Auf dem MWC 2026 hat Tecno ein interessantes Smartphone-Konzept vorgestellt: ein sehr dünnes Basishandy, dazu ein ganzer Tisch voller magnetischer Zusatzmodule – Akkus, Kameras und viele weiteren Accessoires.
Beim ersten Blick auf die Fotos und Videos musste ich sofort an die Moto-Mods aus vergangenen Zeiten denken. Um 2017 herum hat Motorola mit den Moto-Z-Smartphones und ihren andockbaren Mods versucht, das Smartphone modular zu machen.
Projektor, Hasselblad-Kamera, Akku-Packs, Lautsprecher – das gab es in Zusatzteilen, die per Magnet auf die Rückseite geklippt wurden. Technisch war das spannend und trotzdem ist das Konzept schnell untergegangen.
Das lag vermutlich auch am Preis, denn die Mods waren nicht günstig. Eine bessere Kamera, ein ordentlicher Lautsprecher oder der Projektor kosteten schnell dreistellige Beträge.
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Tecno legt das Konzept neu auf
Falls ihr Tecno nicht kennt
Die Marke gehört zum chinesischen Hersteller Transsion Holding, der zu den größten Smartphone-Produzenten zählt – auch wenn er hierzulande eher unbekannt ist. Zu kaufen gibt es Tecno-Handys zwar auch in Deutschland, allerdings nur über Amazon und eBay.
Das Konzept, das Tecno auf dem MWC gezeigt hat, hört auf den Namen »Modular Magnetic Interconnection Technology«. Dabei ist das Smartphone selbst gerade einmal 4,9 Millimeter dick und verzichtet auf einen USB-Anschluss – alles läuft kabellos.
Auf der Rückseite ist das Gerät in mehrere Zonen aufgeteilt, auf denen Module magnetisch andocken. So lassen sich auch mehrere Module kombinieren. Die Stromversorgung läuft über klassische Pins, die Daten drahtlos über WLAN, Bluetooth oder mmWave (Millimeterwelle).
Ein Tisch voller Module
Tecno zeigte bereits rund zehn verschiedene Module. Da ist zum Beispiel ein dünner Powerbank-Aufsatz mit 3.000 Milliamperestunden, der sich einfach mit weiteren stapeln lässt: Zwei, drei Akkupacks hintereinander sind so möglich und sorgen für lange Laufzeiten.
Spannend ist auch der Fotobereich. Tecno hat mehrere Kamera-Module gezeigt: von einer Action-Cam, bis hin zu einem Teleobjektiv-Aufsatz, der eher an ein Systemkameragehäuse erinnert. Das Tele-Lens-Modul hängt drahtlos am Smartphone, das Display dient dabei als Sucher. Dazu kommen unter anderem noch Module für Gaming oder Off-Grid-Kommunikation.
Einen näheren Eindruck vom Tecno-Smartphone könnt ihr euch im Video (ab Sekunde 27) von den Kollegen von AndroidAuthority machen:
Link zum YouTube-Inhalt
Sind wir bereit für die Zeit der Module?
Das Konzept von Tecno hat aus meiner Sicht viel Potenzial. Das Smartphone ist schick und dünn, die Komponenten erwecken einen hochwertigen Eindruck und versprechen höchste Flexibilität.
Wann und ob das Handy aber kommt, ist aktuell noch unklar. Ich glaube, dass es mehrere Strategien braucht, damit der modulare Plan dieses Mal aufgeht:
- Langfristige Zusage: Eine klare Garantie, dass Module mehrere Jahre und mehrere Gerätegenerationen hinweg unterstützt werden.
- Faire Preise: Module müssen preislich dort landen, wo sie nicht nur für Hardcore-Nerds interessant sind. Ein Akku- oder Kameramodul darf nicht so teuer sein wie ein Mittelklasse-Smartphone.
- Offene Plattform, zumindest teilweise: Ein definierter Standard, über den auch Dritthersteller Module entwickeln können, würde dem System zugutekommen.
Ich wünsche mir, dass es klappt
Es würde mich sehr freuen, wenn Tecnos Neustart funktioniert. Die Modul-Upgrades sind nämlich eine richtig gute Sache.
Einerseits kann das Zubehör weitere Geräte wie eine Actioncam ersetzen. Andererseits brauchen wir uns dann vielleicht auch nicht mehr alle paar Jahre ein neues Smartphone zu kaufen, nur um ein bisschen mehr Zoom oder eine etwas längere Akkulaufzeit zu bekommen.
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Das wäre mit entsprechenden Modulen nachhaltiger. Das Handy ist die Basis mit gutem Display, aktuellen Funkstandards, ordentlichem Chip und vernünftiger Kamera. Alles darüber hinaus wird angesteckt, wenn man es braucht. Also ähnlich, wie es Fairphone macht, aber durch die Magnete noch einfacher.
Ob Tecno es am Ende schafft, sein Konzept in ein ganzes Ökosystem zu verwandeln, bleibt abzuwarten. Ich fände es auf jeden Fall schön, wenn das modulare System mehr als ein Messe-Highlight bleibt.
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