Kein Begrenzungskabel, keine RTK-Antenne, einfach hinstellen und mähen lassen. Genau das verspricht Natural Expressions mit dem Performance 7. Wenn euch der Name nichts sagt: Bisher war die Marke vor allem für Gartenmöbel bekannt.
Rund 1.000 Euro (UVP) kostet der Mähroboter inklusive Garage, bei diversen Händlern ist der Preis aber bereits unter 700 Euro gerutscht. Damit liegt er preislich über dem Niveau des TerraMow Mini 500 und auf Augenhöhe mit dem Eufy C15, die ich ebenfalls für euch getestet habe.
Und genau deshalb wurde es schnell interessant. Kaum war der Performance 7 eingerichtet, sprach er mit einer Stimme zu mir, die ich schon mal gehört hatte. Auch die App kam mir in Teilen verdächtig bekannt vor.
Eine Woche durfte er kurz vor Saisonende bei mir ran. Die Frage war dabei schnell nicht mehr, ob er gut mäht, denn das macht er hervorragend. Sondern: Was habe ich hier eigentlich vor mir?
Die Antwort: Einen unerwartet guten Mähroboter, der seinen Konkurrenten nicht nur ähnlich sieht, sondern auch genauso gut mäht.
No-Name? Eher ein alter Bekannter
Sowohl die Stimme als auch die App kamen mir nicht ohne Grund bekannt vor, erinnern sie bei Klang, Aufbau und Menüs doch stark an TerraMows Mähroboter.
Da passt es ins Bild, dass Natural Expressions die eigene App AuraMow
nennt.
Oberseite mit manueller Schnitthöheneinstellung und Front mit den Kameras des Performance 7 im Detail.
Ein Blick auf die Eckdaten verstärkt das Déjà-vu. 18 Zentimeter Schnittbreite, Schnitthöhe von 20 bis 60 Millimetern per Drehrad am Gerät, 18 Grad Steigung, 56 Dezibel, IPX6: Das erinnert alles stark ans Datenblatt des TerraMow Mini 500. Bei der Navigation setzt er wie der Eufy C15 auf drei Kameras samt LED.
Dass ich nicht der Einzige bin, dem die Ähnlichkeit aufgefallen ist, zeigt ein Eintrag im Roboter-Forum.
Für euch ist das eine gute Nachricht. Ihr kauft keine Experimental-Technik von einem Möbelhändler, sondern eine Plattform, die sich bei mir schon zweimal im Test bewährt hat. Immerhin habe ich nicht nur den TerraMow Mini 500 durch meinen Garten gescheucht, sondern auch die stärkeren V-Modelle (V600/V1000 im Test).
Wie die beiden genannten Geschwister kommt auch der Performance 7 ohne Begrenzungskabel und Antenne aus. Dass die Schnitthöhe am Drehrad statt in der App sitzt, stört mich übrigens nicht. Diese Feineinstellung fasst ohnehin kaum jemand regelmäßig an.
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| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| Navigation | Drei Kameras mit KI und V-SLAM, kein RTK, kein Kabel |
| Arbeitsbereich | Bis 500 m², bis zu 20 Zonen |
| Schnittbreite | 18 cm, 3 Klingen |
| Schnitthöhe | 20–60 mm, manuell per Drehrad |
| Max. Steigung | 32 % / 18° |
| Akku | 84 Wh, bis zu 120 Minuten Laufzeit |
| Ladezeit | ca. 100 Minuten |
| Lautstärke | 56 dB(A) |
| Wasserschutz | IPX6 |
| Gewicht | 10,2 kg |
| Maße | 60,5 x 30,5 x 29,3 cm |
| Konnektivität | WLAN, Bluetooth, 4G optional |
| Garantie | 2 Jahre, Akku 1 Jahr |
| Preis | Rund 700 Euro inkl. Garage |
Einrichtung: Strom, WLAN, fertig
Zugegeben, schnell eingerichtet sind inzwischen fast alle kabellosen Mähroboter. Station hinstellen, Netzteil einstecken, Roboter per App ins WLAN holen. So auch beim Performance 7. Eine Antenne benötigt ihr nicht.
Achtet nur darauf, dass euer WLAN bis zur Station reicht. Ohne das optionale 4G-Modul ist das seine einzige Verbindung nach draußen. Im Zweifel helfen euch Repeater bei der Erweiterung eures Heimnetzwerks in den Garten.
