderseite und bieten DTS-Unterstützung und Hi-Res-Zertifizierung. Klanglich beschreibt der YouTuber sie als klar und laut, ohne blechern zu wirken.
Hardware und Anschlüsse: Hervorragend ausgestattet
Die technischen Daten des Handhelds können sich sehen lassen:
- CPU: AMD Ryzen Z2 Extreme
- RAM: 24 GB LPDDR5X (8000 MHz)
- SSD: 1 TB PCIe 4.0
- Akku: 80 Wh
- Anschlüsse und Konnektivität: Wi-Fi 7, USB4, 3,5 mm Klinke, microSD
- eGPU-Support: grundsätzlich möglich, Treiberprobleme aber noch nicht gelöst
Kühlung und Lüfterlautstärke: Zwei Lüfter, Heatpipes und eine intelligente Lüftersteuerung sorgen dafür, dass das Gerät selbst bei 35 Watt TDP vergleichsweise leise bleibt.
Benchmarks: Die Leistungsupgrades halten sich in Grenzen
Zuerst wurde der AMD Ryzen Z2 Extreme bei 35 Watt TDP mit dem AMD Ryzen Z1 Extreme, dem AMD AI 9 HX 370 und dem Intel Core Ultra 7 258V in 3DMark TimeSpy und fünf verschiedenen Spielen verglichen.
Ein Vergleich zwischen diesen Prozessoren ergibt Sinn, weil es alles Chips sind, die in Handheld-Konsolen verbaut sind:
- AMD Ryzen Z2 Extreme (Z2E): MSi Claw A8, Lenovo Legion Go 2, Asus ROG Xbox Ally X (AI Z2 Extreme)
- AMD Ryzen Z1 Extreme (Z1E): Lenovo Legion Go, Asus ROG Ally X
- AMD Ryzen AI 9 HX 370: Ayaneo 3, Onexplayer G1, GPD Win4 2025
- Intel Core Ultra 7 258V: MSI Claw 8 AI+, Onexplayer X1 Air
Synthetischer Benchmark (3DMark TimeSpy bei 35W TDP)
Im synthetischen Benchmark-Test mit 3DMark TimeSpy bei 35 Watt TDP erreicht der Z2 Extreme rund 3600 Punkte bei der GPU und etwa 8800 Punkte bei der CPU.
Damit liegt er beim Grafikscore auf Augenhöhe mit dem HX 370. Dessen Prozessor ist allerdings etwas stärker. Der Z1 Extreme ist in beiden Disziplinen klar unterlegen. Spannend: Der Intel Core Ultra 7 258V liefert zwar die bessere GPU-Leistung, schwächelt dafür aber bei der CPU – hier hat der Z2E klar die Nase vorn.
Gaming-Performance
Anschließend hat der YouTuber die Leistung in folgenden Spielen miteinander verglichen: Black Myth Wukong, Ghost of Tsushima, Expedition 33, Meta und Dead Cells. Hier sind seine Ergebnisse in der Zusammenfassung:
Bei 12 Watt TDP zeigt der neue Z2 Extreme eine spürbare Leistungssteigerung gegenüber dem Z1E. Der Abstand beträgt etwa +10 FPS. Gegenüber dem HX 370 liegt der Z2E leicht zurück, punktet dafür aber mit der besseren Energieeffizienz, sobald man die Systemleistungsaufnahme angleicht. Die Akkulaufzeit liegt in diesem Szenario bei bis zu 4 Stunden.
Bei 17 Watt TDP bleibt das Bild ähnlich: Der Z2E liegt rund 6 FPS vor dem Z1E, aber weiterhin knapp hinter dem HX 370, obwohl er insgesamt effizienter arbeitet. Die Laufzeit sinkt hier auf etwa 3 Stunden.
Bei 25 Watt TDP sind der Z2E und der HX 370 nahezu gleichauf – sowohl bei der Bildrate als auch beim Verbrauch. Die Akkulaufzeit liegt hier bei circa 2 Stunden, was für ein Handheld unter Volllast ein ordentlicher Wert ist.
