Die NASA hat von Oktober 2023 bis November 2024 mit dem Mars-Rover Curiosity den Gediz Vallis-Kanal auf dem roten Planeten erforscht.
Dabei wurde eine unerwartete, gelbe Entdeckung gemacht: reiner Schwefel.
Dass es dazu gekommen ist, hat die NASA dem Zufall zu verdanken, denn Curiosity hat einen Stein mit diesem Schwefel im Inneren beim Überfahren unbeabsichtigt aufgebrochen.
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Was die Entdeckung des Mars-Rovers so besonders macht
- Entscheidend ist, dass es sich um reinen Schwefel handelt, wie es im passenden Bericht der NASA heißt.
- Laut der NASA entsteht reiner Schwefel
nur unter speziellen Bedingungen, die Wissenschaftler bisher nicht mit der Geschichte dieses Ortes [gemeint ist der Mars, Anm. d. Red.] in Verbindung gebracht haben
. - Schwefelbasierte Materialien an sich sind dagegen für den Mars nichts Ungewöhnliches und auch im Gediz Vallis-Kanal gibt es viele Sulfate beziehungsweise Salze, die Schwefel enthalten, der mit anderen Materialien gemischt ist.
Umso bemerkenswerter ist der Umstand, dass Curiosity dort gleich ein ganzes Feld mit Steinen entdeckt hat, die eben nicht gemischten Schwefel, sondern vermutlich alle reinen Schwefel enthalten.
Wie es vor Ort aussieht: Wenn ihr euch selbst einen groben Eindruck von der Gegend verschaffen wollt, könnt ihr das im unten eingebetteten 360-Grad-Video der NASA tun.
Es zeigt den letzten Blick des Rovers auf den Gediz Vallis Kanal Ende November 2024. Haltet nach dem Start die linke Maustaste gedrückt und bewegt die Maus, um die Blickrichtung zu ändern.
Link zum YouTube-Inhalt
Die Wissenschaftler äußern sich begeistert
Die Tragweite der Entdeckung beschreibt Ashwin Vasavada, Projektwissenschaftler von Curiosity am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Kalifornien, mit den folgenden Worten:
Ein Feld aus Steinen zu finden, das aus reinem Schwefel besteht, ist wie eine Oase in der Wüste zu finden. Es sollte nicht dort sein, also müssen wir das jetzt erklären. Seltsame und unerwartete Dinge zu entdecken, macht die Planetenerkundung so aufregend.
In der fraglichen Region befindet sich der Mars-Rover schon seit zehn Jahren: Der Gediz Vallis-Kanal liegt unterhalb des Mount Sharps, an dessen Fuße Curiosity bereits seit 2014 für die Forschung unterwegs ist.
Das Ziel ist es laut NASA, anhand unterschiedlicher Schichten des Berges mehr über die Historie des Planeten zu erfahren und eventuelle Nährstoffe aufzudecken, die einmal Leben auf dem Mars möglich gemacht haben könnten (sofern es das dort jemals gab).
Warum der Kanal für die Wissenschaft so interessant ist
Die NASA geht davon aus, dass der Kanal durch Ströme von flüssigem Wasser und Trümmern
geformt wurde, was ihn für die Forschung besonders interessant macht.
Die Gegend des Kanals in ihrer heutigen Form ist also wahrscheinlich einerseits durch Flutwasser und andererseits durch Erdrutsche entstanden. Dazu heißt es bei der NASA konkreter wie folgt:
Diese Schlussfolgerungen basieren auf den in den Trümmerhaufen gefundenen Steinen: Während Steine, die durch Wasserströme transportiert werden, abgerundet wie Flusskiesel werden, sind einige der Trümmerhaufen mit eckigen Steinen durchsetzt, die möglicherweise von trockenen Lawinen abgelagert wurden.
Vor allem die Rolle des Wassers steht dabei im Mittelpunkt. Schließlich war Wasser bei uns ein entscheidender Faktor für die Entstehung von Leben und ist bis heute von immenser Bedeutung für die Erde, die nicht umsonst auch der blaue Planet
genannt wird.
1:39
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Es gibt neue Theorien zu der Entstehung des Schwefels
Ein jüngerer Bericht zum Verlauf der Rover-Mission auf dem Mars geht näher auf die mögliche Entstehung des reinen Schwefels sein.
- Auf der Erde entsteht reiner Schwefel normalerweise nur durch ganz bestimmte Vorgänge, wie Vulkanausbrüche, heiße Quellen oder durch bestimmte Bakterien. Doch in der Nähe dieser Schwefelbrocken auf dem Mars gibt es keine Hinweise auf solche Vorgänge.
- Die Forscher konnten indes auch ausschließen, dass der Schwefel durch Wasser, das viele Sulfate enthält, gebildet wurde.
- Stattdessen schlagen sie einen neuen Entstehungsprozess vor, der zu den Bedingungen auf dem Mars passt: Unter der Oberfläche könnten Eis oder spezielle Eiskristalle (sogenannte Clathrate) langsam aufgetaut und dabei Gase wie Schwefelwasserstoff (H2S) freigesetzt haben. Dieses Gas sammelte sich dann in einer Mulde, die von Geröll umgeben war. Dort wurde das Gas langsam in reinen Schwefel umgewandelt und blieb unter einer Schicht aus Eis und Wasser vor Staub geschützt.
Inzwischen ist der Mars-Rover nicht mehr im Gediz-Vallis-Kanal selbst unterwegs, da die entsprechende Extended Mission
(EM4) zu Ende gegangen ist.
Ihr Nachfolger in Form der EM5 führt Curiosity stattdessen auf die Hänge des umliegenden Berges Mount Sharp, dessen geologische Schichten genauer untersucht werden sollen.
Am Ende der Mission soll außerdem eine auffällige Gesteinsschicht in der Yardang-Einheit untersucht werden, die sich von anderen Sichten in der Gegen sichtbar klar unterscheidet.
Best of GameStar: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.
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