Danach schickt ihr ihn auf Erkundungstour. Der Performance 7 fährt euren Garten selbstständig ab und baut daraus seine Karte. Ersatzklingen liegen dem Lieferumfang bei. Je nach Set gibt es auch eine Garage dazu, die in meinen Augen aber nur dann sinnvoll ist, wenn ihr ihn vor Laub oder Obst schützen müsst.
Kartierung: Automatisch schnell erledigt, aber...
Bei vielen Mährobotern fahrt ihr die Rasengrenze einmal manuell per App ab. Das dauert je nach Garten gern mal 30 bis 60 Minuten, ist dafür aber präzise.
Diese Option gibt es beim Performance 7 nicht. Er kartiert ausschließlich automatisch. Eine Joystick-Fernsteuerung bringt die App zwar mit, wie eigentlich jedes Modell, eine Grenze einzeichnen könnt ihr damit aber nicht.
Und genau hier liegt das Problem. Ich habe bisher über 20 Mähroboter getestet und noch keine Automatik-Kartierung gesehen, die auch nur annähernd so präzise ist wie eine manuelle.
Da werden Lücken ausgespart, Abstände nicht eingehalten und Rasenkanten nicht zuverlässig erkannt (gerade im Hochsommer bei gelbem oder abgestorbenen Rasen). Immerhin hat die App eine eigene Erkennung für gelbes Gras an Bord.
Zuletzt habe ich deswegen auch beim TerraMow Mini 500 und beim Eufy C15 die fehlende manuelle Kartierung bemängelt. Beim Performance 7 bleibe ich dabei.
Die Lücken lassen sich zumindest überbrücken. Über Mähzonen zeichnet ihr in der App Bereiche ein, die er mähen muss, auch wenn er sie nicht als Rasen erkannt hat. Das sieht zwar komisch in der App aus, funktioniert aber.
Hinderniserkennung: Hervorragend
Bei Hindernissen spielt der Performance 7 seine größte Stärke aus. Gartenmöbel, ein Ball, ein herumliegender Schuh und sogar ein kleines Plastikpflänzchen: Alles hat er erkannt und sauber umfahren.
Hängen geblieben ist er in der Testwoche nirgends. Weder an den Möbeln noch an meiner Feuerschale, an der sich andere Mähroboter schon die Zähne ausgebissen haben.
Etwas übervorsichtig wird er allerdings bei flachen Stellen. Den Gullideckel an meiner Regenrinne, der gerade einmal 3 Zentimeter aus dem Boden ragt, wertet er als Hindernis und lässt drumherum Rasen stehen. Ähnlich bei kleinen Dellen im Rasen, die rund 5 Zentimeter tiefer liegen: Die umfährt er teilweise, statt einfach drüberzumähen.
Das kenne ich in dieser Preisklasse schon vom Mini 500 und vom C15. Ein Ausrutscher des Performance 7 ist es also nicht, eher eine Eigenheit dieser Kameratechnik.
Auch hier helfen Mähzonen. Zeichnet ihr eine um Gullideckel und Delle, zwingt ihr ihn, auch dort zu mähen. Schade, dass die App keine Einstellungen zur Hinderniserkennung bietet, etwa wie viel Abstand er zu einem Objekt halten soll. Hier wäre noch Luft nach oben.
Schnittbild und Kantenschnitt
Über meine Testwoche hinweg mähte der Performance 7 absolut zuverlässig in geraden bahnen, die ihr in der App auch anpassen könnt. Das Schnittbild kann sich sehen lassen – hier gibt es nichts zu meckern.
Ganz im Gegensatz zum Kantenschnitt. Ja, randlos mäht kein Mähroboter in dieser Klasse, was am mittig platzierten Mähteller liegt. Viele Hersteller lassen ihre Roboter deshalb auf Wunsch über die Rasengrenze hinausfahren, und auch der Performance 7 kann das.
An offenen Übergängen klappt das gut. An meinen Koniferen allerdings nicht. Die erkennt er als feste Begrenzung, hält Abstand, und ein Rasenstreifen bleibt stehen. Wer Hecken oder Mauern als Rasengrenze hat, greift beim Performance 7 also weiterhin zum Trimmer.
Ecken-Modus: Rangieren für die letzten Halme
Mein Highlight versteckt sich in den Mäheinstellungen der App. Auf Wunsch gibt sich der Performance 7 in Ecken besonders viel Mühe.
