Ich wusste, dass beim Gaming einiges im Argen liegt, aber was gerade bei Borderlands 4 passiert, setzt dem Ganzen die Krone auf

Es ist traurig, dass ich Anlass habe, diesen Artikel zu schreiben. Und diesen Anlass gibt es längst nicht zum ersten Mal.

Nein, Borderlands 4 läuft alles andere als optimal, sagt Tech-Autor Nils Raettig. Nein, Borderlands 4 läuft alles andere als optimal, sagt Tech-Autor Nils Raettig.

Als wir die Geforce RTX 5090 Anfang des Jahres getestet haben, erreichte sie im Schnitt aus neun Spielen knapp über 100 FPS in der 4K-Auflösung. Das gilt ohne Upscaling via DLSS & Co. und ohne Frame Generation, jeweils gemessen bei maximalen Voreinstellungen.

Wenn wir Borderlands 4 mit diesen Einstellungen und einer Geforce RTX 5090 spielen, schaffen wir ungefähr 40 bis 50 FPS. Klar kommt es stark auf die gewählte Szene an, aber wir achten dabei in unseren Benchmarks auf möglichst repräsentative Spielbereiche. Und dieser Unterschied ist so oder so gewaltig.

Doch keine Sorge, ich habe gute Nachrichten für euch! Präsentiert von Randy Pitchford auf X, CEO bei Gearbox:

Das Spiel läuft verdammt optimal – das heißt, die Software macht genau das, was wir wollen, ohne unnötige Zyklen für schlechte Prozesse zu verschwenden.

Na dann kann ich ja jetzt aufhören, mich zu beschweren! Mach ich aber nicht.


Video starten 24:44 Borderlands 4 - Test-Video zum neuen Loot-Shooter mit Open World


Es ist einfach nur traurig

Versteht mich nicht falsch. Selbstverständlich sind Grafikeinstellungen und moderne Techniken wie DLSS und Frame Generation dafür da, sie passend zur eigenen Hardware zu ändern und zu nutzen, was auch Pitchford bei X immer und immer wieder betont.

Es ist aber nur fair und sinnvoll, sich die Performance-Basis eines Spiels anhand der schnellsten Gaming-Hardware und höchsten Settings ohne Upscaling und KI-generierte Bilder anzuschauen. Denn diese Basis bestimmt, was das Spiel mit langsamerer Hardware und anderen Settings liefern kann.

Hier mit einer RTX 5090 bei der ordentlichen, aber sicher nicht überragenden Optik von Borderlands 4 gerade mal 40 bis 50 FPS zu erreichen, ist in meinen Augen einfach nur traurig und weit davon entfernt, die Basis für ein Spiel zu sein, die ich mir wünschen würde.

Dabei habe ich noch nicht mal damit angefangen, die für die Unreal Engine 5 leider so typischen Ruckler zu thematisieren, die gerade in Open-World-Spielen oft auftreten. Das gilt auch in Borderlands 4, wie unter anderem die Kollegen von Digital Foundry im folgenden Video feststellen:

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Upscaling ist großartig, aber kein Allheilmittel

Damit folgt Borderlands 4 in besonders dramatischem Ausmaß einem Trend, der in meinen Augen schon zu Recht oft von der Gaming-Community kritisiert worden ist.

Entwickler verlassen sich (zu) sehr auf Abhilfe durch Upscaling und vermehrt auch KI-generierte Bilder.

Das Ganze hat aber mindestens zwei Haken:

  • Upscaling hilft umso weniger, je mehr die CPU zum limitierenden Faktor wird.
  • KI-generierte Bilder brauchen eine solide Basis an echten FPS, um für ein möglichst rundes Spielerlebnis zu sorgen.

Erschwerend hinzu kommt, dass ausgerechnet die wohl wichtigste Spiele-Engine unserer Zeit in Form der Unreal Engine 5 immer wieder mit Performance-Problemen zu kämpfen hat, wie weiter oben bereits erwähnt. Und davor ist auch absolute High-End-Hardware nicht gefeit.

Die Lösung ist nicht simpel

Keine Frage, die UE5 ist ein bemerkenswertes Tool-Set, das Titel in toller Optik ermöglicht.

Dass Spieler aber mittlerweile mehr und mehr hoffen, bei einer Neuankündigung nicht zu lesen Made in Unreal Engine 5, spricht Bände.

Es ist ganz offensichtlich kein leichtes Unterfangen, ein völlig reibungslos laufendes Spiel in dieser Engine zu programmieren, das noch dazu keine horrenden Hardware-Anforderungen hat wie ein Borderlands 4.

Wenn man das aber als CEO einer großen Spielefirma in aller Öffentlichkeit wiederholt herunterspielt und darauf verweist, dass man ja an den Settings und der Auflösung etwas ändern kann (oder seine eigene Engine programmieren), hilft das in meinen Augen niemandem.

Tipps für mehr Performance: Welche Einstellungen für ein besonders großes Performance-Plus in Borderlands 4 sorgen, erfahrt ihr übrigens in unserem sehr hilfreichen Tuning-Guide von Kollege Sören:

Was wir gegen all das tun können

Leider nicht viel. Das Wichtigste tut ihr und die Community indes bereits: den Unmut klar äußern, und problematische Spiele gegebenenfalls nicht kaufen.

Man kann zweifelsohne viel Spaß mit Borderlands 4 haben, trotz der Performance-Probleme. Aber über jeden Zweifel erhaben ist meiner Meinung nach genau so, dass das Spiel viel mehr Rohleistung der Hardware verlangt, als es in Anbetracht seiner Optik sollte.

Wenn alle CEOs das so kleinreden wie Pitchford im Falle von Borderlands 4, besteht kaum Hoffnung auf Besserung. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass Spiele äußerst komplexe Gebilde sind und es eine riesige Zahl an verschiedenen Hardware-Konfigurationen da draußen gibt.

Bedenkt man aber, was andere Spiele optisch liefern und bei welcher Performance [hat da jemand Dying Light: The Beast gesagt? (basiert auf der C-Engine)], kommt man nicht umhin, sich über den immer wieder auftretenden Ärger mit der UE5 im Allgemeinen und die Probleme in Borderlands 4 im Speziellen sehr zu ärgern.

Am Ende bleibt uns wohl nur, für die Zukunft auf das Beste zu hoffen, in unserer Kritik fair zu bleiben, sie wann immer nötig laut und deutlich zu äußern – und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.

Dass Randy Pitchford in diesem Leben noch ein Einsehen haben wird, wage ich aber leider zu bezweifeln.

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