Netflix & Co - 30 Prozent europäische Werke vorgeschrieben, neue Verbote

Das EU-Parlament hat für eine neue Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste beschlossen, die vorsieht, dass Inhalte von Streaming-Diensten zu 30 Prozent aus Europa stammen müssen.

von Georg Wieselsberger,
03.10.2018 10:49 Uhr

Netflix und andere Anbieter müssen bald 30 Prozent ihrer Inhalte aus Europa beziehen.Netflix und andere Anbieter müssen bald 30 Prozent ihrer Inhalte aus Europa beziehen.

Die Novelle der Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste soll dafür sorgen, dass die kulturelle Vielfalt steigt, Inhalte aus EU-Mitgliedstaaten gefördert und auch mehr Investitionen in Europa getätigt werden. Das EU-Parlament hat der neuen Richtline mit einer deutlichen Mehrheit von 452 zu 132 Stimmen und 65 Enthaltungen zugestimmt. Betroffen davon ist sind neben Netflix auch die anderen Anbieter wie Amazon Prime Video, iTunes oder auch Maxdome.

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Ein weiterer, wichtiger Punkt ist, dass auch Anbieter, die YouTube oder Facebook nutzen, strengere Regeln einhalten müssen. Die sogenannten Influencer müssen nun deutlich angeben, ob sie von Unternehmen Geld oder kostenlose Produkte erhalten.

Außerdem enthält die Novelle ein Verbot von Inhalten, die zu Gewalt, Hass und Terrorismus aufrufen, eine Einschränkung kostenloser Inhalte mit Gewalt und Pornografie und Vorschriften für eine Altersprüfung von kindergefährdenden Inhalten. Die Barrierefreiheit für Inhalte soll verbessert werden und Rundfunkaufsichtsbehörden müssen unabhängig vom Staat organisiert werden.

Laut Heise müssen nun zwar noch die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten zustimmen, das sei jedoch nur eine Formsache. Anschließend muss die neue Regelung in den einzelnen Staaten innerhalb von 21 Monaten umgesetzt werden.

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Es gibt allerdings auch Forderungen, die Vorschriften noch anzupassen. Beispielsweise gibt es eine Passage, die fordert, dass Inhalte von öffentlich-rechtlichen Sendern teilweise besonders gut sichtbar in Suchergebnissen oder Programmguides angezeigt werden müssen. Laut Digital Europe, einem Dachverband, gibt es hier keinen Bedarf und die Passage sollte entfernt werden.

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