Statt eine Ecke im Bogen abzurunden, dreht er sich richtig hinein, rangiert ein paarmal vor und zurück und mäht die Stelle mehrfach. Das sieht ein bisschen aus, wie jemand, der rückwärts in eine zu kleine Parklücke will und dauert etwas länger. Aber es funktioniert.
Gerade in verwinkelten Gärten mit vielen Ecken bleibt so spürbar weniger Rasen stehen. Für mich das Feature, das den Performance 7 von seinen Geschwistern abhebt.
App: Mehr Stellschrauben als erwartet
Abseits der Hinderniserkennung lässt euch die App ziemlich viel einstellen. Ihr regelt die Fahrgeschwindigkeit und die Drehzahl des Messertellers, legt bis zu 20 Zonen samt Sperrbereichen an und bestimmt, wie energisch er sich bei Blockaden befreien soll (in drei Stufen).
Dazu kommen ein Diebstahlschutz mit Alarm, eine Regenerkennung mit einstellbarer Empfindlichkeit und intelligentes Nachtladen. Nachts gemäht wird übrigens nicht: Im »Tag-Aktiv-Modus« arbeitet der Performance 7 nur zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang, damit Igel und andere Nachtschwärmer ihre Ruhe haben.
Insgesamt bin ich der Meinung, dass sich die App hinter teureren Modellen nicht verstecken muss. Wer gern an Stellschrauben dreht, kommt hier auf seine Kosten.
Alternativen: Drei Geschwister, ein Preiskampf
Wenn der Performance 7 tatsächlich ein Geschwisterchen ist, entscheidet am Ende vor allem der Preis. Und da wird es knifflig.
Den TerraMow Mini 500 bekommt ihr mit Garage aktuell für rund 680 Euro, also praktisch zum selben Preis. Der kommt direkt vom Hersteller der Technik und nutzt TerraMows eigene App.
Wenn ich mich festlegen müsste, sehe ich den Performance 7 dank Ecken-Modus sogar minimal vorn. Wobei mir TerraMow versicherte, eine manuelle Kartierung via Softwareupdate nachzureichen, was noch mal das Zünglein an der Waage sein könnte.
Der Eufy C15 kostet mit Garage je nach Händler um die 770 Euro. Dafür hat er eine App, die Probleme selbst erkennt und Lösungen vorschlägt. Die Kartierung ist aber genauso automatisch, und an meinen Koniferen scheiterte er genauso.
Wollt ihr unbedingt manuell kartieren, bleibt der Ecovacs GOAT O600 RTK für rund 650 Euro die bessere Adresse. Dafür braucht ihr eine RTK-Antenne mit freier Sicht zum Himmel.
Betrachten wir jeweils die UVP, sticht ganz klar der TerraMow Mini 500 als Preis-Leistungs-Champion heraus.
Mein Fazit
Der Performance 7 hat mich in einer Woche nicht enttäuscht. Er ähnelt stark dem TerraMow Mini 500, was aber ein Kompliment ist. Er mäht zuverlässig, bleib nicht einmal hängen und bietet eine umfangreiche App. Wenn euch eine einfache Einrichtung wichtig ist und ihr einen einfachen Garten habt, könnte er genau die richtige Wahl sein.
Der Performance 7 lohnt sich für euch, wenn ihr...
- ... einen kleinen bis mittleren, eher übersichtlichen Garten mit dichtem Rasen habt.
- ... auf Begrenzungskabel und RTK-Antenne verzichten wollt.
- ... viele Ecken habt und euch über weniger Nacharbeit in selbigen freut.
Eher nicht geeignet ist er, wenn...
- ... ihr auf jeden Fall manuell kartieren wollt.
- ... euer Rasen von Hecken oder Mauern begrenzt wird und ihr ohne Trimmer auskommen wollt.
Mein Urteil: Sichere Navigation, sehr gute Hinderniserkennung und eine starke App für rund 1.000 Euro UVP beziehungsweise 700 Euro Straßenpreis. Die fehlende manuelle Kartierung und der Randstreifen an festen Begrenzungen bleiben die Schwachstellen dieser Plattform, egal welches Logo draufklebt.
Lest auch: 20 Mähroboter im Test – was potenzielle Käufer wissen sollten
Natural Expressions erfindet den kabellosen Mähroboter nicht neu, und das muss die Marke auch gar nicht. Sie bringt erprobte Technik zu einem fairen Preis in euren Garten und legt mit dem Ecken-Modus sogar noch etwas drauf.
Wer mit den bekannten Kompromissen dieser Klasse leben kann, macht hier wenig falsch.


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