Im Bereich von 7 bis 10 Watt TDP, wie er typischerweise bei Indie-Titeln wie Meta oder Dead Cells zum Einsatz kommt, liegt der Z2E klar vorn. Er schlägt sowohl den HX 370 als auch den Z1E, und das bei einer Akkulaufzeit von bis zu 8,5 Stunden. Genau hier zeigt sich das größte Effizienzpotenzial des neuen Chips.
Gegen den Intel Core Ultra 7 258V (MSI Claw 8 AI+)
Hier zeigt sich ein klarer Trend:
Bei 30 Watt TDP kann sich der Z2E knapp durchsetzen. Er erreicht etwa 3 bis 4 FPS mehr als der 258V. Beide Chips nehmen sich bei der Leistungsaufnahme nichts und auch die Akkulaufzeit liegt mit rund 2 Stunden auf einem ähnlichen Niveau.
Im Bereich zwischen 5 und 17 Watt kippt das Bild zugunsten von Intel: Der 258V liegt hier etwa 2 FPS vor dem Z2E und ist gleichzeitig sparsamer. Der Z2E benötigt bei gleichem FPS-Niveau 1 bis 2 Watt mehr, was sich in längeren Spielsitzungen bemerkbar macht.
Bei nur 8 Watt TDP spielt der 258V seine Stärken voll aus. Er ist deutlich effizienter, schafft im Schnitt rund 5 FPS mehr als der Z2E und hält dabei auch noch bis zu 11 Stunden durch. Zum Vergleich: Die MSI Claw A8 mit Z2E schafft hier etwa 8 Stunden – ebenfalls stark, aber nicht ganz auf dem Level des Intel-Chips.
Der 258V von Intel bleibt Effizienz-Spitzenreiter im Low-TDP-Bereich, vor allem bei ressourcensparenden Indie-Spielen. Der Z2E überzeugt dafür bei mittlerer und hoher Last mit mehr Leistung pro Watt als der HX 370.
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MSI Claw 8 AI+: Der Vorgänger ist mit dem Intel Core Ultra 7 258V ausgestattet
Software und Steuerung
Die MSI-Software wurde verbessert: Man kann jetzt Langzeit-, Kurzzeit- und Sofortleistung manuell einstellen. TDP-Fine-Tuning von 15 bis 35 Watt in 1-Watt-Schritten ist möglich.
Auch die Joysticks und Tasten fühlen sich hochwertig an, allerdings sind die Totzonen bei den Sticks noch nicht optimiert.
Selbst bei der Einstellung »0« gibt es recht große Bereiche, in denen die Analog-Sticks keine Bewegung registrieren. Hier hoffen wir auf ein Firmware-Update, das dieses Problem behebt.
Erstes Fazit: Der MSI Claw A8 konkurriert mit MSI selbst
Der MSI Claw 8 AI+ gehört mit seinem großen Akku, dem schönen Display und vor allem der Gaming-Leistung zu den besten, die ihr euch aktuell kaufen könnt, solange euch der Preis von 1.000 Euro nicht abschreckt.
Der neue MSI Claw A8 ist zwar ähnlich schnell, aber in puncto Effizienz bleibt der Vorgänger weiter an der Spitze. Letztendlich wird wie so oft über den Preis entschieden, ob sich der Kauf des neuen Handhelds lohnt oder nicht. Außerdem wird der die MSI Claw A8 später in diesem Jahr mit dem Xbox-Handhelds von Asus konkurrieren.
Solltet ihr schon einen Handheld mit AMD Ryzen Z1 Extreme-Chip besitzen, kann sich das Upgrade für die verbesserte Effizienz und den größeren Akku lohnen. Bei der Gaming-Leistung wurde dagegen nur ein kleiner Schritt nach vorn gemacht.
Sobald wir selbst diesen Handheld in unsere Hände bekommen, werden wir ihn selbst testen und euch erzählen, ob er sich aus unserer Sicht lohnt oder nicht.

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