Die NASA hat sie ein Jahr lang eingesperrt, um das Leben auf dem Mars zu simulieren. Sie haben verraten, womit sie ihre Zeit verbracht haben: Eine Konsole gehörte wohl nicht mehr dazu

Die zweite CHAPEA-Mission der NASA ist vor Kurzem zu Ende gegangen. Über die Erfahrungen berichten die Teilnehmer in mehreren Podcasts.

Auch wenn die Tasche im kleinen Schlafzimmer rechts Xbox-Erinnerungen hervorruft, war unseres Wissens nach keine Konsole vor Ort vorhanden. (Bild: nasa.gov) Auch wenn die Tasche im kleinen Schlafzimmer rechts Xbox-Erinnerungen hervorruft, war unseres Wissens nach keine Konsole vor Ort vorhanden. (Bild: nasa.gov)

Um einen Eindruck davon zu gewinnen, wie es für Menschen sein könnte, im Rahmen einer Forschungsmission auf dem Mars zu leben, hat die NASA das CHAPEA-Programm ins Leben gerufen.

Die Abkürzung steht für Crew Health and Performance Exploration Analog, zu Deutsch etwa Analogversuch zur Untersuchung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Besatzung.

Der zweite Test dieser Art ist Ende Oktober 2026 nach ungefähr einem Jahr zu Ende gegangen. Vier Testpersonen haben in dieser Zeit in einem per 3D-Drucker erstellten Testaufbau im Johnson Space Center in Houston gelebt.

Neben simulierter Forschungsarbeit unter teils erschwerten Bedingungen wie etwa ausgefallenen Kommunikationssystemen und begrenzten Ressourcen galt es dabei auch, sich mit Freizeitaktivitäten die Zeit zu vertreiben. Doch welche waren das?


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Instrumente und Tischtennis statt PlayStation

Beim ersten CHAPEA-Test, der von Mitte 2023 bis Mitte 2024 stattfand, war auch eine PlayStation mit an Bord (wir berichteten).

Das scheint diesmal nicht der Fall gewesen zu sein. Zumindest erwähnt keiner der vier Teilnehmer eine Spielekonsole. Doch mediale Unterhaltung gab es dennoch, etwa in Form von Filmen (natürlich inklusive Der Marsianer) und Musik.

Die folgenden Zitate aus der Podcast-Reihe Houston, we have a Podcast zeigen, womit sich die Crew-Mitglieder die Zeit vertrieben haben:

Ross Elder (Commander)

  • Musizieren in der Habitat-Band: Wir haben eine Band, aber sie steckt noch in den Kinderschuhen. Ich spiele Banjo, Matt Mundharmonika, James Keyboard und Ellen singt am Mikrofon. Wir lernen es alle erst nach und nach.
  • Fortschritt bei den Bandproben: Wir hatten bisher mindestens ein paar Proben während unserer Teamaktivitäten. Ich denke, wir hatten eine ziemlich unterhaltsame Zeit beim Üben und Erlernen neuer Instrumente. Ellen hat sogar Gefallen an elektronischem Schlagzeug und Abmischen gefunden.
  • Musik, Filme und Aufnahmen gegen die Habitat-Stille: Ich neige dazu, Musik, Filme und Aufnahmen zu hören, und die Crew sieht mich ständig mit meinem Ohrstöpsel, nur damit ich irgendein Geräusch habe, um die Stille zu füllen.

Matthew Montgomery (Science Officer)

  • Basteln von Papier-Geistern für Halloween: Jeder von uns durfte seinen eigenen Papier-Geist basteln, und sie hatten alle ihre ganz persönliche Note. Jeder bekam ein Namensschild, sodass wir sie benennen und im Wohnbereich aufhängen konnten.
  • Pflanzenzucht/Gärtnern als persönliche Leidenschaft: Der Pflanzenanbau war für mich ein großes Thema, sowohl als Wissenschaftsoffizier als auch persönlich. Es macht mir wirklich Spaß, Gemüse und verschiedene Blattgemüse anzubauen.
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Ellen Ellis (Medical Officer)

