»Historische Zusammenarbeit«: Was Nvidia und Intel gerade angekündigt haben, wird die Zukunft des Gamings verändern

GPU- und KI-Gigant Nvidia investiert in niemand Geringeren als den jahrzehntelang dominierenden, aber inzwischen stark schwächelnde CPU-Platzhirschen Intel.

Einst klar von einander getrennt, in Zukunft vereint: Hardware von Nvidia und Intel. Einst klar von einander getrennt, in Zukunft vereint: Hardware von Nvidia und Intel.

Nvidia hat eine Zusammenarbeit angekündigt, wie es sie im Bereich der zentralen Gaming-Hardware nur sehr selten gibt.

Die Grafikkartenmacher arbeiten zukünftig mit dem wohl bekanntesten CPU-Hersteller weltweit in Form von Intel zusammen.

Das hat Nvidia am gestrigen Donnerstag, den 18. September, im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt gegeben.


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Im Detail:

  • Die Firmen wollen in Zukunft eng zusammenarbeiten, um mehrere Generationen von maßgeschneiderten Rechenzentrums- und PC-Produkten, zu entwickeln, die Anwendungen und Workloads in Hyperscale-, Unternehmens- und Verbrauchermärkten beschleunigen.
  • Zentrales Element soll dabei Nvidias NVLink-Technik sein, um die Hardware beider Unternehmen nahtlos miteinander zu verbinden.
  • Nvidia investiert vor diesem Hintergrund 5 Milliarden Dollar in Stammaktien von Intel zu einem Kaufpreis von 23,28 US-Dollar pro Aktie. Zum Vergleich: Der aktuelle Wert der Nvidia-Aktie beträgt momentan etwa 150 US-Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei ca. 4.200 Milliarden US-Dollar (Intel: etwa 133 Milliarden US-Dollar).

In Anbetracht der großen Schwierigkeiten, die Intel zuletzt hatte, ist das sicher eine sehr willkommene Investition für das kriselnde Unternehmen. Ein gewisser rechtlicher Vorbehalt bleibt aber, wie die folgenden Worte von Nvidia erkennen lassen:

Die Investition unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich der erforderlichen behördlichen Genehmigungen.

Noch am selben Abend äußerten sich die CEOs beider Firmen Jensen Huang (Nvidia) und Lip-Bu Tan (Intel) zu der historischen Zusammenarbeit. Demnach befindet sich das Ganze bereits teils seit fast einem Jahr in der Planung und soll ein Marktvolumen von 50 Milliarden US-Dollar erreichen.

Was bedeutet das für das Gaming?

Sicher absehbar ist das noch nicht, und ein großer Fokus der Zusammenarbeit ist der KI-Bereich, wie bereits die Ankündigung und die Aussagen beider CEOs deutlich gemacht haben.

Die explizite Erwähnung von x86-Produkten für Endkunden mit RTX-GPUs in der Pressemitteilung zeigt aber, dass es nicht nur um Geschäftskunden und das KI-Umfeld geht.

Die wahrscheinlichste Variante ist aus unserer Sicht, dass Intel die bislang in Prozessoren integrierten GPUs eigener Herstellung zukünftig durch RTX-Modelle von Nvidia ersetzt, was für beide Unternehmen Vorteile hätte:

  • Intel kann seine CPUs mit dem starken Namen Nvidia bewerben und möglicherweise GPU-Leistung bei APUs auf einem Niveau anbieten, wie es dem Unternehmen bislang nicht möglich war.
  • Nvidia kann das zuletzt eher stiefmütterlich behandelte Feld der Einsteiger-Performance mit passenden Intel-Lösungen bedienen, statt dafür dedizierte Grafikkarten auf den Markt zu bringen.

Ob, wann und in welchem Umfang es so weit kommt, bleibt abzuwarten. Wir sind aber überzeugt davon, dass diese Zusammenarbeit die Zukunft des Gamings verändern wird, sei es nun zum Guten oder zum Schlechten (oder etwas dazwischen).

Intels eigene dedizierte Grafikkarten in Form der Arc-Modelle sollen indes weiter Bestand haben, wie Intel gegenüber PC World betont hat.

Wie bewertet ihr die Zusammenarbeit von Nvidia und Intel? Rechnet ihr mit nennenswerten Folgen für das Gaming? Oder beschränkt es sich euer Einschätzung nach am Ende doch primär auf den KI-Sektor? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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