  • Gemeinsames Musik-Hören beim Essen: Eine der Dinge, die mir wirklich Spaß gemacht haben, ist das Teilen von Musik während einer gemeinsamen Mahlzeit oder in unserer Freizeit. Es war eine gute Möglichkeit, einander kennenzulernen.
  • Hörbücher hören beim Sport: Mein Kindle ist großartig. Wir haben täglich feste Einheiten für Sport eingeplant. Ich genieße es sehr, mir dabei ein Hörbuch anzumachen und etwas Neues zu lernen.
  • Lesen an Sonntagen: Sonntage sind eine wirklich schöne Gelegenheit, sich auszuruhen und sich in einem Buch zu verlieren.

James Spicer (Flight Engineer)

  • Tischtennis spielen: Ich glaube, eine meiner Lieblingsaktivitäten fand letzte Woche statt, als wir ein paar Stunden Zeit hatten und Tischtennis gespielt haben. Einige von uns hatten Tischtennisschläger, Ausrüstung und jede Menge Bälle mitgebracht und wir konnten ein gutes Spiel aufziehen, was sehr viel Spaß gemacht hat.
  • Gemeinsames Filmeschauen (Der Marsianer): Jemand aus der Crew hatte ‚Der Marsianer‘ mitgebracht, den wir uns neulich gemeinsam als Gruppe angeschaut haben.
  • Weihnachtsfilm und Geschenkeaustausch: Wir haben einen Weihnachtsfilm geschaut, um in Weihnachtsstimmung zu kommen, und ohne es wirklich geplant zu haben, hatten wir alle Geschenke füreinander mitgebracht, sodass wir am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages einen lustigen Geschenkeaustausch hatten.
  • Weitere Filme schauen (Ash): Der Flugleitung ist es gelungen, etwas Zeit zu finden, um einen neuen Film für uns hochzuladen, sodass wir uns darauf freuen, in ein paar Wochen einen Film namens ‚Ash‘ zu schauen.

Um die Habitat genannte Unterkunft herum befindet sich ein Außenbereich mit rotem Sand. Darin mussten die Crew-Mitglieder Einsätze durchführen, die auch im Rahmen einer Mars-Mission relevant sein könnten. (Bild: nasa.gov) Um die Habitat genannte Unterkunft herum befindet sich ein Außenbereich mit rotem Sand. Darin mussten die Crew-Mitglieder Einsätze durchführen, die auch im Rahmen einer Mars-Mission relevant sein könnten. (Bild: nasa.gov)

Arbeit ist nicht alles

Für die NASA steht bei der Mission im Fokus, wie die Menschen mit der belastenden Situation umgehen und wie leistungsfähig sie dabei bleiben.

Neben der Arbeit in der Unterkunft selbst gibt es dazu auch simulierte Außenmissionen mit Erkundungs- und Reparaturarbeiten sowie Missionen über ferngesteuerte Geräte wie Drohnen.

Doch um die Leistungsfähigkeit möglichst hoch zu halten, ist es auch wichtig, einen Ausgleich zur Arbeit zu schaffen und Möglichkeiten zur körperlichen und geistigen Erholung zu bieten.

Neben Freizeitaktivitäten vor Ort zählte auch die Kontaktaufnahme mit Familie und Freunden dazu – allerdings unter erschwerten Mars-Bedingungen. So dauert das Versenden einer simplen SMS beispielsweise bereits bis zu 22 Minuten.


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Wie geht es jetzt weiter?

Für das Jahr 2027 ist ein ähnliches Programm seitens der NASA geplant.

Unter dem Namen Moon and Mars Exploration Analog werden dabei die beiden am Johnson Space Center vorhandenen Isolations-Anlagen zu einer großen kombiniert (HERA und CHAPEA). Eine stellt das Raumschiff dar, die andere die Planetenoberfläche.

Freiwillige Teilnehmer dafür werden bereits seit Mitte 2026 gesucht.


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